Mivardi Carp-Zoom Cup in Thüringen

  • von ct Redaktion
  • 09. August 2016 um 08:30
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Am Sonntag, den 3. Juli 2016 war es wieder einmal so weit. Zehn Dreierteams trafen sich an einem herrlichen Privatsee im schönen Thüringen um den Mivardi Carp-Zoom Cup auszufischen. Ziel dieser Veranstaltung ist die Bestanderfassung der Artenvielfalt und Größe der Fische sowie das Umsetzen des eventuellen Überbestandes in Kormorangeschädigte Gewässer. Eine Hälterung der Fische und das genaue Verwiegen des Fanges brachten wichtige Erkenntnisse für die weitere Bewirtschaftung des Sees.

Davon abgesehen stellte die Möglichkeit extrem kampfstarke Fische zu beangeln natürlich für viele Angler eine mehr als willkommene Abwechslung zum normalen Angelalltag dar. Kein Wunder, dass viele Angler mit großen Erwartungen und voller Vorfreude anreisten.

Das Gewässer:

Das Gewässer, ein Privatsee im schönen Thüringen

Bei dem See handelt es sich um einen circa 10-12 Hektar großen und nur etwa 1,50 m tiefen See, der über einen exzellenten Bestand an Karpfen und Giebel verfügt.

Die Bedingungen für Angler sind optimal. Die eine Hälfte des Ufers ist perfekt zugänglich und dank des niedrigen Rasens sowie des ebenen Wegs perfekt befahrbar. Das Ufer wird durch Randsteine aus Beton gesäumt und bietet deshalb die Möglichkeit die Sitzkiepen perfekt aufzubauen.

Optimale Bedingungen für Angler

Die Sektoren:

Insgesamt zehn 3er Teams können beim Mivardi Carp-Zoom Cup starten. Geangelt wird folgerichtig auch in 3 verschiedenen Sektoren. Die Fußwege sind erfreulich kurz, da zentral geparkt werden kann.

Sektor C liegt auf der langen Geraden und schließt am Endplatz mit einem langen Schilfgürtel ab, der die andere Hälfte des Sees säumt. Dieser Platz ist meistens ein Garant für hohe Gewichte durch den Fang von Karpfen und kann nur selten geschlagen werden. Sektor B liegt ebenfalls auf der langen Geraden, näher am Haus des Besitzers. Hier gilt es meistens ein paar Giebel einzusammeln und diese dann mit 2-3 Karpfen zu ergänzen. Sektor A liegt direkt an der Hausseite. 

Sektor A liegt direkt an der Hausseite

Wer hier sitzt, bekommt Sekt oder Selters. Zieht der Fisch an diese Uferseite, werden hohe Fanggewichte realisiert. Im letzten Jahr war dies allerdings der schwierigste Sektor und es musste um jeden Fisch gekämpft werden.

Das Training:

Für alle Teilnehmer besteht die Möglichkeit sich gezielt auf die Hegemaßnahme vorzubereiten. Dafür ist das Gewässer bereits am Samstag freigegeben.

In diesem Jahr zeigte sich schnell, dass die Plätze im Sektor B und C schwierig zu beangeln sein würden. Die Karpfen machten sich im Regen rar und konnten nur sehr selten zum Anbiss überredet werden. Bei den Giebeln bot sich ein ähnliches Bild. Nur wenige Teilnehmer konnten konstant die 150-300 g schweren Fische einsammeln.

In Sektor A sah die Sache allerdings ganz anders aus. Bereits mittags wurde berichtet, dass einige begeisterte Angler die 100 Pfund Marke locker geknackt hatten. Und es ging immer weiter! Die Karpfen standen an den Futterplätzen Schlange und verweilten dort. Kein Wunder, dass einige Angler schon jetzt hin und weg waren.

Das Angeln:

Der Mivardi Carp-Zoom Cup wurde wie immer in zwei Durchgängen, aber auf den gleichen Plätzen, gefischt.

