„Rocking Austria“ – 6 Länder-Fischen 2013 in Österreich

  • von ct Redaktion
  • 14. Januar 2014 um 10:01
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„Rocking Austria“ – 6 Länder Fischen in Österreich 2013

Jedes Jahr fahren deutsche Angler neben der WM und EM zu den verschiedenen Länderfischen, um die internationale Freundschaft zu vertiefen und sich weiter zu entwickeln. Die neu getroffenen Regularien sehen es  vor, dass die erstplatzierte Mannschaft des DAFV Anglertreff für Mannschaften die deutschen Fahnen auf der Club WM vertritt. Die zweitplatzierte Mannschaft darf zum 6 Länder Fischen, die drittplatzierte und viertplatzierte zum 3 Länder Fischen. Somit durfte das Team Stipp Profi zum 6 Länder Fischen an die große Tulln in Österreich bei Tulln. Die Tulln ist ein Seitenkanal der Donau, welche einige Kilometer entfernt fließt. Je nach Witterung befinden sich in der Tulln mehr oder weniger viele Fische, welche allesamt aus der Donau kommen.

Drei Wochen vor dem Freundschaftsfischen musste das Team Stipp Profi aus beruflichen und krankheitsbedingten Ausfällen absagen und innerhalb weniger Tage musste ein neues Team gefunden werden. Steffen Quinger richtete dabei die Anfragen an die Referenten der einzelnen Bundesländer.

Gerd Beich von den Sulingern schaffte es innerhalb von drei Tagen eine Truppe zu organisieren, welche auch kurzfristig Urlaub bekam. Champions-Team bat die Sulingern um ein Statement über die kurze Vorbereitungszeit, das Training und das kuriose Resultat.

Die Vorbereitungszeit

Als der Anruf von Steffen kam ging alles ganz schnell. Innerhalb von nur zwei Tagen war im Grunde alles fix. Von den angesprochenen Anglern bekamen nur fünf kurzfristig Urlaub, so dass die Truppe fest stand. Gerd Beich stellte mit seinen gefühlten 26 Lebensjahren den ältesten und erfahrensten Angler der Truppe. Es folgten Martin Kinne (25), Marvin Rust (23), Philipp Schröder (21) und sein jüngerer Bruder Christian (19).

Ein erster Blick über die StreckeEin erster Blick über die Strecke

Für uns stand schnell fest, dass wir etwas erleben wollten und so tauften wir die Fahrt „Rocking Austria“. Über permanenten E-Mailverkehr und Telefonate versuchten wir das nötigste, was innerhalb von 10 Tagen erreichbar ist zu realisieren. Jeder bekam seine Aufgabe und so hatten wir innerhalb von 5 Tagen alle Köder bestellt, die Unterkunft geordert, das Futter organisiert und die Erde bestellt. Natürlich kam es uns zu Gute, dass das Fischen mit Mückenlarven in Österreich politisch nicht so einfach ist und diese deswegen nicht erlaubt waren. Bei den angesagten Temperaturen von 35°C sicherlich ein Glück. Die restlichen Köder stellte uns Fishing Tackle Max zur Verfügung. Unsere Informationen bezüglich der zu fangenden Fische variierten anfangs noch sehr stark. Es hieß, dass unheimlich viele Ukeleis im Kanal sein sollten, welche aber nicht in der Wertung waren. Durch befreundete Angler aus den Niederlanden und Österreich hatten wir gute und brauchbare Informationen, so dass wir letztlich mit einigen Brassen, Nasen und wenigen Rotaugen rechnen konnten.

Der Wettkampf sollte am Freitag und Samstag stattfinden, so dass wir uns dazu entschlossen, am Dienstag nach der Arbeit die Sachen zu packen und über Nacht zu fahren. Der Mittwoch sollte so noch zum Trainieren genutzt werden. Da wir zum größten Teil noch in der Ausbildung sind, einigten wir uns auf ein Auto. Gerd organisierte hier mit kräftiger Unterstützung der Firma Lloyd einen VW Transporter, in welchem noch 5 Personen Platz fanden. So ganz wollte er dem Braten nicht trauen, erst recht als sich die Angelklamotten von 5 Stippern auf dem Hof auftürmten. Wer allerdings Martin und sein kleines Auto kennt, der weiß wie Tetris gespielt wird. So dauerte es ungefähr eine Stunde bis wirklich alles eingeladen worden ist und jede freie Stelle im Auto genutzt wurde. Gerd konnte es nicht fassen und los sollte die Fahrt gehen.

