Daiwa Walterland Masters 2015 in Szeged

  • von ct Redaktion / Fotos Thomas Unger
  • 26. Mai 2015 um 09:50
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Zum mittlerweile 4. Mal machen wir uns daran einen Bericht über die Walterland Masters zu schreiben. Vier Mal angeln an der gleichen Strecke, das 4. Mal angeln auf Karpfen, Karauschen, Katzenwelse und Skimmer. Was soll man da noch schreiben, es kann doch eigentlich nix Neues geben?!

Gibt es aber doch, denn jedes Jahr ist das Angeln etwas anders, jeder Trainingstag ist voller Überraschungen, jeden Tag gilt es etwas zu lernen. Und beim diesjährigen Fischen konnten wir eine Menge lernen, denn das Teilnehmerfeld bestand aus 16 Nationen und kann als erlesen bezeichnet werden. Neben dem Top Team von Daiwa UK wurde das Feld dieses Jahr vom luxemburgischen Sensasteam um Europameister Mike Thinnes und Gilles Caudin, einem wandernden Matchangellexikon aufgewertet. Aus Deutschland war unser Spitzenangler Ralf Herdlitschke dabei, aus Serbien Weltmeister Goran Radovic, die mehrfachen Medaillengewinner Yuri Radugin und Ilia Yakushin aus Russland oder auch Vizeweltmeister im Team Petr Klasek aus Tschechien. Dazu natürlich noch die Elite der Topangler aus Ungarn - die Chancen sich anglerisch weiter zu entwickeln also perfekt. Die Hilfsbereitschaft der Angler ist dazu sehr ausgeprägt, wenn man vernünftig und zum richtigen Zeitpunkt fragt. Futter, Köder und Montagen sind ein Thema, doch entscheidend ist am Ruderkanal in Szeged die Taktik.

Will Raison und Steve Ringer, zwei absolute Topstars der Szene

In diesem Jahr waren 34 Teams am Start, die Strecke ist damit ziemlich ausgereizt und es gilt sich für die nächsten Jahre frühzeitig einen Platz zu sichern. Hat man auf der 10-12 stündigen Fahrt dann aber die unzähligen Radarkontrollen in der Tschechei und der Slowakei passiert, kann man in Szeged auf den Angelmodus umstellen, denn ab sofort gibt es nahezu perfekte Bedingungen für uns Angler. Köder, Futter und Erde werden an die Strecke geliefert, die Preise für Essen und Unterkunft sind vergleichsweise günstig und man bekommt in der Stadt Szeged alles was man braucht.

Aus Deutschland hatten sich 3 Teams angemeldet, dazu gab es noch ein Mixed Team um Arno Raab, der sich mit den bereits oben genannten russischen WM Fahrern, Verpa Mann Geert Pakvis sowie Peter Betz zusammen verstärkt hatte.

Arno Raab fischte gut bei den Walterland Masters

Kommen wir kurz zu den deutschen Teams und deren Besetzung:

Das Allianz Team Unger startete mit Ralf Töpper, Uwe und Patrick Henninger, Robert Grabowski und Johannes Böhm.

Für das Team Stipp-Profi traten Matthias Kemmereit, Dennis Vogel, Lutz Schenke, Rainer Wenzel und Ralf Herdlitschke an.

Unser CT Redaktions Team wurde von Steffi Bloch, Rene Schmidt, Michael Borchers, Henric Plass und Jayson Greatorex himself vertreten.

Das CT Team 2015

Im Gegensatz zu den anderen Jahren, fanden die Walterland Masters in diesem Jahr am Freitag und Samstag statt. Den Sonntag nutzten viele Teams für die Heimreise, bzw. nahmen an einem Feedermatch an der Strecke teil. Ein großer Teil der Teams reiste bereits zum Dienstag an, um an der Strecke zu trainieren. Am Mittwoch war die Strecke dann fast komplett gefüllt und am Donnerstag die Trainingsboxen verlost. Sicherlich ein Zeichen für den Stellenwert der Veranstaltung, wie wir es auch von unserem IAM kennen.

Die Trainingstage waren in diesem Jahr extrem wichtig, denn die Strecke stellt sich von Jahr zu Jahr von Karauschen auf Karpfen um. Dies hat damit zu tun, dass es nach ungarischen Gesetz verboten ist Karauschen zu besetzen, so dass überwiegend und sehr viel Karpfen um die Kilogrammmarke besetzt wurden.

