Rive Cup 2016 an der Geeste

  • von ct Redaktion
  • 12. Dezember 2016 um 14:00
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Alle Jahre wieder schlägt mein Herz zum Ende des Jahres schneller, denn es geht an meine geliebte Geeste. Wochen vor dem Fischen achte ich genau auf das Wetter, schaue mir die Menge der Niederschläge an, denn die Geeste mag kein Regen. Ich schaue mir die Temperaturen an, denn kein Fisch mag schwankende Luftdrücke und fallende Temperaturen. Ich mache mir Gedanken ob ich meine Montagen fertig habe, denn an der Geeste müssen die Montagen genau 4 Teile lang sein, fehlen 15 Zentimeter muss ich vor dem Angeln Schnur anknüpfen und das will ich eigentlich nicht. Habe ich die passenden Haken ( ich fische mittlerweile meist fertig gebundene Haken vom Typ 3405 aus dem Hause Sensas an 15 Zentimeter Vorfächern). Dann noch rasch die Kits kontrolliert, ich fische zur Zeit sehr gerne Kits mit Gummizügen über 3 Teilen, ein 1,0mm Gummizug der locker vorgespannt ist erfüllt da meist meine Wünsche perfekt.

Der nächste Punkt sind die Köder, zwingend sollte man Pinkis haben, die Geeste ist eines dieser typischen Pinkigewässer, wie wir sie im Norden oft haben. Ich persönlich halte die Pinkis vorher für mindestens 2 Tage im Wasser, damit sie sich nicht mehr bewegen. Ich füttere diese toten Pinkis übrigens nicht nur, sondern fische sie auch am Haken. Für mich hat dies den Vorteil, dass ich kaum Fehlbisse habe, denn tote Pinkis wickeln sich, anders als lebendige, nicht um die Hakenspitze. Nachteile sehe ich keine, dann die Fische in unseren Gewässern kennen eh keine Pinkis / Maden und damit sollte ihnen der Unterschied zwischen einem toten und einem lebendigen Pinki schnuppe sein. Wenn ich es mir richtig überlege, dann habe ich wohl schon seit einigen Jahren keine lebendige Made oder Pinki mehr am Haken gehabt. Inspiriert haben mich dazu übrigens die Engländer bei einem Besuch auf der Insel. Zusätzlich schwöre ich auf Würmer an der Geeste, doch Vorsicht, wer sie zu früh und in zu großen Mengen einsetzt, der wird Bekanntschaft mit einer norddeutschen Spezialität machen, der Wollhandkrabbe.  Richtig eingesetzt sind Würmer aber an so gut wie jedem Gewässer ein Großfischmagnet, da reichen 150ml übrigens völlig für aus! Dazu noch ein viertel Liter Caster und fertig ist das Ködertableau.

Beim Futter setze ich auf dezente Sorten, welche ich schwarz einfärbe. Zusätzlich habe ich immer etwas Erde dabei, die suche ich mir entweder am Ufer suche oder Flusserde aus der Tüte. Die Erde darf übrigens auch gerne etwas wolken, die Fische in Geeste scheinen dies zu mögen.

Nach diesen einleitenden Worten zu den Vorbereitungen komme ich auf das Fischen in dem Jahr zurück. Leider brach der Winter in diesem Jahr sehr früh ein und in den 10 Tagen vor den Fischen hatten wir Nachtfröste und sogar Schnee und das Mitte November!

Da ich schon seit vielen Jahren an diesem Fischen teilnehme, wechselte ich bei diesen Randbedingungen in der Wintermodus um. Winterbedingungen bedeutet für mich and er Geeste

a. Extrem sauber ausgebleite Montagen
b. Defensives Futtern, dies bedeutet Erde im Futter und nicht zu viele Köder

Die Fische sind im Winter an der Geeste nicht ganz einfach. Zum einem bevorzugen Sie möglichst tiefes Wasser, welches sie vor allem Richtung Sperrwerk finden, der Sektor C weist flacheres Wasser auf und ist damit der schwierigste Sektor. Zum anderen sollte man sehr sorgfältig Loten, die Fische sind nicht mehr so aktiv und wirklich mäkelig was die Struktur des Futterplatzes betrifft. Der Platz sollte möglichst harten Untergrund haben und eben sein, diese Faktoren haben vor der absoluten Entfernung Vorrang. Findet am auf 12m einen guten Platz, dann sollte man nicht auf 13m fischen, der vielleicht keine so gute Struktur hat. Es gibt in der Geeste auch einige Plätze auf denen der Untergrund weich und schlammig ist. Fische fressen nicht gerne auf solchen Plätzen und halten sich auch nicht gerne in solchen Regionen auf. Was also tun wenn man auf einem solchen Platz sitzt? Tja, gut loten um einen Region mit harten Untergrund zu finden oder zur Matchrute greifen und am anderen Ufer fischen. Wer unbedingt die Kopfrute fischen will, der sollte im Falle eines weichen Untergrunds möglichst viele lose Partikel füttern und hoffen das die Fische über Grund fressen.