Mit ein wenig Verzögerung wurden gegen 07:30 Uhr die Angler herzlich begrüßt und die Verlosung durchgeführt. Jede Mannschaft zog ein Kuvert mit den drei Startplätzen des Tages. Als kleine Überraschung  gab es für jeden Angler noch ein Cappy der Marke Sensas dazu.

Der Start des ersten Durchganges erfolgte 09:30 Uhr. Es war genügend Zeit vorhanden, an den Angelplatz zu gelangen und stressfrei das Gerät vorzubereiten. Dies bestand gemäß der Regularien aus Match-und Kopfruten. Die Pose musste das Blei tragen.

Als das Startsignal ertönte, erfolgte die Startfütterung. Dabei gingen die Angler extrem Unterschiedlich vor. Während die einen 5-6 tischtennisgroße Kugeln auf die 25-30m Bahn schossen bzw. auf die 11,5 m Bahn cuppten, gingen andere weniger vorsichtig zu Werke. Bis zu 20 große Ballen schlugen auf der Kopfrutenbahn und dem Matchrutenplatz ein. Diese waren zudem mit toten Maden, Mais, Pellets und Wurm gespickt. 

Schnell stellten sich in den Sektoren B und C die ersten Fische auf der Matchrute ein. Dabei handelte es sich um Giebel, die, wie am Vortag, zwischen 150-300 g auf die Waage brachten. Mit Karpfen hatte ehrlicherweise sowieso noch niemand gerechnet. Diese ziehen sich nach der Startfütterung zurück und laufen dann eventuell im zweiten Durchgang wieder ein.

Am Ende des ersten Durchganges konnten so in der Spitze bis zu 3-4 Kg Giebel auf den Topplätzen am Schilf erbeutet werden. In Teilen des Sektors B und Anfang C waren hingegen nur 10 Giebel hoch. Gerüchte über einen einzigen gefangenen Karpfen in Sektor B machte die Runde. Am erfolgreichsten waren Waggler zwischen 8-12 g auf der Matchrute. Auf der Kopfrute hingegen konnte kaum ein Fisch gefangen werden.

In Sektor A sah die Sache zu Beginn ähnlich aus. Konnten beim Aufbau morgens noch Karpfen auf der Kopfrutenbahn gesichtet werden, waren diese nach dem Bombardement vorerst verschreckt und haben das Weite gesucht. Es musste also auf Giebel gefischt werden, die allerdings bereits in guter Stückzahl auf die angebotenen Köder reagierten.

Gegen Ende des ersten Durchganges stellten sich zudem einige Karpfen auf die Futterplätze.

Pünktlich um 12 Uhr erfolgte das Schlusssignal des ersten Durchganges. Der Grill war schon heiß, und das Grillfleisch wartete bereits auf gespannte Angler. Eine Stunde hatten die Angler nun Zeit sich für den nächsten Durchgang zu stärken und sich mit ihren Mannschaftskollegen zu beraten. Natürlich wurde auch ganz einfach geplaudert und gefachsimpelt. Die Cup ist eine lockere Veranstaltung und viele Angler kennen sich schon lange. Da gibt es viel zu erzählen.

Um 13 Uhr begann der zweite Durchgang.

Die Hoffnung vieler Angler in den Sektoren B und C, dass der Fisch auf die Kopfrute gezogen sei, hat sich leider nicht erfüllt. Die Matchrute dominierte weiter und die Angelei auf Giebel wurde fortgesetzt. Hier zeigte sich, dass süßes Futter mit etwas Wurm besonders gut die Giebel aktivierte. Wer sauber und regelmäßig fütterte, wurde mit regelmäßigen Bissen belohnt. Nach und nach kamen so ordentliche Gewichte zusammen und die ersten Angler konnten sich von ihren Konkurrenten absetzen. Etwa 1,5 Stunden vor Ende des letzten Durchganges konnten dann doch vereinzelt Karpfen bis 5 Pfund gefangen werden. 

