CM Big Fish Cup 2015 am Carpo Drome

  • von Claus Müller
  • 23. November 2015 um 10:00
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Warum einen Cup auf Karpfen?

Seit nun 3 Jahren fische ich regelmäßig an kommerziellen Gewässern in Frankreich, welche mit Karpfen besetzt sind. Carpo Drome sind mittlerweile sehr beliebt, nicht nur bei unseren Nachbarn aus Frankreich. Nein, auch unter den saarländischen Anglern und Interessierten aus jenen Bundesländern, welche an das gallische Nachbarland angrenzen. Diese Gewässer bieten eine schöne Fischwaid, da man hier gezielt Großfische fangen kann und andererseits im späten Herbst, wie auch im zeitigen Frühjahr, dem negativen Einfluss der Kormorane, welche zu diesen Jahreszeiten unsere heimischen Gewässer heimsuchen, entgehen kann. Außerdem eröffnet sich dem interessierten Angler eine völlig neue Angelart, die ganz zweifellos ihren besonderen Reiz hat. Dies brachte mich auf die Idee, an dem "Carpo Drom du Schleck" des Angelsportvereins Keskastel/France, eine über zwei Tage gehende Veranstaltung, nach dem sogenannten Masters Modus, im späten Oktober als Jahresabschluss zu organisieren. Also gingen meine Einladungen für den 24. und 25. Oktober 2015 schon früh im Jahr raus und schnell waren die Startplätze ausverkauft.

Teilnehmer des Claus Müller Big Fish Cups

Das Gewässer, seine Regeln und Fische

Dieses Gewässer bietet feste ausgebaute 18 Angelplätze und weist eine Tiefe je nach Wasserstand, von 1.50 m bis zu 2 m auf. Durch den hier praktizierten speziellen Modus der Startplatzverlosung bei dem jedes Team 2 Nummern – pro Durchgang - zieht (und Eine wieder zurück in den Lostopf legt) bleiben am Ende immer 17 besetzte Stellen - natürlich bei 17 Tandems – übrig. Mit einem freien Los, da ja auch das zuletzt ziehende Tandem noch unter zwei Plätzen wählen kann, aber natürlich nur einen davon besetzt. Hierdurch hat man eigentlich doppelte Chancen einen relativ guten Platz zu ziehen.

An diesem Gewässer fängt man Spiegel wie Schuppenkarpfen mit einem durchschnittlichen Gewicht von 4 Kg. Kleinere von 2 bis 3 Kg sind eher die Ausnahme, Fische bis 9 kg sind immer dabei und auch dieses Mal wurde ein Gigant von 14900 Gramm gefangen. Es dürfen nur max. 8 Fische pro Netz gehältert werden, wobei Fische über 8 Kg Einzelgewicht sofort gewogen und zurück gesetzt werden! Die Setznetze müssen auch hier – wie bei uns – 3.5 m lang sein und einen Durchmesser von 50 cm aufweisen.

Kleiner Luxemburger mit großem Karpfen (14.900 Gramm)

Nur die Stipprute mit höchstens 4 m Schnurlänge und 11.5 m Rutenlänge ist als Fanggerät erlaubt, natürlich ausschließlich in Verbindung mit barbless Haken. Zugelassen sind nur Partikel, wie Mais, Hanf, Weizen, Kichererbsen etc. auch Pellets, Frühstücksfleisch, Paste, Maden und Würmer. Verboten sind Futter, Vers de Vase und das angeln mit Brot! Das Anfüttern ist nur mit dem Pole Cup und der Köderschleuder erlaubt. Hat man sich an die Regeln gewöhnt sind auch diese kein Problem mehr. Bei meinem Big Fish Cup wurde von 8 bzw 8.30 Uhr an, 8 Stunden lang (an Stelle der sonst üblichen 2x 4 Std. mit Pause) durchgeangelt. Wobei zu angegebener Mittagszeit je ein Angler jedes Tandems abwechselnd 45 Minuten Essenspause machen musste. Die Verköstigung war natürlich im Startgeld mit inbegriffen!  Als Richtlinie zur Auswertung gilt bei meinen Events immer die CIPS, was ganz klar Sektorenplatzierung von beiden Tagen, vor Gesamt Gewicht setzt!

