Der goldene Oktober - IAM 2012

  • von ct Redaktion
  • 30. November 2012 um 23:43
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Oktober eines jeden Jahres. Die Blätter der Bäume verlassen so langsam ihren gewohnten Platz und rieseln nieder auf den Erdboden. Die Nächte werden kälter und länger. Die Vögel wandern Richtung Süden und der ambitionierte Friedfischangler nutzt die letzten warmen Tage, um seinem Hobby zu frönen.

Der Herbst hat Einzug gehalten
Der Herbst hat Einzug gehalten


Ein letztes Mal zieht es einige der besten europäischen Angler in den Osten der Bundesrepublik zum IAM.

So traten auch in 2012 45 Mannschaften aus 11 verschiedenen Ländern an, um sich in einem internationalen Spitzenfeld zu beweisen. Im Vorfeld wurde viel spekuliert, ob es in diesem Jahr einen Umbruch geben wird und das erste europäische Team den IAM gewinnt. Bereits ab September war die Veranstaltungsliste am Silokanal in Brandenburg prall gefüllt und Wochenende für Wochenende trafen sich nationale Größen, um optimal vorbereitet zu sein. Für viele waren die heimischen Mannschaften gesetzt und kaum einer konnte sich vorstellen, dass am Ende nicht Stipp-Profi, DAV-Herren oder Kingdom of Sports oben stehen würde.

Optimale Bedingungen sollten in diesem Jahr auf die Teilnehmer warten
Optimale Bedingungen sollten in diesem Jahr auf die Teilnehmer warten


Doch auch Mannschaften jenseits der deutschen Grenze nahmen die Veranstaltung ernst. Sowohl die Jungs aus Litauen, als auch die Ungarn waren bereits ab Dienstag vor Ort und nahmen sich die Zeit für 3 ganze Trainingstage. Mit den Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr war man sehr gespannt, wie sie sich in 2012 schlagen werden. Auch die Niederländer um Jan van Schendel dürfen nicht unterschätzt werden. Jedes Jahr reisen sie mit einem großen Betreuerstab und vielen Mannschaften an und auch hier wurden mit Sicherheit Rückschlüsse gezogen.

Vom Training wurde ausgiebig berichtet und so wurden ausschließlich heitere Gesichter am Donnerstag gesichtet und auch beim Captains-Meeting war man guter Dinge. Letztendlich wurde im Training so viel Fisch gefangen, wie nie zuvor und die Wetterprognosen mit über 20 Grad, windstille und warmen Nächten um 10 Grad ließen nur Gutes erhoffen. So war es nicht verwunderlich, dass die Hotelbar im Axxon bereits um 2100 Uhr wie leergefegt war, wollte man doch topfit sein. Man erkannte deutlich den Stellenwert, welcher das IAM bei vielen besaß.

Tag 1

Der Freitag, 1. offizieller Durchgang stand nun vor der Tür und die Wetterprognose hielt, was sie versprach. T-Shirts, Polos und teilweise kurze Hosen ließen nicht nur den Angler warm ums Herz werden. Einzig die Jungs aus dem A-Sektor blickten ein wenig skeptisch drein. Wer hier jenseits von A6 saß, musste einen starken Durchgang hinlegen, um am Ende einstellig zu punkten. Jeder wusste das und so wurde hier ganz besonders penibel aufgebaut. Einen wahren Leckerbissen für die Zuschauer gab es am Ende von Sektor A. Lokalmatador Lutz Weissig nahm auf der aa4 neben Tamas Walter auf der aa3 platz.

Startfütterung Durchgang 1 bei Tamas Walter
Startfütterung Durchgang 1 bei Tamas Walter

Schnell sammelte sich hier eine Menschentraube und man war gespannt auf dieses Duell. Harald Windel auf aa9, Stefan Posselt auf aa11 und Robert Grabowski auf aa15 fischten abseits der Endplätze lediglich auf Schadensbegrenzung.
Das 2. Signal ertönte und schnell wurden auf den niedrigen Nummer kleine Rotaugen um 50gr gefangen. Nicht viele Fische, aber immerhin war man von der Null weg. Auf den hohen Nummer hingegen gab es einfach keine kleinen Rotaugen, aber auch ein anderer Fisch, mit Ausnahme von Barschen, welche nicht in der Wertung waren, war hier vorerst nichts zu fangen.