Endlich geht es los ..
Endlich geht es los...
.. auch wenn es etwas enger war ..
.. auch wenn es etwas enger war ..
..als es jedem lieb war.
..als es jedem lieb war.

Inzwischen war es 2100 Uhr und viele von uns hatten noch nichts gegessen, so dass wir in Barenburg an unserem Stammlokal Maschmann (bekannt vom Aue Pokal) halt machten und uns die Bäuche vollschlugen, schließlich lagen über 1000 km Fahrt vor uns. Bereits gegen Mitternacht wurde uns bewusst, dass Schlafen völlig überwertet wird in der heutigen Zeit. Gerd ratterte zwar wie ein deutsches Uhrwerk Kilometer für Kilometer runter, aber die 5 kg Wurm unter den Beinen, die 10 Liter Pinkis zur linken und der direkte Körperkontakt zum Nachbarn waren dann doch nicht so angenehm. Die geduckte Haltung, bedingt durch die Kopfrutenfutterale über uns, half auch nicht die Augen dauerhaft zu schließen. Außerdem kam noch der Ammoniakgeruch der 20 Liter Maden direkt hinter uns dazu.

Ankunft in Österreich und Training

Die ersten Eindrücke vom KanalDie ersten Eindrücke vom Kanal

Morgens gegen 0800 Uhr dann endlich die Ankunft in Tulln und wir fuhren das erste Mal über den Kanal. Jetzt noch schnell in die Unterkunft alles ausladen, Lager herrichten und Futter rühren und schon ging es zum Kanal.

Unsere Brockenbude
 
Unsere Brockenbude 02
Unsere Brockenbude

Unsere Brockenbude 03
 

Christian bei der Vorbereitung – noch etwas skeptisch
Christian bei der Vorbereitung – noch etwas skeptisch

Als erstes gingen wir die komplette Strecke ab und machten uns einen Eindruck über das Geschehen. Wir waren, wie jeden Morgen, die letzten an der Strecke und konnten so einige schöne Fische sehen. Eher gesagt die Drills, denn die wenigsten Fische, welche an den Haken gingen landeten später auch im Netz.

Das erste was uns auffiel waren die vielen verlorenen Fische... ... wie dieser hier!

Das erste was uns auffiel waren die vielen verlorenen Fische – wie dieser hier.

Nachdem das nötigste aufgebaut worden war fingen wir an zu fischen. Wir probierten verschiedene Varianten des Fütterns und jeder fischte einen anderen Lehm bzw. Lehmanteil. Marvin saß ganz außen und hatte die ersten Fischkontakte. Jedoch dauerte es zwei Stunden bis er den ersten großen Fisch auch wirklich in den Kescher bekommen konnte. Auch Christian daneben verlor den ersten guten Fisch. Besser machten es Philipp und Martin, welche nach über einer Stunde einen dicken Brassen landeten. Philipp fütterte nun immer aggressiver und bekam den meisten Fisch an den Haken, jedoch nicht aus dem Wasser. Am Ende des ersten Trainingstages konnten wir alle mindestens einen großen Fisch fangen, wobei Philipp deutlich am meisten fing, neben Marvin.

Philipp mit einem typischen Rotauge und mit einer Nase

Philipp mit einem typischen Rotauge und einer Nase

Und schon verschwand der nächste gute Fisch vom Haken Und schon verschwand der nächste gute Fisch vom Haken 02 Und schon verschwand der nächste gute Fisch vom Haken 03

Und schon verschwand der nächste gute Fisch vom Haken

Häufiges Füttern, nach jedem Biss und jedem Fisch schien die Fische zu aktivieren.

Der zweite Tag sollte die Taktik und die Futtermischung festigen. Wir hatten eine Box mittig des Sektors und als wir ankamen erzählten uns die Österreicher, dass in 10 Minuten Füttern sei. Ein Blick auf die Uhr ließ uns ziemlich planlos aussehen. Leider hatte man uns vergessen zu sagen, dass auf Grund der Hitze bereits um 8.30 Uhr mit dem Füttern begonnen werden sollte. Wir ließen uns nicht beirren und fingen später an. Heute wollten wir noch ein wenig mehr mit dem Einsatz der richtigen Erde experimentieren – so war zumindestens der Plan. Doch schon beim Aufbauen sahen wir, dass so gut wie kein Fisch gefangen wurde. Nach unserem anfänglichen „Bombardement“ änderte sich nichts an der Situation. Es passierte herzlich wenig. Marvin schaffte es in den ersten zwei Stunden einen kleinen Barsch zu fangen, bevor Christian mit einem Zander und einem kleinen Rotauge nachlegte.