Angelart und Gerät

Die Karpfen dieses Gewässers sind gemessen an anderen Artgenossen außerordentlich kampfstark, was sich im Durchmesser der verwendeten Hohlgummis, als auch der Schnüre niederschlägt. Im Regelfall verwenden wir dort 2.6 mm - 2.9 mm Hollows und je nach Jahreszeit Schnüre von 0.20 bis 0.25mm Durchmesser bis zum Haken. Selbst 0.18er Schnüre sind hier ein unnötiges Risiko, selbst bei kalten Wasser. Und auch schon Fische um die 3 Kg können diese zu sprengen!

Haken, Schnur und Pose

Technik und Taktik und Wertigkeit der Plätze

Auf den Nummern 1 bis 8 kann man bedenkenlos direkt unter der Spitze seiner 11.50 m langen Rute angeln. Dies ist aber von den Nummern 9 bis 18 eher kontraproduktiv, da an diesen Stellen ca. 10 cm vor der Rute eine 5 cm tiefere Kante verläuft. Nur im Sommer, bei richtig warmen Wasser, spielt das keine Rolle. Man sollte in der kälteren Jahreszeit dort sitzend dann schon seine erlaubte Schnurlänge ausnutzen! Die optimale Tiefeneinstellung der Rigs, die Bebleiung sowie der Abstand des Köders zum Grund, ändern sich ständig. Das muss man bei jedem Trip neu herausfinden. So verhält es sich auch mit der Tragkraft der Posen. Waren letzte Woche noch 0.3 Gramm der Bringer, kann eine solche Grammatur schon kurz danach in Verdruss enden. Mit Rigs zwischen 0.3 bis 1 Gramm ist man am "Carpo Drome du Schleck" in Keskastel eigentlich jeder Situation gewachsen.

Verlosung und angeln im ersten Durchgang

Gegen 7 Uhr nach Bekanntgabe der Regeln, wurde zuerst von mir die Reihenfolge der späteren Ziehung verlost, damit alles seinen fairen Verlauf nehmen konnte. Nach diesem Prozedere waren die Teilnehmer der gelosten Reihenfolge nach dran, ihre Startplätze zu ziehen. Dann ging es zum Platz und das Material wurde aufgebaut, was wesentlich schneller geht als von anderen Fischen her gewohnt. So ging es um 8.30 Uhr mit der Veranstaltung los. Es dauerte auch nicht lange, bis die ersten Fische gehakt waren und trotz der schon kühlen Temperaturen Nachts um die 5 Grad, war noch ein recht gutes Beißverhalten zu beobachten. Mais, Meat und teilweise auch Maden waren die Topköder. Würmer und Paste brachten an diesem Wochenende gar keine nennenswerten Ergebnisse. Gefangen wurde um den ganzen Weiher herum und so konnte auf jedem Platz, so man alles richtig machte, auf jeden Fall bis Platziffer 5 gefischt werden. Sieger im ersten Durchgang war das Karlsruher Duo Ewald Burger/Dittmar Heil auf 16 sitzend, mit 66,300 kg, gefolgt von Daniel Wolsfeld/Claus Müller mit 54,100 Kg auf der 3, und die Sportfreunde Ralf Eberle/Marco Zanker mit 45,800 Kg auf Startplatz 14 wurden Dritte dieses Durchgangs. Das CM Team Andreas Weber/Frank Quinten konnte mit 29,400 Kg einen guten 4. Platz auf der Nummer 10 belegen.

Der zweite Durchgang

Um es für alle jetzt noch fairer zu machen und so jeder die Möglichkeit bekommen sollte, auf den vermeintlich guten Plätzen zu sitzen, verloste ich die 4 vorderen Teams des ersten Durchgangs zuerst. Aber ohne die 4 Startplätze auf denen diese ihre Ergebnisse erzielt hatten! Dann kamen diese "Siegerplätze" wieder in den Lostopf hinzu und vom Letzten an bis zum 5. wurde weiter gezogen. Kaderangler Andreas Tuck und sein Partner Heinz Drescher zogen an beiden Tagen mit der Nummer 12 einen doch recht guten Platz, konnten ihn aber leider nicht verwerten. Dies war sicher der Tatsache geschuldet, das die beiden das erste Mal dort fischten. Andreas zeigte sich dann auch noch etwas beratungsresistent, obwohl wir ihm ehrliche Tips gaben und angelte zu lange in der Ecke des Gewässers an statt gerade aus. Da war mehr drin Tucky!!