Richtung Endplatz waren die Ruten schnell krumm
Richtung Endplatz waren die Ruten schnell krumm

Auch zu Beginn des zweiten Teilsektors konnten nur sehr wenige kleine Fische gefangen werden, wenn überhaupt. Chris Weiss auf ab25 hatte es hier mit Daniel Wolfsfeld auf ab43, Jo Adriolo auf ab35 und Vorjahressieger Frank Weise auf ab36 zu tun. 2011 Champion Frank Weise setzte dabei wie im Vorjahr ausschließlich auf die Bolo. Je höher man im zweiten Teil vom A-Sektor saß, desto weniger Brassen und umso mehr kleine Rotaugen wurden gefangen. So konnte Daniel Wolfsfeld am Ende eine Punktlandung mit genau 8kg hinlegen. Ausschließlich kleine Fische um 60gr fanden sich in seinem Netz wieder. Frank Weise hingegen hatte hier im direkten Duell mit seinen Nachbarn das Nachsehen und so konnte sich der junge Niederländer Sjors Milder mit 13230gr vor Jo Adriolo mit 12710 und Frank Weise mit 12600gr durchsetzen.

Frank Weise
Frank Weise


Chris Weiss wurde vierter mit etwas über 8kg. Das war stark, denn bei den Nachbarn war in den Keschern am Ende noch viel Platz. Trotz der kräftigen Strömung angelte Chris kleine Haken (bis Gr. 20) und konnte so bei dem klaren Wasser einige vorsichtige Fische mehr fangen. Im rechten Teilsektor konnte sich dann Tamas Walter sehr deutlich vor Dirk Freimuth mit 6200gr und Heinz Drescher mit 5810gr. in der zweiten Hälfte des Fischens mit 9280gr absetzen.

Chris Weiss fängt auch in schlechten Bereichen seine Fische
  Chris Weiss fängt auch in schlechten Bereichen seine Fische


Hauptangelei stellte auch hier die Bolorute dar, wobei man vor allem in der Mitte zu kleineren Haken und dünneren Vorfächern greifen musste, wollte man in den letzten beiden Stunden überhaupt noch Fische fangen. Wie schwierig es war, in diesem Teilbereich Fische zu fangen, zeigten auch die vier Angler ohne Fang, welche direkt nebeneinander saßen.

Der Sektor B stellte sich an diesem Tag ein wenig fairer heraus. Zwar gab es auch hier bessere und schlechte Bereiche, allerdings war überall Fisch zu fangen. Im gesamten Sektor dominierte das Rotauge unter 100gr. Viele Angler versuchten während des Fischens die größeren Fische zu selektieren, jedoch kostete jenes Zeit und in der Regel verlor man so an Boden, da in der Zeit die Konkurrenten weiter kleine Fische geigten. Anders als in den Vorjahren war hier die Kopfrute dominierend, da man wesentlich schneller mit ihr war. Vereinzelt kamen dann auch Brassen an den Platz, welche aber einfach mit eingesammelt und dankend angenommen wurden. Es zeigte sich, dass es nicht unbedingt schlecht war direkt vor dem Stahlwerk zu sitzen. Die Plätze zur blauen Brücke waren, bis auf die ersten beiden Plätze, nicht unbedingt von Vorteil und auch ganz rechts, Anfang Stahlwerk, waren gefühlt etwas weniger kleine Fische als in der Mitte. Der Schatten des Stahlwerks schien sich postiv auf die Standplätze der Fische auszuwirken, denn normalerweise sind die höheren Nummern in diesem Sektor kaum schlagbar - doch dort war diesmal die grelle Sonne bei sehr klarem Wasser. Den Sektor ba auf der 17 konnte Enrico Müller mit 12090gr für sich entscheiden, vor Gzaboles Timar auf der ba12 mit 11250gr und Peter Englisch auf der ba22 mit 10430gr. Auf den niedrigen Rängen wusste Heiko Schmidt mit 9150gr auf ba2 und Platzziffer 5 zu überzeugen. Auch Heiko setzte dabei auf einen Mix aus Kopfrute und Bolorute, wobei er als einer der wenigen es verstand, mit der Bolorute größere Fische zu fangen.