Karpfen dieser Größe wie hier bei Robert Grabowski waren der Zielfisch
Mit diesen Informationen machten sich die Teams also an das Training, man suchte die beste Montage und die beste Futterstrategie um die Karpfen zu fangen. Wie in jedem Jahr waren die Katzenwelse zu Beginn eine Plage und wie in jedem Jahr war es die Frage ob sich lohnt „kurz" auf die Skimmer zu fischen?!

Im Training bekam jedes Teammitglied in unserem Team eine Aufgabe zugeteilt. Während einer/eine auf 13m mit vielen Ködern direkt auf dem Futter angelte, sein Nachbar wiederum auf 12,5m fütterte und hinter dem Futter angelte, musste das dritte Teammitglied die erste Taktik angeln, jedoch auf einer kurzen Bahn (5 Teile) beginnen, um später auf 13 Meter zu wechseln. Danach dann die Kopfruten-Taktik von Nummer zwei allerdings mit dem Beginn auf der 6 Teile Bahn und der letzte Angler wiederum mit Taktik 1. Am Ende des Trainings wurde dann gewogen und die Eindrücke der Angler besprochen. Diese Eindrücke wurden gesammelt und in die Taktik für den nächsten Trainingstag eingebaut. Wenn man jetzt aber von einem Aussensektor mit viel Fisch in einen Innensektor mit weniger Fisch wechselt, dann gilt es die Eindrücke und Ergebnisse richtig zu interpretieren. Vielleicht kann man mit diesen Zeilen einen Eindruck gewinnen, wie komplex das Training an dieser Strecke ist. Wichtig ist aber und da gibt es keine Ausnahmen, dass man sehr sauber angelt. Die Montage muss extrem fein ausgebleit sein und auch bei viel Strömung bzw. Unterströmung sollte man probieren möglichst leicht zu fischen, denn eine natürliche Köderpräsentation ist bei eigentlich jedem Angeln extrem wichtig. Am Ende des Trainings gab es bei den teilnehmenden Mannschaften keine einheitliche Futterstrategie und jede Strategie hatte sehr erfolgreiche Angler.

Teilweise war auch viel Farbe im Spiel
Ein erfolgreicher Teil der Angler legte „ordentlich" Futter und Köder auf seinen Platz und angelte auf diesem reich gedeckten Tisch. Ein anderer, ebenfalls sehr erfolgreicher, Teil der Angler begann sehr sparsam und brachte die Köder vermehrt im Laufe des Angelns ein. Geklebte Maden wurden am Anfang wenig gefüttert, kamen aber Karpfen auf den Platz waren sie eine wichtige Option. Die besten Montagen bestanden meist aus sensiblen Posen zwischen 1,25 Gramm und maximal 3 Gramm. Mit den Bissbleien musste man „spielen" um die richtige Anordnung zu finden, wobei es immer darauf ankam, ob mehr Karauschen oder mehr Karpfen auf dem Platz waren. Bei den Haken war die Größe 16 nicht verkehrt, bei den Vorfachstärken musste man abschätzen ob man sich zutraute an einem 10er Vorfach einen 3 Kilogramm Karpfen zu drillen und mit einem 12er Vorfach war man sicherlich gut bedient, wobei auch einige 12er Vorfächer den großen Karpfen nicht standhielten. Sehr viel Angler fischten einen blauen Daiwa Hydro Elastik und waren mit diesem sehr zufrieden.
Handelsübliche Karauschen- und Karpfenfutter kommen zum Einsatz, wobei es wichtig ist, dass das Futter nicht zu aktiv ist und damit Schwärme von Ukeleis anlockt, die nicht in der Wertung waren. Wir probierten als Zusatz erstmals pures Fischmehl und einige Method-Mixe, die wir bis zu 50% unter das Futter mischten und waren nicht unzufrieden.

Akrobatische Drills an leichtem Geschirr - das ist Angeln in Szeged

34 Angler a 5 Mann machte 170 Angler, jeder Sektor wurde in 2 Halbsektoren aufgeteilt und gewertet. Die Mitte der Strecke ist relativ fair, die Aussensektoren nicht ganz so, die Endplätze schon leicht im Vorteil. Alles in allem ist die Strecke aber die fairste Strecke die wir kennen, nicht umsonst sind am Ende immer die gleichen Teams erfolgreich.