In Sektor B machte Jayson Greatorex seine Sache sehr gut. Neben 5 Kg Giebel konnte er noch zwei Karpfen landen, die sein Gewicht verdoppelten. Aber reichte das für den Sektorensieg?

Schnell sprach sich herum, dass gegen Ende gleich mehrere Angler 2-3 der starken Kämpfer landen konnten und somit das Ergebnis sehr eng sein würde!

In Sektor C zeigte sich die Dominanz der hinteren Plätze deutlich. Hier zogen die Karpfen ebenfalls auf die Matchspur und sorgten für ordentliche Gewichte.

Wem dies nicht gelang, wurde direkt nach hinten durchgereicht.

In Sektor A wurde die Angelei hingegen richtig spannend. Die Karpfen kamen bis auf die Kopfrutenspur, und schnell zeigte sich, wer im Umgang mit den starken Fischen geübt ist. 

Geschwindigkeit und die Kenntnis über die Stärke des Materials entschieden am Ende über das gefangene Gesamtgewicht. Während einige Angler seit bereits 20 Minuten einen mittleren Karpfen drillten, konnten die erfahrenen Nachbarn in der gleichen Zeit gleich drei Fische landen. Der richtige Einsatz des Pullerbungs war enorm wichtig.

Andreas Luck erlebte nun auf dem Kopfplatz eine wahre Sternstunde. Fisch auf Fisch konnte er geschickt landen.

Andreas Luck

Um 16:30 Uhr erfolgte dann der Abpfiff und das Hegeteam nahm ihre Arbeit auf. In Sektor C war die Angelei eine knappe Angelegenheit und viele Teilnehmer lagen Kopf an Kopf.

Einzig Thomas Brede konnte sich am Ende deutlich gegenüber seinen Mitstreitern durchsetzen. Dabei Schlug er auf Platz 28 nicht nur den Kopfplatz am Schilf, sondern konnte sich mit 13690 g ein Stück von den anderen Anglern absetzen. Platz 2 ging an Hartmut Jäger (AV Bad Salzungen), der 10200 g vorzuweisen hatte.

In Sektor B ging es ähnlich knapp zu. Die Gewichte der meisten Angler lagen zwischen 8 und 9 Kg und bestanden aus 1-2 Karpfen und vielen kleineren Giebeln. Gewonnen hat am Ende Jayson Greatorex vom Team England. Anders als die Englische Fußballnationalmannschaft nutzte er gekonnt seine Abschlußchancen und konnte zwei Karpfen sicher landen. Am Ende siegte er mit 10770 g hauchdünn vor Michael Krüger von den Stippfreunden Nordhessen (10530 g).

In Sektor A ging es hingegen ganz anders zur Sache. Sehr gute Gewichte konnten erzielt werden. Gewonnen hat, mit dem Tageshöchstgewicht von 40120 g, Andreas Luck (Mivardi) vor Lars König (Team Bad Pole Fishing), der sich mit 29090 g ebenfalls vom restlichen Feld gut absetzen konnte.

Siegerehrung:

Gegen Ende des Tages wurde es nochmals richtig spannend. Bei Dreierteams liegen die Mannschaften oft dicht beisammen, und eine erste Prognose ist recht schwierig. Zudem hatten die meisten Teams sowohl gute, wie auch schlechtere Platzierungen erangelt.

Siegerehrung

Platz 3 konnte sich das Team Bad Pole Fishing aus NRW mit der Platzziffer 16 und insgesamt 41330 g sichern.

Platz 2 ging an das starke Team der Stipperfreunde Nordhessen, die mit deutlich weniger Gewicht (34550 g), aber der Platzziffer 11 sich verdient durchsetzen konnten.

Platz 1 ging an den Lokalmatadoren Mivardi, die nicht nur mit der Platzziffer 8 zu überzeugen wussten, sondern mit 57450 g noch den Hegeauftrag am erfolgreichsten durchführten.

Die drei bestplatziertesten Mannschaften wurden zudem mit wertvollen Ehrengaben bedacht.

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