Am Stahlwerk wurde zu recht auch kräftig auf die Kopfrute gefüttert
Am Stahlwerk wurde zu recht auch kräftig auf die Kopfrute gefüttert

Im zweiten Teilsektor profitierten lediglich die beiden Außenplätze an der blauen Brücke von ihrem Los und so belegte Bewzar Szolt auf bb44 den ersten Rang mit 8680gr vor Fred Glockemann auf bb45 mit 8300gr und Carsten Röschel auf bb24 mit 7170gr. Deutlich zu sehen, dass in diesem Teilsektor die Gewichte untypischerweise etwas geringer waren. Zwar gab es auch hier einige wenige größere Fische, jedoch fehlte die Stückzahl an kleinen Fischen, wie im ersten Teilsektor. Mit Sicherheit fanden sich am Ende die Angler vorne, welche nicht ganz so fettes Futter fischten und die kleinen Rotaugen auf Stückzahl befischten. Eine eher untypische Art des Fischens am Silokanal.

Was nun kommt, ist immer wieder eine andere Welt. Als wäre die blaue Brücke eine Art verschlossenes Tor, durch welches die Fische nur peu á peu kommen, sammelte sich auf den Plätzen hinter der Brücke der Fisch. Mit 9kg schaffte man es gerade mal auf Platzziffer 18, welches im vorherigen Sektor den Sektorensieg bedeutet hätte. Allerdings war es in kaum einem Sektor so deutlich, dass das Los entscheiden würde. Wer in Sektor C auf einer sehr niedrigen Nummer saß, konnte rund das doppelte fangen im Hinblick auf die hohen Nummern. Lediglich Nico Matschulat schaffte es auf der ca23 mit 16,5kg einen hervorragenden 8. Platz zu ergattern. Der Rest in diesem Feld fand sich auf den Rängen 15 und schlechter wieder.

Wie immer viele Fische und krumme Ruten stromauf der baluen Brücke
Wie immer viele Fische und krumme Ruten stromauf der baluen Brücke

Wem Fortuna treu war, der fand sich auf den Plätzen ca1 bis ca10 wieder. So konnte sich Uwe Henninger mit 25740gr von der ca6, vor Martin Zetzloff mit 25680gr auf der ca2 und dem bärenstarken Ambrus Tibor mit 23370gr von der ca12 durchsetzen.

Und wer in der zweiten Sektorenhälfte Richtung Ende saß, konnte einfach mehr fangen. Nichtsdestotrotz schaffte es ein Ulli Lehmann wieder, von einem vermeintlich schlechten Platz einen sehr guten 4. Platz zu erfischen.

Ulli Lehmann gewohnt mit modischem Cap
  Ulli Lehmann gewohnt mit modischem Cap


Mit 5730gr von der cb27 musste er sich lediglich Ralf Töpper (8370gr, Platz cb43) und Diana Ellmer (7390gr, Platz cb44) geschlagen geben. Die Gewichte wurden im Vorfeld etwas höher eingeschätzt und es bleibt spekulativ, ob das vermeintlich fette Futter den Ausschlag für die geringen Fischmengen gab, oder ob der Fisch einfach nicht vorhanden war. Am Ende konnte sich derjenige durchsetzen, welcher über 4 Stunden Fische fangen konnte. Keine 10 kg auf den Außenplätzen war allerdings schon sehr silokanaluntypisch.

Direkt gegenüber, an der Manufaktur, fand sich der D-Sektor wieder. Auch hier gab es das gleiche Bild. Niedrig sitzen war angesagt, sowohl im ersten, als auch im zweiten Teilsektor. In den vergangenen Jahren schon stark gefischt beim IAM konnte Andreas Dalcke sich erneut durchsetzen (28330gr, Platz da6). Nebenmann Jürgen Gottfried hatte hier das Nachsehen mit 25070gr, genauso wie Lech Bogdan mit 24660gr auf da2.