An mehreren Plätzen wurden auch hier wieder nach den ersten 10 Minuten Fische gehakt, allerdings gab es heute auch einige Schnurschwimmer, so dass mancher Karpfen im Drill davon kam. Bei mir z.B. die ersten Vier, da heißt es einfach die Nerven zu bewahren!!! Recht schnell war klar, nach der ersten Stunde etwa, das Ralf und Marco uns allen - wieder Mal - das Fell über die Ohren ziehen würden. Auf der 17 sitzend mit der unbesetzen 18 daneben, konnten sie im Gegensatz zu allen anderen sehr regelmäßig ihre Fische fangen. Vom Verlauf des ganzen Jahres her weiß ich aber sehr genau, dass sie auch auf anderen Plätzen mit Sicherheit am Ende nicht schlechter als max. Platz 3 gewesen wären!

Auf der Nummer 9, dem Damm des Gewässers, saßen unsere CM Jungens Nils Pepperkok und Kris Krupp. Sie waren aus dem ersten Durchgang mit der Platzziffer 5 gestartet und fingen auch heute wieder mit 42,300 kg recht gut. Die beiden Straßburger Angler  Willy Petrazoller / Alain Drieslein verwerteten ihren Platz Nummer 7 mit 43,200 kg ebenfalls gut und konnten an diesem Sonntag den zweiten Rang belegen. Ewald Burger und Dittmar Heil, die Ersten von Tag 1 gingen auf Nummer 15 leider kpl. unter. Während wir (Daniel Wolsfeld und meine Wenigkeit) jedoch auf der Nummer 13 immerhin nach 3.5 Std einen bis dahin nicht mehr gehofften 6 Platz dieses Durchgangs belegen konnten. Nachdem ich innerhalb von 25 Minuten noch 5 gute Fische bis kurz vor Schluss landen konnte. Peter Schührer und Chris Dobmeier saßen neben uns auf Platz 14, hatten aber bei gleicher Stückzahl an Karpfen, knapp 4 Kilo weniger Fanggewicht zu verbuchen.

Das Endklassement, die Preise und der Termin für nächstes Jahr

Erster wurden die Sportfreunde Marco Zanker/ Ralf Eberle mit der Plz. 4 und 118,200 Kg. Zweite wurden Daniel Wolsfeld/Claus Müller mit 8 Punkten bei 82,000 Kg, dicht gefolgt auf Rang 3 vom CM Team Nils Pepperkok/Kris Krupp mit ebenfalls 8 Punkten und 71,300 Kg. Platz 4 ging nach Frankreich an die beiden Straßburger Angler Willy Petrazoller /Alain Drießlein mit 10 Punkten und 67,400 Kg. Auf Platz 5 folgte wieder ein französisches Koppel mit Cyrille Gertner/Dede Demmerle, der Plz.11 und 57,900 Kg.

   
     

Wie in Frankreich üblich an solchen Veranstaltungen, bekamen die ersten drei Tandem jeweils 2  Ruten plus Geldpreise. Die Teams 4 und 5 jeweils einen Umschlag mit Bargeld. Das Startgeld wurde übrigens - wie immer bei mir - abzüglich Gewässerpacht und Essen wieder komplett ausgegeben!! Abschließend kann ich sagen, dass diese Veranstaltung allen Anwesenden sehr viel Spaß gemacht hat und so ein voller Erfolg war.

Auch der Termin für nächstes Jahr steht schon, für das Wochenende vom 28.und dem 29. Mai, bei wärmerem Wetter (hoffe ich) fest! Freitag direkt davor, also am 27.05.2016 werden wir dann ein „Warm Up“ angeln, um den Teilnehmern die dann von weiter her angereist sind, die Chance zu geben das Gewässer und seine Besonderheiten besser kennen zu lernen.

Alle gestarteten Tandems von 2015 haben vorrangiges Startrecht und können bis Anfang Dezember verbindlich melden. Erst dann werden zusätzliche Teams dazu genommen! 

Ein Video zum Carpo Drom du Schleck gibt es hier:

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