Christian war vor dem zweiten Trainingstag gut gelaunt und glaubte an den Fischfang
Christian war vor dem zweiten
Trainingstag gut gelaunt
Marvin mit einer Trainingsschleie – insgesamt wurden viele verschiedenen Fischarten gefangen
Marvin mit einer Trainingsschleie
 

Philipp, Gerd und Martin hatten zu der Zeit noch keinen Biss gehabt. Auch bei den anderen Nationen sah es nicht anders aus mit Ausnahme der Holländer. Immer wieder sahen wir in der Kurve die Kescher nach vorne schnellen. Ein kleiner Ausflug zur holländischen Box und jeder der Angler fischte nicht mehr oder griff zur Matchrute. Hier sollte also nichts zu holen sein, so dass es weiter zu den Boxen oberhalb ging.

Die anderen Nationen beim Training Die anderen Nationen beim Training 02 Die anderen Nationen beim Training 03

Die anderen Nationen beim Training

Auch hier gähnende Leere und etwas verwundert probierten wir weiter an den Fisch zu kommen. Nachdem Philipp immer noch keinen Biss hatte, schlich er sich wie ein Indianer den Deich hoch und beobachtete versteckt die Jungs um Jan van Schendel. Regelmäßig netzten sie Nasen und wenige Brassen ein. Dabei fütterten sie sehr viel und sehr kleine Portionen nach.

Nach einer weiteren kurzen Besprechung spielte Martin an der Wasserstandsanzeige vor ihm rum. Eine dichte graue Wolke erschien und uns wurde bewusst, dass eine feine Schlammschicht den Kanal durchzog und unsere verschiedenen Erdbälle „einfach so“ verschwanden. Wir simulierten einen Fisch am Futterplatz und schnell wurde uns klar, dass jede hastige Bewegung eines Fischens alle Partikel am Gewässerboden unter einer Schlammschicht begrub. Beim Loten merkte man den Schlamm nicht und auch wenn man mit einem Stab in jenen stach gab es keinen Widerstand. Leider war der letzte Trainingstag vorbei und einzig Marvin und Gerd konnten ein paar größere Fische fangen. Gerd nutzte dabei die letzte Trainingsstunde und konnte sich noch einige Bisse und Fische erarbeiten.

Gerd mit einem der typischen Brassen aus der Tulln Gerd mit einem der typischen Brassen aus der Tulln 02 Gerd mit einem der typischen Brassen aus der Tulln 03 Gerd mit einem der typischen Brassen aus der Tulln 04

Gerd mit einem der typischen Brassen aus der Tulln 05
Gerd mit einem der typischen Brassen aus der Tulln

Christian ergatterte noch ein paar Rotaugen und Martin begnügte sich mit zwei Barschen, während Philipp ohne Fisch blieb.

Nach einer kurzen Abkühlung im Pool saßen wir abends im Biergarten eines Restaurants und aßen „Backhendl“. Eine Wiener Spezialität, wie sich später herausstellte. Das Ganze ist recht simpel, bedarf es lediglich einem gerupften Hähnchen, welches komplett frittiert wird. Lecker. Mit prall gefüllten Bäuchen saßen wir noch lange in der Unterkunft zusammen und überlegten uns die Taktik für den nächsten Tag. Wir waren uns sicher, dass überall Fische zu fangen sind. Die Niederländer dominierten die komplette Strecke nach Belieben. Auch die anderen Nationen waren sich unsicher und oftmals bei den Niederländern zu sichten. Also ließen wir die Erde aus dem Futter raus, verschwand sie doch eh im Schlamm. Stattdessen entschieden wir uns für einen sehr leichten Mix, welcher zusätzlich trocken angerührt werden sollte. Wir einigten uns auf:

  • 2 kg Lake von Günter Horler
  • 1 kg Roach von Günter Horler

Auf Zusätze und Lockstoffe verzichteten wir gänzlich. Lediglich etwas Sweetner von FTM kam mit in die Tasche, um eine süßliche Wolke unter Wasser zu erzeugen. Als Startfütterung sollten acht Bälle geworfen werden, welche aber sofort an der Oberfläche zerplatzten. Gecuppt wurde etwas übernasses Futter, in welchem die Köder waren. Gefüttert wurden ausschließlich tote Köder in Form von Maden und Pinkis. Spätestens jede Viertelstunde sollte nachgefüttert werden, damit immer sichtbar etwas Fressbares am Grund liegt. Soweit die Theorie.