Auf db24 sitzend und einer Menge internationaler Erfahrung schaffte Jan Heidenreich den Sprung auf den ersten Platz und setzte sich so mit 22140gr vor Christian Goerke (14700gr, Platz db26) und Hubert Aigner (14680, Platz db40) durch. Hubert Aigner schaffte es dabei, wenigstens für einen kleinen Lichtblick in seinem Bereich zu sorgen und zeigte, dass man auch in einem vermeintlich schlechtem Bereich in der Lage sein kann, eine Topplatzierung zu erfischen. erstaunlich auch hier wieder, dass die sonst kaum zu schlagenden hohen Endnummern dieses Mal keine Bank waren.

Der Sektor E ist wieder ein vollkommen anderer Sektor. Bereits im Training war den meisten Teams klar, dass es sich hier um ein reines Bolofischen handeln würde. An kaum einen Platz hatte man einen sauberen Untergrund und die Fische waren viel zu klein, um gegen die größeren Rotaugen und Brassen auf der Bolo anzukommen. So verwunderte es niemanden, dass die meisten Angler die Stange nicht aufbauten.

Sektor E - Der Bolosektor
Sektor E - Der Bolosektor

Günter Horler verschlug es bei Tage in den E-Sektor und viele schrieben ihm bereits den Titel zu. Auf ea14 sitzend zeigte er seinen Nachbarn, wie man mit der Bolo fischen musste und fing 28040gr, welches für einen 2. Platz reichte. Geschlagen geben musste er sich lediglich dem stark fischenden Ungar Balazs Cseoregi mit 28460gr auf Platz ea6. Dritter wurde Andi Maier von der ea1 und 27930gr. Bitter für Günter, da er ein paar Sekunden vor Schluss den entscheidenden Fisch vor dem Kescher verlor in der Unwissenheit, dass er noch etwa 30 Sekunden hatte.

Günter Horler
  Günter Horler


20kg Fisch durfte es in diesem Sektor schon sein, wollte man in die Top 10. Vorwiegend wurden hier große Rotaugen um 400gr und Brassen um 500gr gefangen. Die Brassen waren wesentlich schneller zu bändigen und so hatte man schon einen kleinen Vorteil, wenn man die Brassen gestellt bekam.
Auch im 2. Teilsektor gab es eine Menge Fisch. Sicherlich war es auch hier von Vorteil auf den höheren Nummern zu sitzen, wo relativ kurz (15 Meter) mit der Bolo gefischt wurde. Guido Drescher gewann seinen Sektor sehr deutlich von der eb44 mit 35370gr, vor Rene Bredereck (27620gr), der auf der eb41 weiter weg vom Ende saß und viel weiter draußen fischte und Robert Suwaola auf eb42 und 22660gr.

Freute sich am 1. Tag über viele Fische – Guido Drescher   Auch Rene Bredereck konnte nicht klagen
Guido Drescher - vergrößern -
  Rene Bredereck - vergrößern -


Nach dem ersten Durchgang wurden die DAV Herren den Erwartungen gerecht und führten mit 18 Punkten haushoch vor dem Team Illex mit 31 Punkten. Das Team Illex bestand aus bekannten Größen am Silokanal und viele hatten auch dieses Team mit auf der Rechnung. HJG Drescher schaffte die erste Überraschung mit dem Bronzerang. Zwar konnten sehr viele Sektorensiege durch ausländische Angler errungen werden, jedoch schaffte das beste ausländische Team es „nur“ auf Platz 6 in Form vom Niederlande I, gefolgt von Timar Mix II auf der 8 und Walterland-Maros-Mix auf der 10. Immerhin 3 Teams mit ausländischen Wurzeln in den Top 10 und ganze 50% der Sektorensieger aus Tschechien, Ungarn und Holland. Es hat sich also etwas getan und man war gespannt auf das, was unsere ausländischen Freunde am 2. Tag veranstalten werden, sagt man Jan van Schendel doch nach, fremde Gewässer hervorragend lesen zu können. Auch wenn die Jungs von den DAV Herren hoch führten, so wusste jeder, dass zwei schlechte Lose viele Punkte bedeuten können und so erwartete man gespannt den zweiten Durchgang bei noch besserem Wetter.