Harld Windel saß im richtigen Bereich

Gehen wir mal davon aus, dass der Untergrund OK ist und machen uns Gedanken über die Startfütterung. Zum einem möchte man erfolgreich fischen, dies bedeutet man muss Fische fangen. Die große Frage ist wie viele Fische am Platz sind und wie viel Nahrung sie aufnehmen. Mein grundsätzlicher Gedankengang dazu ist, dass die Fische einen Platz vorfinden müssen, der sie am Platz hält und nicht überfüttert. Da ich grundsätzlich auch glaube, dass die Fische vor allem die Köder fressen und das Futter sie nur anlockt, füttere ich also viel Futter mit wenig Ködern. Letztendlich habe ich 6 Bälle Futter gecuppt, die Bälle waren so groß wie ein Tennisball und enthielten circa 20% Erde. Im Futter waren circa 100ml tote Pinkis und vielleicht 20 Caster und 10 geschnittene Würmer.

Ich habe das Fischen dann mit einer Montage von 1 Gramm und einem 20er Haken begonnen, als Köder dienten 2 tote Pinkis. Ich habe die Montage schön sauber auf den Platz eingesetzt und es tat sich NIX. Dies blieb auch die nächsten 15 Minuten so, dann tauchte die Pose endlich langsam ab und ein kleiner Skimmer fand den Weg ins Netz. Der Blutdruck steigt und jeder Angler hat nach dem ersten Fisch die Hoffnung, dass die Fische jetzt „da“ sind. Waren sie aber nicht und nach 30 Minuten hatte ich vielleicht 3 Fische im Kescher, wobei allerdings eine schöner Skimmer von 300 – 400 Gramm dabei war.

Einer der besseren Fische beim Rive Cup 2016

An diesem Punkt beschloss ich die Futtertaktik zu ändern und fütterte mit Hilfe eines Toss-Pots alle 2-3 Minuten kleinste Portionen Futter und Köder nach. Kleinste Portionen bedeutet in dem Fall circa 5 Pinkis, oder 2 Caster abgedeckt mit einer Daumenspitze wolkenen Futter- Erde Gemisch. Diese Art zu füttern klappt an der Geeste eigentlich fast immer, man muss nur die Menge der Köder anpassen, im Durchgang waren es halt Köder im Supersparmodus. Nach circa 10 Minuten hatte ich die kleinen Güstern am Platz stehen und ich konnte in schöner Regelmäßigkeit Fische fangen. Obwohl die Fische „da“ waren, musste man übrigens trotzdem fein und präzise angeln, ein 18er Haken ging an diesem Tag so gar nicht. Ich kam in einem guten Rhythmus und konnte mich von meinen Nachbarn absetzen. Nach circa 2,5 Stunden ließen die Bisse nach und ich konnte die Fische nicht mehr an den Platz bekommen. Es gibt für mich in diesem Fall zwei Möglichkeiten

1. Ich habe den Platz totgefüttert
2. Große Fische sind am Platz

Da ich an Punkt 1 nichts ändern konnte, beschloss ich positiv auf Punkt 2 zu setzen und fütterte zwei kleine Bälle nach. Dies waren die ersten Bälle nach der Anfangsfütterung , die Bälle waren voll mit geschnittenen Würmern und Castern. An der Köderpräsentation änderte ich nichts, extrem fein ausgebleit, 5cm auf dem Grund mit einem kleinen Haken. Nach einigen Versuchen mit unterschiedlichen Ködern glitt die Pose dann mit 2 Pinkis bestückt unter die Oberfläche ab und ein Brassen um 1 Kilogramm musste am 6er Vorfach Richtung Kescher buxiert werden. Es folgten noch zwei weitere Brassen, die alle auf die Pinkis versessen waren. An der Geeste mögen die Brassen übrigens das Nachfüttern nicht, aus diesem Grund muss man pokern und sich entscheiden ob man weiter die kleinen Skimmer aktivieren will oder voll auf die Brassenkarte setzt. Ich habe mich für die Brassen entscheiden und konnte leider in den letzten 30 Minuten keinen weiteren Fisch an die Leine bringen. Am Ende konnte ich über 6 Kilogramm an diesem kalten Novembertag zur Waage bringen, das Fischen hat mir riesigen Spaß gemacht, auch wenn in meinem Sektor andere Angler noch deutlich mehr Gewicht fangen konnten als ich. Ich hatte aber das Gefühl, dass ich meinen Platz wirklich gut befischt habe und dass verschafft uns Anglern doch immer ein gewisses Maß an Befriedigung.

Frank Joost hat auf einem gute Platz alles richtig gemacht

In der Spitze konnten beim Rive Cup 2016 bis zu 10 Kilogramm Fisch gefangen werden, die Sektoren A und B waren von den Fängen sehr gut bestückt, die Angler im Sektor C hatten größtenteils leider kaum eine Chance vernünftig an Fisch zu kommen, die Fänge in dem Sektor waren wirklich mau, dies ist zu 100% dem Wintereinbruch zuzuschreiben. Das Fischen selber war wieder super organisiert und unser Freund Dusko Stupar von Fishermens Partner in Spaden hat wieder unglaubliche Ehrengaben zur Verfügung gestellt. Diese Lobhudelei am Ende der jährlichen Berichte zum Geeste Cup sind vielleicht für den ein oder anderen etwas „ermüdend“, ich für meinen Teil empfinde den Organisatoren gegenüber Dankbarkeit, dass sie sich die Mühe machen und ehrenamtlich ein solches Event für uns Angler auf die Beine stellen. Daumen hoch für Dusko, Markus und den vielen Helfern.

Die Sektorensieger mit den Organisatoren


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Zu den Sektoren A und B

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