Browning Cup am Eixendorfer Stausee

  • von Achim Tomasits
  • 06. Juli 2015 um 09:10
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The same procedure as every year, unter diesem Motto trafen sich 82 Tandems zum diesjährigen Browning-Cup am Eixendorfer Stausee in der Oberpfalz und folgten dem Hegeauftrag des Freistaats Bayern und des Fischereivereins Neunburg vorm Wald.

Der See hat sich in den letzten beiden Jahren sehr positiv entwickelt und mittlerweile können dort auch wieder Gewichte gefangen werden, welche den See weit über die bayrischen Grenzen hinaus bekannt gemacht haben. Dies bestätigt auch die Hegemaßnahme zur Reduzierung des Weißfischbestands.

Das Browning-Team Bayern um Albert Wiederer und der ortsansässige Fischereiverein Neunburg vorm Wald haben sich wieder mal mächtig ins Zeug gelegt, um den Teilnehmern ein angenehmes Wochenende bei dem wohl schönsten Hobby der Welt zu präsentieren.

Die Angelmethode war frei wählbar und es konnte auch mit Pose geangelt werden. Die meisten Teilnehmer bevorzugten jedoch die Feederrute da die Rotaugen nicht in der Wertung waren und man somit mit der Feederrute mehr Gewicht machen konnte.

Das Team Colmic Germany reiste mit 2 Koppeln zu dieser Veranstaltung, Kai Scheppach/ Rüdiger Klein und Andreas Esslinger und meine Wenigkeit. Andreas und ich schlugen unsere Lager bereits am Freitag in Eixendorf auf, um das Beißverhalten der Fische und die neuen Ruten aus dem Hause Colmic zu testen.

Wir entschieden uns für einen nicht so langen Weg zum Angelplatz wohl wissend, dass am Samstag die Laufwege doch recht lang sein könnten und schließlich ist man auch nicht mehr der Jüngste. Kräfte einteilen war angesagt und außerdem hatten wir beide ja Urlaub, also schnell noch für jeden 2 Bier eingepackt und ab ans Wasser.

Dort angekommen entschieden wir uns, dass jeder 2 Distanzen „beackern“ sollte. Andreas fing auf der 35m-Bahn an und ich machte mich an die Distanz von 82m. Auf beiden Distanzen war ein sauberer Untergrund zu finden die Wassertiefe war mit 8 Zählern bei Andreas und mit 10 Zählern bei mir auch ganz in Ordnung. Noch kurz zu den Tiefenangaben: Wir beide loten immer mit einem 40gr. Speedkorb, uns ist es Wurst, ob es da z. B. 2,50m oder 2,65m tief ist, wichtiger für uns ist die Struktur des Gewässerbodens. Sind Kanten zu finden, glatter Untergrund, keine Muscheln, das sind Parameter welche uns interessieren und die wir für wichtig empfinden.

Die neuen Feederrutenserien von Colmic, Next Advenure und Black Queen

Andreas entschied sich für den Einsatz der Colmic Next Adventure in 60gr. Und einer Länge von 3,60m, optimal für Angeldistanzen bis an die 50 – 60m. Ich dagegen entschied mit für die Next Adventure in 90gr. und 3,90m Länge. Unser Futter hielten wir recht dunkel und natürlich hatten wir mit einem Mix von der VGB Bait Facory (Verpa/Geers/Barbarian Bait) die Zielfische im Visier, Brassen oder Brachsen wie unsere bajuwarischen Anglerkollegen gerne sagen. Die Mischung bestand aus folgenden Komponenten:

  • 500gr. Geers Gamma 4 Feeder Caramel gelb,
  • 500gr. Geers Gamma 4 Feeder Scopex schwarz,
  • 100gr.  Verpa Rosthemp special.