Tag 2

Egal ob jung oder alt – zahlreiche Besucher freuten sich am Samstag über das internationale Spektakel
Egal ob jung oder alt – zahlreiche Besucher freuten sich am Samstag über das internationale Spektakel


Große Überraschungen sollte es vorerst kaum geben. Bis auf Günter Horler auf E1, welcher hoch gehandelt wurde, fanden sich alle weiteren Favoriten in der Mitte des Feldes wieder.
In der Regel geht man davon aus, dass der Fisch immer weiter auf die Strecke zieht und so die Außenplätze nicht mehr bevorteilt sind. Im A-Sektor war jenes der Fall und so schaffte es Jürgen Haenhaut auf der aa21 mit einem Gewicht von 12540gr einen klaren Sektorensieg. Auch der zweite Rang wurde aus der Mitte erzielt. Cees Ryerherk auf der aa14 fing 12150gr. Christian Zeitner folgte 11610gr von der aa2. Somit geht ein weiterer Sektorensieg auf das Konto der Niederländer. Genau wie am ersten Tag, war es in diesem Teilsektor entscheidend, die großen Brassen zum Laufen zu bekommen. Wurde am Vortag fast nur mit der Bolo gefangen, konnten heute einige Fische mit der Stange gefangen werden.

Typisches Ködertableau am Silokanal
Typisches Ködertableau am Silokanal - vergrößern -


Im zweiten Teilbereich kamen erneut immer mehr kleine Fische zu den einzelnen Brassen und es war schon von Vorteil, wenn man dichter am Stahllager saß und so zwischen den Brassen auch die Chance auf etliche Rotaugen hatte. Varga Jozsef zeigte von eindrucksvoll von Beginn an, warum er Rang drei auf der Weltrangliste belegt und fing ganze 12640gr von der ab45. Dabei fing er in einen guten Rhythmus kleine Rotaugen und immer mal wieder mit dem Lolli einen größeren Fisch. Durch beständiges Nachfüttern konnte er die Fische 4 Stunden bei Laune halten und ließ nie einen Zweifel daran, wer hier heute gewinnen wird. Andi Meier auf der ab41 durfte das Spektakel mit anschauen und als nach einer Stunde nur eine handvoll kleiner Rotaugen sich in seinem Netz wiederfand, fütterte er massiv Mückenlarven und konnte in den letzten zwei Stunden das Feld von hinten aufrollen und belegte am Ende Platz 2 mit 8850gr. Thomas Unger griff von der anderen Seite des Sektors an und schaffte mit 7530gr von der ab26 den 3. Rang.

Uwe Henniger mit einem typischen Brassen aus dem B Sektor
Uwe Henniger mit einem typischen Brassen aus dem B Sektor

Auch im B-Sektor gab es erneut einen niederländischen Sektorensieger. Kein anderer als Jürgen Spierings schaffte es mit 9520gr auf Platz eins. Direkt daneben, auf der ba13, konnte Lutz Schenke mit 9410gr den zweiten Platz erreichen. Beide fingen nur kleine Rotaugen und wurden am Ende für ihren Fleiß belohnt. Dritter wurde Csillag Laszio mit 7900gr von der ba16. Erneut zeigte sich, dass die blaue Brücke an diesem Wochenende nicht das Maß aller Dinge ist. Ralf Herdlitschke musste dieses auf der bb43 erkennen und schaffte lediglich einen zehnten Platz. Sieger wurde Ralf Töpper von der bb32 mit 8290gr, vor Gil Parisot und Sven Swinnen (beide 6780gr).

Jo Adriolo hatte den Platz, um ganz nach vorne zu fischen
Jo Adriolo hatte den Platz, um ganz nach vorne zu fischen

Auch hinter der blauen Brücke stand der Fisch ein paar Plätze weiter. Wagy Andras bewies mit 24640gr von der ca6, dass die Ungarn verstehen, wie man viel Fisch fangen kann. Zweiter wurde Wolfgang Klatt von der ca10 mit 24080gr, gefolgt von Enrico Pankow von der ca4 mit 23510. Insgesamt waren die Ergebnisse hier sehr dicht, so dass jeder kleiner Fehler gnadenlos bestraft wurde. Jo Adriolo haderte mit sich und den Fischen und mit 23210gr war er nicht weit von der Spitze entfernt. Im zweiten Teilbereich fielen die Gewichte wieder deutlich zurück, so gewann der junge Tobias Müller mit 18450gr (cb42) vor Andreas Heidemüller (16690gr, Platz cb44) und Jürgen Gottfried (14430gr, Platz cb24).