Das Event wurde am Samstag morgen mit einer kleinen Zeremonie eröffnet. Dabei sprachen ein Mitglied des ungarischen Parlaments und der Präsident des ungarischen Angelverbandes. Es wurde wenig geredet, aber viel gesagt. Während der politische Vertreter dazu aufrief das Wettkampfangeln zu unterstützen und Jugendliche für das Wettkampfangeln zu begeistern und politische Unterstützung zusicherte, gab der Verbandsoffizielle einen kurzen Einblick in die Besatzmaßnahmen des Ruderkanals. Die Regattastrecke wurde in diesem Jar erstmals und so der Plan auch für die kommenden Jahre überwiegend mit Karpfen um die 1 Kilogramm besetzt. Viele Fische für interessante Wettkämpfe, statt weniger großer Fische, die von den heimischen Anglern gleich verspeist werden, so die Strategie des Verbandes, der sich für das Angeln einsetzt und den Stellenwert ausländischer Angler für die ganze Region erkannt hat.

Für die meisten Teams kalter Kaffee, für die deutschen Teams Worte aus einer anderen Welt.

Pefektes Marketing von Tamas Walter

Nachdem Betreten der Sektoren und dem Aufbau begann am Freitag um 10:50 Uhr das Masters mit der Startfütterung. Hier sah man dann schon die unterschiedlichen Ansätze. Viele Angler brachten das Futter mit dem Polecup aus, andere Angler warfen das Futter und cuppten dann nur kleine Bälle (aus Erde oder Futter) mit sehr vielen Ködern auf den Angelplatz.

Auf einigen Plätzen waren die Fische nach der Anfangsfütterung sofort auf dem Platz, auf anderen Plätzen dauerte es bis zu einer Stunde, bevor die Fische auf den Platz kamen. Ob dies jetzt am Füttern, an der Art der Angelei oder am Platz lag, das ist auch jetzt für uns immer noch extrem schwer zu durchschauen.

Der Durchgang lief für die deutschen Teams sehr unterschiedlich ab. Das Allianz Team war richtig gut unterwegs und konnte mannschaftlich geschlossen überzeugen. Eine 3 war die beste Platzziffer und eine 8 die schlechteste. Alle in den Top Ten bei 17 Anglern im Sektor, das war super. Am Ende waren es 27 Punkte und ein richtig guter 7. Platz nach Tag 1. Zum Podium waren es 10 Platzziffern, ging da noch was? Das Team war zu Recht optimistisch und hoffte auf einen guten 2. Tag. Bei uns lief es ganz ordentlich. Trotz einer Plz 11 im A-Sektor kamen wir auf insgesamt 33 Punkte und Platz 9 im Klassement. Der Wind verhinderte leider ein besseres Ergebnis, denn auf dem Papier hatten wir mit A 2 eine Top Platz, doch der Wind dreht nachts Richtung Sektor E und mit ihm gingen die Fische. In der nächsten Nacht drehte er wieder Richtung Sektor A und auf A 2 wurde gewonnen. Ein bekanntes Phänomen bei dem man mal Glück und mal Pech hat.

Alles zählt - wie auch dieser Zander bei Ralf Herdlitschke
Bei den Jungs vom Stipp-Profi Team (das Team angelte komplett das erste Mal am Ruderkanal in Szeged) lief es mittelprächtig, ABER mit Lutz Schenke konnten sie den ersten deutschen Sektorensieger in Szeged stellen. Einen dicken GLÜCKWUNSCH an dich Lutz! Das Team lag mit 44 Punkten auf Platz 14 der Gesamtwertung nach Tag 1, was immer noch sehr ordentlich war.. Beim Maver Team Germany lief es eher mies. Arno Raab (unser Praktikant und Teammitglied aus 2014) konnte mit einer Plz 7 ein gutes Ergebnis abliefern, für den Rest des Teams lief es schlecht. Am Ende standen 62 Punkte und Platz 29 zu Buche, was etwas enttäuschend und auch überraschend war.