Die Vorfütterphase hielten wir recht kurz und brachten lediglich 3 Körbe als Startfütterung ins Wasser. Als Köder dienten Maden, Caster und natürlich auch Würmer. Bereits nach 5 Minuten konnten wir die ersten Bisse verzeichnen und nicht viel später landete der erste Skimmer in unseren Maschen. Im weiteren Verlauf ging es Schlag auf Schlag und nach ca. 3 Stunden entschieden wir uns, die Distanzen zu wechseln. Andreas wählte eine Distanz von 70m und ich verkürzte meine Angeldistanz auf 45m. Bei Andreas kam jetzt die Colmic Black Queen in 4,15m und einem WG von 120gr., das Sahnestück der Colmic Feederrutenserie, zum Einsatz. Ich angelte weiter mit der Next Adventure in 3,90m, wechselte jedoch die 1,5oz Carbonspitze in eine 1oz Glasfiberspitze um die Bisse noch deutlicher zu sehen und den Fischen einen minimalen Widerstand beim Anbiss zu bieten.

Andreas Esslinger mit einem schon besseren Fisch

Auch auf den neuen Distanzen brachten wir nur 3 Körbe ein bevor wir die Schlaufenmontage mit einem Haken bestückten. Die Fische waren anscheinend richtig in Beißlaune es dauerte nicht lange, bis die Spitzen unserer Ruten krumm gingen. Nach 7 Stunden Angelzeit hatten wir genügend Informationen für das ausstehende Hegeangeln gefunden und machten uns auf den Weg in unsere Unterkunft.

Die Auslosung für den 1. Durchgang fand am Samstag erst um 10:30 Uhr statt und so hatten wir frühs ausreichend Zeit unsere Erkenntnisse vom Vortag nochmals zu reflektieren und uns ausgiebig auf das Angeln vorzubereiten.

Ein glückliches Händchen beim Losen des Angelplatzes ist auch am Eixendorfer Stausee immens wichtig und ich das Glück blieb uns hold. Mit Platz 82 in Sektor F in Seebarn waren wir mehr als zufrieden, fast ein Endplatz und fast immer für ein gefülltes Netz gut. Des Weiteren braucht man in dieser Ecke des Sees keine Brachialwürfe von über 80m, ganz im Gegenteil, Distanzen zwischen 25 und 50m sind vollkommen ausreichend. Dann befindet man sich im alten Flussbett der Schwarzbach und die Fische lassen normalerweise nicht lange auf sich warten. Andreas wählte die kurze Bahn auf 25m und entschloss mich eine Distanz von 47m zu bearbeiten. Leider war meine Entscheidung falsch. Andreas konnte bereits nach kürzester Zeit die ersten Fische verhaften, bei mir war irgendwie sprichwörtlich der Wurm drin. Ich angelte ca. 1m hinter einer kleinen Kante und war mir sicher, dass die Fische hier patrouillieren würden. Pustekuchen! Der Untergrund war nicht ganz sauber, abgestorbenes Gras verfing sich regelmäßig am Korb und auch am Haken und irgendwie schien den Fischen diese Angelstelle nicht zu gefallen. Nach 45 Minuten konnte ich zwar einen schönen Brassen von ca. 900gr. einnetzen, die Folgezeit brachte leider keine Fische mehr auf dieser Bahn. Seltsamerweise angelte mein Nebensitzer auf derselben Distanz und hatte keine Probleme damit. Ich war der Überzeugung, dass die Fische noch einlaufen werden und bei einer 5 stündigen Angelzeit hatte ich ja noch ausreichend Zeit die Fische auf den Platz zu stellen. Nachdem dies aber nicht der Fall war, entschloss ich mich einen Untergrund zu suchen, bei welchem nicht dieses abgestorbene Gras zu finden war. Ich fand eine, wie ich befand, gute Angelstelle 10m kürzer und bereits nach 2 Körben mit Futter und Ködern befüllt, bekam ich die ersten zaghaften Bisse. Jetzt war Fisch am Platz und ich konnte die restlichen 3 Stunden richtig gut Fisch fangen. Andreas hatte nach schlechteren 45 Minuten die Distanz verändert und fischte nun auf einer Distanz von 60m. Dies brachte jedoch nicht den gewünschten Erfolg und schließlich ging er wieder auf seine ursprüngliche Distanz von 25m zurück und fing dort wieder seine Fische. Wir hatten den Endplatz gut im Auge und wussten, dass das Tandem mehr zur Waage bringen würde als wir. Das Nachbarkoppel brachte 21.500gr. zur Waage, wir hatten mit 15.020gr. jedoch eine gute 2 im Sektor. Wenn ich vielleicht früher die Distanz gewechselt hätte, wäre ein besseres Gewicht zustande gekommen. Wenn, hätte, aber…,es war o.k. für uns, wir konnten damit leben und freuten uns auf Tag 2.