Gegenüber im D-Sektor zeigte Patrick Henninger den alten Hasen wie es geht und gewann mit 24880gr (Platz da4) vor Karol Pacyna (18290gr, Platz da17) und Bernd Bormann (18080gr, Platz da3). Auch hier war es erneut von Vorteil, etwas dichter zur Brücke zu sitzen.

Tibor Ambrus trägt einen ungarischen Namen und auch jene Nationalität. Vielleicht reicht das am Silokanal, denn letztlich konnte auch er seinen Sektor für sich entscheiden. 26690gr von der db41 fanden sich am Ende in seinem Netz wieder und dagegen konnte Albert Wiederer mit 18970gr von der db35 wenig ausrichten. Den dritten Platz durften sich Weorge Wessels und Daniel Wolfsfeld mit 18670gr teilen.

Im E-Sektor durften die Futterballen ruhigen Gewissens etwas besser \"bestückt\" sein
Im E-Sektor durften die Futterballen ruhigen Gewissens etwas besser "bestückt" sein - Slideshow -


Immer wieder kamen an der Strecke die Fragen, was Günter macht und in der Regel sah man eher Kopfschütteln. Günter plagte sich mit kleinsten Rotaugen und mit einer Horde wilder Bleshühner, welche pausenlos auf seinem Platz „wüteten“. Nach einiger Zeit reichte es Günter und sein Betreuer Albert Franz musste etwas entfernt die Hühner mit Mais füttern, um diese vom Angelplatz fern zu halten. Ganze zwanzig Minuten blieben sie dem Platz fern, was immerhin noch für 13490gr gut war, was aber bei weitém nicht reichte. Gewinnen konnte Rainer Wenzel von der ea12 mit 28540gr, vor Andreas Weber (28290gr, Platz ea20) und Reinhard Eder (27920gr, Platz ea17). Erneut wurde ausschließlich mit der Bolo gefangen. Auch im zweiten Teilsektor galt jenes.

Bob Nudd erwischte im zweiten Durchgang zwar einen Endplatz, der im Sektor ea jedoch eher nachteilig ist.
Bob Nudd erwischte im zweiten Durchgang zwar einen Endplatz, der im Sektor ea jedoch eher nachteilig ist.


Dabei gab Tamas Walter seinen Nachbarn und alten Silokanalhasen Nico Matschulat, Jan Malecki und Arno Raab eine Lektion in Sachen Bolofischen und nahm seinen Nachbarn 10kg ab. Mit 18210gr reichte diese starke Leistung immerhin noch für Platz 8 im Sektor, wohlwissend, dass von seinem Platz eb27 wohl kaum mehr möglich war.

Kann sich auch mit der Bolo behaupten – Tamas Walter
Kann sich auch mit der Bolo behaupten – Tamas Walter


Weiter oben saß Roberto Mazasette und konnte mit 33900gr von der eb41 den Sektor für sich entscheiden. Ihm folgten Rolf v.d. Broek (30130gr, Platz eb42) und Gzaboles Timar (26970gr, Platz eb38).

Doch was bedeutete das für die Mannschaftswertung. Die DAV-Herren fuhren am zweiten Tag 52 Punkte ein. Trotz des Vorsprunges durfte es also knapp werden. Dem aufmerksamen Leser sind sicherlich die vielen Ungarn in den Top 3 aufgefallen und so schaffte es das Walterland Maros-Mix mit einem furiosen zweiten Tag lediglich 18 Punkte zu machen. Damit stand fest, dass die Ungarn mit 59 Punkten vor den DAV-Herren mit 70 Punkten stehen werden. An der starken Leistung konnten auch die Niederländer nichts mehr ändern und so wurde das Team um Jan van Schendel mit 66 Punkten zweiter. Dritter blieb HJG Drescher mit 68 Punkten. 5. wurde etwas überraschend CM Lockstoffe, doch mit einen starken zweiten Tag mit 19,5 Punkten schafften es die Jungs um Claus Müller auf 74,5 Punkte.