Durchgang 1

Zuversichtliche Gesichter – heute klappt das!Zuversichtliche Gesichter – heute klappt das!

Der Morgen vom 05.07. war wie die anderen zuvor bereits sehr warm und wir waren frühzeitig aufgestanden, um unsere Brocken zu organisieren. Am Wasser angekommen begrüßten wir die anderen Teams und machten noch schnell ein Teamfoto bevor gelost wurde. Auch hier erhielten wir einige fragende Blicke, reisten wir doch nur mit einem Auto an. Während die anderen Teams schon an ihren Plätzen waren, fuhren wir weiterhin Sektor für Sektor an, um die Angler zu verteilen. Einen Läufer hatten wir an diesem Tag im Gegensatz zu den anderen Teams leider auch nicht.

Nachdem die Aufbauzeit verstrichen war sollte es ernst werden. Es hatte sich nichts geändert. Die Strömung war moderat von Stillstand bis maximal 4 gr. und das Wetter weiterhin sehr warm. Wind wehte in der Regel nicht. Das Fischen begann und die ersten zehn Minuten passierte nicht sehr viel. Danach wurden die Brassen und die restlichen Bewohner des Kanals aktiv und die ersten zwei Stunden konnten regelmäßig Fische gefangen werden. Die letzten beiden Stunden waren sehr zäh, musste man hier einiges ausprobieren, um noch an Fisch zu kommen. Am Ende konnte Gerd im Sektor E einen guten dritten Platz mit 5.563gr. erringen. Gegen den Endplatz und den Platz dahinter war er chancenlos.

Im Sektor D kämpfte Martin bis zum Schluss und haderte mit sich und den drei verlorenen Brassen, so dass nicht mehr als der 5. Platz mit 1.380gr. raussprangen. Einer der drei Brassen im Kescher und es wäre die eins oder zwei gewesen. Besser machte es Philipp im Sektor C, welcher mit 4.979gr. eine zwei mit nach Hause nahm. Philipp fing genau die eine dicke Brasse und noch ein paar kleinere Exemplare.

Philipp mit einem guten ersten Durchgang
Philipp mit einem guten ersten Durchgang
  
Francesco Pervangher mit seinem Fang vom ersten Tag
Francesco Pervangher mit seinem Fang
vom ersten Tag

Die Brassen haben ein Durchschnittsgewicht von etwas über 3kg und so war es zwingend notwendig einer dieser Muttertiere zu fangen. Marvin machte es Philipp gleich und fing ebenfalls die wichtige Brasse neben einigen kleineren Fischen und konnte mit 5.350gr. seinen Sektor gewinnen. Marvin kam jeden Trainingstag sehr gut klar und bewies, dass ihm diese Art der Angelei am ehesten liegt. Christian im A Sektor kämpfte ebenfalls bis zum Schluss und erreichte nur mit kleinen Fischen eine respektable drei mit 2.193gr.

Knusper, knusper Knäuschen, wer knusper denn am Caster?  Nicht nur Marvin mochte die Caster...

Nicht nur Marvin mochte die Caster
- auch die Fische hatten sie zum
Fressen gerne. So gern, dass es sogar
zum Sektorensieg reichte.
 
Insgesamt gab es diverse Fischarten, welche zur Waage gebracht wurden
Insgesamt gab es diverse Fischarten,
welche zur Waage gebracht wurden

Summa summaro ergaben sich daraus 14 Punkte und die Führung am ersten Tag.

  1. Deutschland 14 Punkte
  2. Österreich 15 Punkte
  3. Schweiz 18 Punkte
  4. Luxemburg 19 Punkte
  5. Niederlande 19 Punkte
  6. Italien 20 Punkte

Die Sensation war perfekt und die „Bambini Tricolore“, wie uns inzwischen die anderen Nationen liebevoll nannten rockten tatsächlich den Kanal. Wir selbst konnten es auch nicht wirklich glauben. Die Niederländer führten uns im Training vor und mit der jungen Truppe hatten wir dieses Ergebnis zwar erträumt, aber nicht für möglich gehalten. Voller Euphorie und Zuversicht ging es zum Treffpunkt, an welchem sich alle Länder trafen und gegrillt wurde. Auch wenn der Abend noch hätte länger gehen können, so machten wir uns doch zeitig auf den Weg. Stärkere Gummis (1,2mm) wurden eingezogen, neue Montagen gebunden und der nächste Tag vorbereitet. Morgen sollte jeder seinen Brassen fangen um das Ergebnis zu halten. Zudem sollten wir am nächsten Tag einen Endplatz bekommen, welchen die Österreicher am Vortag bereits hatten. Bereits auf dem Weg nach Hause sahen wir die schwarzen Wolken in den Bergen hängen. Dass jene uns noch zum Verhängnis werden sollten ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand.