Hans Artmann aus Österreich mit einer durchschnittlichen Brasse

Am Sonntag war die Auslosung bereits um 6:30 Uhr, sehr zeitig gegenüber dem Vortag. Wenn man aber daran denkt, dass viele Teilnehmer noch einige hundert Kilometer nach dem Angeln vor sich haben, ist die Auslosung so früh mehr als gerechtfertigt.

Nachdem es am 1. Tag so gut mit unserem Losen geklappt hatte, war ich voll überzeugt, dass es auch am 2. Tag so weiterging. Und es ging so weiter! Platz 16, Bauhof, dort kam am 1. Tag die …, genau die 1. Da wir schon über 10 Jahre nach Eixendorf an den Stausee fahren und uns mittlerweile doch ein wenig an diesem Gewässer auskennen, wussten wir sofort wie wir dort zu angeln haben. Wir bauten beide unsere Black Queens auf, kurze Distanzen wollten wir heute und in diesem Bereich nicht beangeln, also kamen unsere „Lieblingsruten“ zum Einsatz. Bereits nach 10 Minuten Angelzeit konnte ich den ersten Biss verwerten und eine Brasse der 1 Kg. Kategorie fangen. Auch Andreas war recht schnell am Fisch und so konnten wir von Anfang an im Sektor klare Verhältnisse schaffen. Lediglich das Tandem rechts neben uns fing die ersten 2 Stunden Fisch und konnte einigermaßen mithalten, danach war aber bei unseren Nachbarn nicht mehr viel zu holen und die Fische stellten sich richtig auf unsere Futterplätze. Alles Brassen der besseren Kategorie, Fische zwischen 1 und 1,5kg. Auf Platz 21 angelte das Tandem Peter Imbimbo/ Rainer Braun mit 14.960gr. das zweithöchste Fanggewicht im Sektor.  Am Ende des 2. Durchganges konnten wir mit 24.920gr. den Sektor klar für uns entscheiden.

Anzumerken ist noch, dass alle gefangenen Brassen im Rahmen des Hegeauftrags in kormorangeschädigte Gewässer umgesetzt wurden. Eine tolle Sache, andere Gewässer in ihrer Artenvielfallt wieder zu stärken und die Biodiversität zu fördern.

Nun ging die Warterei los, wir bekamen sukzessive Informationen über das Abschneiden der Koppel, welche am 1. Tag einen Sektorensieg hatten. Schließlich stand das Ergebnis fest, mit dem höheren Gesamtgewicht konnten wir den Browning Cup in Eixendorf für uns entscheiden. Die Freude über den Erfolg teilten wir mit unseren Kollegen vom Team Colmic Germany, nur durch die klasse Teamarbeit sind meiner Meinung nach auch solche Erfolge erst realisierbar. Der kontinuierliche Austausch fruchtet auf jeden Fall und gibt uns vollstes Vertrauen für unsere anglerische Zukunft. Mit Sean Kantowski und Niclas Förderer, welche beide an diesem Wochenende leider verhindert waren, haben wir weitere Spitzenangler in unserem Team welche richtig ambitioniert ihrem Hobby nachgehen. Die Chemie stimmt und das ist auf jeden Fall das Wichtigste in einem funktionierenden Team.

Das Sieger Koppel mit Albert Wiederer vom Browning Team Bayern

Die Platzierten

An dieser Stelle möchte ich unseren Dank den Organisatoren, das Browning Team Bayern und dem Neunburger Angelverein, aussprechen. Einen besonderen Dank an unseren Freund Helmut Wölker welcher sich wieder aufopferungsvoll in die Veranstaltung reingekniet hat und der sicherlich einige Pfunde an diesem Wochenende verloren hat. Merci Helmut!

Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder, wenn es dann wieder heißt: The same procedure as every year.

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