Von l.n.r.: CM Lockstoffe, Walterland Maros-Mix, DAV-Herren, HJG Drescher, Niederlande I
Mannschaften Top 5: von l.n.r.: CM Lockstoffe, Walterland Maros-Mix,
DAV-Herren, HJG Drescher, Niederlande I
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Team Walterland Ungarn
Team Walterland Ungarn - vergrößern -


Die erste Sensation war also geschafft und hätte Ralf Töpper nicht so stark gefischt, wäre auch die zweite perfekt gewesen. Das Glück ist aber mit dem Tüchtigen und durch variables Fischen auf eher kleinere Fische konnte Ralf Töpper eine starke Leistung abliefern und verwies mit 3 Punkten den Ungar Ambrus Tibor auf Rang zwei mit 4 Punkten vor dem jungen Sjors Milders  mit 5 Punkten.

Sieger Einzelwertung
Sieger Einzelwertung - vergrößern -


Am Abend wurden die Sieger gebührend beim Bankett gefeiert und man ließ es sich nicht nehmen, bis spät in die Nacht zu feiern. Petrus verwöhnte einen jeden Teilnehmer und Zuschauer mit dem Besten was der Oktober zu bieten hat und auch die Fische ließen dieses extravagante Event in einem guten Licht dastehen. Erfreulicherweise gab es noch am Abend die Zusage seitens des Landesverbandes für das nächste Jahr und etliche Mannschaften haben erneut ihre Zusage zum IAM 2013 gegeben.

Was haben die Ungarn nun anders gemacht? Sicherlich profitierten sie vor allem am zweiten Tag von den Bereichen, in welchen sich auch Fisch aufhielt. Aber diese müssen auch erst einmal gefangen werden und so fragte Champions-Team nach beim diesjährigen Gewinner „Team Walterland“. Der erste wichtige Fakt war, dass die Jungs um Tamas keine allgemeine Taktik hatten, da ihnen bewusst war, dass jeder Platz anders sein wird. Sie haben sich aber an einige „Grundregeln“ gehalten. Die Sektoren A und B sollten in den ersten beiden Stunden möglichst viele Brassen ins Netz der Ungarn befördern und so wurden hier verstärkt kleine und große Mückenlarven mit schwereren Posen eingesetzt. Im Sektor A sollte man dann versuchen, möglichst noch Fische mit der Bolo zu fangen. In B und Ende A waren die kleinen Rotaugen wichtig, welche zügig eingesammelt wurden. Hauptköder stellte hierbei der Caster oder die Mückenlarve dar. Im Sektor C und D wurde auf der Kopfrute angefangen und so lange gefischt, bis keine Fische mehr zu fangen waren. Erst dann wurde zur Bolo gegriffen. Ein reines Bolofischen stellte der Sektor E für die Ungarn dar, wobei man hier besonders schnell sein musste.
Weiterhin war die Distanz der Bolorute für die Ungarn entscheidend. In A und B wurde auf etwa 25m gefischt, in C reichten 20m allemal und in Sektor D musste man weiter als die Nachbarn fischen und dabei Glück haben, dass der Gegenüber nicht die gleiche Taktik verfolgte. Im Sektor E durften es schon ein paar Meter mehr sein und so fischte Tamas zwischen 30m und 35m. Tamas konnte mit einem einzelnen roten Maiskorn die größeren Rotaugen selektieren und so der Mannschaft noch ein akzeptables Ergebnis liefern. Als Futter verwendete die Mannschaft ein Mix aus 2kg Gros Gardons von Sensas und einem klebrigen Mix von Maros (3kg). Hinzu kamen kam mindestens genauso viel schwere Flusserde.

Vielleicht waren die Ungarn auch nur wegen ihrem Maskottchen so stark?
Vielleicht waren die Ungarn auch nur wegen ihrem Maskottchen so stark?


Sicherlich kein Hexenwerk, aber trotzdem eine starke Vorstellung. Seien wir gespannt, was das IAM 2013 bringt, denn die Konkurrenz schläft nicht – auch nicht im Winter.

Mehr vom IAM 2012:

Die Ergebnisse findet ihr in unserem Livebericht vom IAM

Interview mit Ralf Töpper

IAM 2012 - Das Video

IAM 2012 Galerie

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