Patrick Henninger mit seinem Fang von Tag 1

Es führten nach Tag 1 die üblichen Verdächtigen… Etwas überraschend war hierbei vielleicht die Reihenfolge! Das MMX Team aus Györ führte mit einem Punkt vor dem erfolgsverwöhnten Walterland Daiwa Team um Tamas Walter. Dann kam das Fix Team ( eigentlich Walterland II ) vor dem Team Daiwa UK. Es folgte das Team Timar Mix Austria auf Platz 5. Zwischen diesen 5 Teams lagen nur 4 Punkte, zwischen Platz 2 und Platz 5 gar nur 1 Punkt.

Bester Mann - Tomas Unger radelte die Strecke hoch und runter und coachte die deutschen Teams - Super!!!

Für den Samstag war dann heftiger Wind gemeldet. Diese Wettermeldung kursierte schon die ganze Woche am Kanal und viele Angler waren mehr mit ihren Wetter-Apps beschäftigt als mit der Vorbereitung der Durchgänge. Alle machten sich Gedanken über den Einsatz von Lutschern und schweren Posen und einer vielleicht kürzeren Angelbahn. Hierbei sollte man wissen, dass der Ruderkanal bei starken Wind eine nicht zu verachtende Strömung entwickelt. Der Wind kam dann, genau wie vorhergesagt, mit 4-5 Windstärken von schräg hinten. Die Strömung war damit nicht besonders stark und es ließen sich Posen von 1-2 Gramm fischen. Zusätzlich zum Wind kühlte die Temperatur allerdings deutlich ab, von über 20 Grad ging es auf knapp über 10 Grad herunter. In Deutschland würden die Fische das Maul zu machen, aber wie reagieren die Karpfen darauf?

Jayson mit seinem Fang vom Sektorensieg

Die Karpfen schien dies nicht zu stören und dazu wurden auf einmal wieder Karauschen gefangen. Die Karauschen ließen sich während der Trainingstage so gut wie gar nicht blicken, jetzt am 2. Wettkampftag waren sie wieder da und das in Größen zwischen 500 und 1000 Gramm. Möglicherweise lag das am sehr bedeckten Himmel, der die sehr scheuen Fische etwas mutiger werden ließ. Es galt also die Fütterung und die Köderpräsentation etwas umzustellen. Während man die Karpfen hauptsächlich auf dem Futter fing, musste man die Karauschen suchen.

Für die deutschen Teams lief der Samstag eher schlecht ab. Das Allianz Team handelte sich 54,5 Punkte ein und rutschte auf Platz 14 ab, die Stipp Profis erwischten einen rabenschwarzen Tag mit 60,5 Punkten, das Maver Team war mit 55 Punkten ebenfalls nicht berauschend unterwegs. Bei uns lief es dagegen etwas besser, nachdem wir letztes Jahr am 2. Tag noch ein Waterloo erlebt hatte, konnten wir in diesem Jahr die Position halten und wurde mit insgesamt 71.5 Punkten 9ter. Die Top 10 waren das heimliche Ziel und wir waren mehr als happy, dass dieses Ziel erreicht wurde.

Die 5 erfolgreichsten Teams der Walterland Masters

Gewonnen hat die Daiwa Walterland Masters das Team Daiwa Walterland, das damit seinen Titel verteidigen konnte. Mit nur einer Platzziffer weniger landete das MMX Team auf Platz 2, weitere 4 Platzziffern schlechter dann das Daiwa Team UK auf Platz 3.

In der Einzelwertung konnte Jayson ein dickes Ausrufezeichen setzen. Mit einer Platzziffer 4 am ersten Tag und einem Sektorensieg am 2. Tag landete Jayson im Endklassement am Ende auf Platz 13 und damit nur 2 Plätze hinter Will Raison. Wer weiß was passiert wäre, wenn Jayson am ersten Tag nicht am falschen Ende des Endsektors E gesessen hätte? Bis zu den Endplätzen hin, hatte Jayson alle Angler in seinem Sektor geschlagen, gegen die bevorteilten Endplätze war dann aber kein Kraut gewachsen. Die ersten drei Plätze der Einzelwertung gingen alle nach Ungarn, Vorjahressieger Steve Ringer war mit Platz 4 bester „Nichtungar". Der Sieg ging an Jozsef Kökeny vom Fix Team, Platz 2 und Platz 3 belegten Laszlo Csillag und Benedek Nagy vom Walterland Team.

Der Einzelsieger der Walterland Masters 2015

Die Walterland Masters 2015 Sind passé und wir freuen uns auf 2016!

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