Durchgang 2

Nach einer ruhigen Nacht ging es zeitig Richtung Treffpunkt, um die einzelnen Plätze zu losen. Etwa 5km oberhalb der eigentlichen Strecke fuhren wir über den Kanal und wir trauten unseren Augen kaum. Kaffeebraune Wassermassen wälzten sich mit einer Geschwindigkeit durch den Kanal. Aus dem Auto ausgestiegen hörten wir nur „Bambini Tricolore … grande Katastrophe.. grande Katastophe“ Wir eilten zum Kanal und sahen das Übel. Ein schweres Ungewitter in den Bergen mit 100L pro Quadratmeter hatte den Kanal in einen trüben Fluss verwandelt. Sofort fuhren wir zurück zur Unterkunft und ließen Gerd losen. Die Köder wurden ausschließlich auf weiße Köder und Wurm umgestellt, da die Fische mit aller Wahrscheinlichkeit nichts anderes in dem trüben Wasser sehen würden. Schwerere Montagen und noch trockenes Futter eingepackt, um ein wenig mehr Aktivität zu erzeugen.

eine „grande Katastrophe“ ereilte die Teilnehmer vor dem zweiten Durchgang.
Das Wasser hatte sich durch ein schweres Gewitter in den Bergen verändert.

Während des gesamten Aufbaus sahen wir einige Brassen an der Oberfläche, so dass wir allesamt positiv eingestellt waren. Die Taktik hatten wir den neuen Gegebenheiten angepasst und nach der Startfütterung passierte nicht wirklich viel. Heute hatten wir immer einen Läufer, denn Willi Stumpf (neu bei FTM) unterstützte uns und versuchte alles Machbare zu realisieren. Nach einer Stunde wurde auf der kompletten Strecke noch kein einziger Fisch gefangen und wir einigten uns darauf unser Glück auf Grundeln zu versuchen.

Trotzdem gingen die 6 Nationen ans Werk – Ausgang noch ungewiss.Trotzdem gingen die 6 Nationen ans Werk – Ausgang noch ungewiss.

Jeder erlotete einen Stein im direkten Uferbereich und fischte an jenem. Nach etwa zwei Stunden ging die Pose bei Martin tatsächlich unter, der Anhieb erfolgte und am anderen Ende hing tatsächlich etwas was sich wehrte. Einmal kurz an der Oberfläche und schon schoss es wieder nach unten. Nach der kurzen Flucht kam ein kapitaler Flusskrebs zum Vorschein und die Enttäuschung war groß. Inzwischen berichtete Willi, dass Philipp einen Fisch verloren hat auf 8 Maden. Warf man lose Köder ins Wasser, hat man diese keine Millisekunde gesehen so trübe war das Wasser. Die Entscheidung einen großen weißen Köder zu benutzen war daher nur logisch, da so die Chance erhöht werden konnte, dass die Fische den Köder überhaupt fanden. Die Stille wurde von tosendem Applaus gebrochen und es war klar, dass jemand einen Fisch gefangen hatte. Ein Österreicher schaffte es, eine kleine Brasse ins Netz zu bekommen. Österreich führte nun und wir gaben nicht auf. Alle 10 Minuten einen Ball mit geschnittenen Würmer für den Geruch und jeder Menge Pastonccino (ebenfalls Geruch) und viele Maden am großen Haken um den einen Fisch auch zu bekommen. Eine Stunde vor Schluss fing der Niederländer Thijs Lupsen einen kleinen Barsch. Für uns uninteressant solange es bei einem Niederländer mit Fisch blieb. Kurz vor Schluss wurde es nochmal spannend. Die Pose bei Martin tauchte ab, der Anhieb saß und das Gummi schoss Richtung anderes Ufer. Die Zeit war sehr knapp und sofort rannte Martin den Deich hoch um den Fisch ans eigene Ufer zu bekommen. Ein heftiger Schwall auf der anderen Kanalseite und der Fisch folgte dem Druck Richtung Ufer. Dort der nächste Schwall und Martin rannte den Deich mit voller Rute wieder runter um den Kescher zu ergreifen. Inzwischen schauten alle auf den packenden Drill und der Österreicher neben ihm betete laut, dass abgepfiffen wird. Der Fisch schlug ein drittes Mal direkt am Ufer und der Kescherkopf war einfach zu klein. Der Fisch wurde verfehlt und der Abpfiff erfolgte. Es folgte ein Drill, welcher knappe zwei Stunden ging.

Los gingen lange zwei Stunden. Den Besucher freute es.
Los gingen zwei lange Stunden...
Der Fisch ließ sich auch durch das Siegerbad der Österreicher wenig beirren und blieb stur am Grund.
Der Fisch ließ sich nur wenig beirren...
Inzwischen war der Kescherkopf mehrfach gewechselt worden.
Der Kescherkopf wurde mehrfach gewechselt...
Nach zwei Stunden war die Puste raus. Martin erhöhte den Druck und das 14er Vorfach gab nach.
Nach zwei Stunden war die Puste raus. 

Der Fisch, ein großer Wels, ließ sich in den folgenden zwei Stunden nur zweimal an der Oberfläche blicken. Inzwischen hatten alle Angler eingepackt und schauten gespannt dem Drill zu. Daneben gab es noch das Siegerbad der Österreicher. Während des Drills wurde zweimal der Kescherkopf gewechselt, bevor Franz Artmüller einen richtigen Kescher organisierte. Nach 2 Stunden war die Kraft bei Martin am Ende und er erhöhte den Druck und das 14er Vorfach riss.

Siegerehrung

Am Ende blieb uns ein respektabler 2. Platz in der Endauswertung. Das Wetter hatte uns förmlich den Sieg geklaut, kamen wir doch bestens zurecht und hatten die meisten Fischkontakte. Wir fingen sowohl kleine Fische auf der kurzen Spur als auch große Fische auf 13m. Im zweiten Durchgang gab es nur vier Angler mit Fischkontakt. Zwei davon stellte Deutschland.

Nur um es mal deutlich zu machen, wie trübe das Wasser war. Als Gerd seinen Setzkescher aus den Fluten des dreckigen Kanals holte, hatten sich in seinen Maschen tatsächlich zwei Grundeln und ein Barsch verfangen. Gerd setzte sie als fairer Sportmann wieder zurück, nachdem er kurz das Wiegekommando und seine Nachbarn verarscht hatte.

Am Ende siegte Österreich völlig verdient. Sie hatten viel trainiert, viele Läufer organisiert und hart gekämpft. Dritter wurden die Niederländer. In der Einzelwertung gewann:

  1. Thijs Lupsen – 2 Punkte
  2. Francesco Pervangher – 4,5 Punkte
  3. Thomas Trummer – 5 Punkte

Marvin schaffte es auf einen sehr guten 5. Platz und Philipp wurde 6. in der Einzelwertung.

Wir waren ein wenig enttäuscht aber auch stolz auf unser Ergebnis. Den Abend über unterhielten wir uns viel mit den anderen Nationen, genossen das ein oder andere hopfenhaltige Getränk und genossen doch die vier erfolgreichen Angeltage, bevor es an dann am nächsten Tag wieder in den hohen Norden gehen sollte.

 

3. Platz Niederlande
3. Platz Niederlande
2. Platz Deutschland
2. Platz Deutschland
1. Platz Österreich
1. Platz Österreich
Einzelsieger Thijs Lupsen
Einzelsieger Thijs Lupsen

Zum Schluss gilt noch ein ganz besonderer Dank der Mannschaft an FTM für die Bereitstellung der Köder und des Futters. Auch die Firma Lloyd darf nicht unerwähnt bleiben für das Bereitstellen des Bullis. Ebenso dem DAFV um Steffen Quinger, welcher uns mit liquiden Mitteln tatkräftig unterstützte. Die Gastfreundschaft der Österreicher suchte seinesgleichen und die lobenswerte Organisation des ausrichtenden Vereins soll nicht unerwähnt bleiben.

Im nächsten Jahr geht es nach Luxemburg an die Mosel. Die Jungs aus Bremen um Harald Windel werden dort ihre Grundelskills unter Beweis stellen. Also Männer – vergesst die Grundelmontagen nicht!

Etwas geknickt aber dennoch stolz. Gerd sagt immer noch: Die Natur hat uns den Sieg geraubt..Etwas geknickt aber dennoch stolz. Gerd sagt immer noch: Die Natur hat uns den Sieg geraubt..!

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