Die World Pairs 2014 in Irland Teil 2

  • von ct Redaktion
  • 13. August 2015 um 11:00
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Im ersten Teil unseres Berichtes zu den World Pairs in Irland haben wir einen Blick auf die Anreise, die Angelarten, Tackle, Futter und Köder geworfen. Der zweite Teil behandelt die Gewässer und den Wettkampf. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

Werfen wir einen Blick auf die Gewässer des diesjährigen World Pairs. Die Gewässerauswahl wird immer erst einige Tage vor dem World Pairs bekannt gegebenen um den Vorteil der Einheimischen Angler etwas zu begrenzen und die Trainingstage nicht ausufern zu lassen. Nichts desto trotz bestand das Teilnehmerfeld der World Pairs in diesem Jahr zum großen Teil aus alten Irlandkennern, die seit vielen Jahren nach Irland Reisen und eh fast jeden Sektor wie ihre Westentasche kennen. Bei den Gewässern handelt es sich ausschließlich um Naturgewässer und wer auf ausgeglichene Plätze hofft, der sucht sie hier vergebens. Fast jeder Platz hat seine Besonderheiten und wenn man gut ist, dann findet man den Erfolgsschlüssel für seinen Platz. Es ist durchaus üblich, das auf einem Platz die Kopfrute läuft wie verrückt und auf dem Nachbarplatz bekommt man kaum einen Biss. Erklären kann man das nicht, es ist halt einfach so und man fischt dann einfach die Feederrute.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort - Das Losen der Reihenfolge der Sektoren ist entscheidend

Wir gehen die diesjährigen Gewässer nach den einzelnen Countys durch

Drawing Point Ballinamore:

Church Shore: Ein guter Sektor. Auf den Plätzen im Teilsektor 10 – 16 muss man etwas laufen / klettern , ausserdem ist Platz 10 eher flach. Doch ansonsten funktioniert sowohl die Kopfrute als auch die Feederrute gut. Die Feederrrute ist hier im Allgemeinen so um die 35-40m erfolgreich. In diesem Part wurden gute Rotaugen und Hybrids gefangen. Im zweiten Teilsektor sind die Plätze 8 und 9 sehr flach ( leider saß unser Mann auf dem Platz 9 ), hier ist man quasi chancenlos. Auf den anderen Plätzen ist es deutlich tiefer und hier wurde erfolgreich auf Distanzen zwischen 40 und 60m gefeedert.

Connollys Shore: Ein guter, tiefer Sektor. Auf den Außenplätzen ist die Kopfrute gut, ansonsten war Feeder zwischen 40 und 50m angesagt. Normalerweise wird dieser Sektor im Laufe der Veranstaltung immer besser, ausserdem kann man hier fast aus dem Kofferraum angeln.

ein entspannter Uli Prehn auf Conollys Shore

Haughtons Shores: In diesem Jahr ein richtiger sch… Sektor, im Jahr 2013 eine Wucht mit Gewichten von 40 Kilogramm. Die Kopfrute geht nur auf ein paar Plätzen in der Mitte. Ansonsten war Weitenjagd auf ein paar Rotaugen angesagt. Wer hier 3 Kilo fangen konnte, der war ein sehr guter und glücklicher Angler. Bei Wind und etwas Regen kommen die Fische aber in das flache Wasser auf Kopfrutendistanz und lassen Anglerherzen höher schlagen. Angeln aus dem Kofferraum

Kiltybarden: Ganz ok, auch wenn von den Plätzen sehr unterschiedlich. Auf einigen Plätzen funktioniert die Whip ganz brauchbar, auf anderen Plätzen war die Feeder ein Muss

Bob Nudd am Ross Scur

Scur „Pumphouse": Ein brauchbarer Sektor. Hier scheint das kurze, schnelle Fischen auf der Whip gut zu sein. Es konnten Gewichte von über 20 Kilo auf einem 4 teiligen Kit gefangen werden. Ausserdem kommt man mit einer 16m Kopfrute hinter eine markante Kante und kann dort gut Skimmer fangen. Feeder auf 35-40m ist auch ok.

 

Drawing Point Ballyconell

Brackley: Dieses Gewässer hat besonders unter dem guten Wetter gelitten, nach guten Fängen an Tag 1, brach das Gewässer eher zusammen. Feedern in der Ferne konnte der Schlüssel zum Erfolg sein

Bunerky: Ein brauchbarer Sektor. An manchen Plätzen ließen sich 10 Kilo mit der Kopfrute fangen, die Feeder ging fast überall. Der Untergrund ist allerdings problematisch, wir verloren hier auf einem Platz 30 Vorfächer, diverse Montagen und viel Fisch während eines Durchgangs. Im Nachhinein haben wir erfahren, das bei einem solch scharfkantigen Untergrund ein Windowsfeeder deutlich besser war, ausserdem war es wichtig, das der Korb KEINEN Zentimeter bewegt wurde Die ersten Plätze waren gut für die Kopfrute, die hinteren Plätze schienen besser für die Feeder zu sein. Hier musste man sich entscheiden zwischen Rotaugenfeedern auf circa 35m oder das Fischen auf grössere Fische hinter einer Kante auf vielleicht 45m.

10 kg, überwiegend mit der Kopfrute am ersten Festivaltag - der Auftakt passte

Drawing Point Enniskillen

Crom Lake: Weit zu fahren, der schönste Sektor, tiefes Wasser und am ersten Tag gute Fänge. Danach war der Sektor total Mist und es gab Fanggewichte von unter einem Kilo. Dieses Gewässer wird 2015 nicht mehr gefischt!

Crom River: Schwer zu finden ( ACHUNG Navi Falle!), vom Angeln aber gut. Der Sektor ist nur 60m breit, dafür sehr tief. Whip, Pole und Feeder, hier ging alles, man musste es nur richtig einsetzen. Die Fanggewichte waren nicht besonders hoch, dafür aber konstant. Dieses Gewässer wird 2015 nicht mehr gefischt!

der Sektor Airport

Airport: Ein sehr schwieriges Gewässer. Auf 40m war ein Kante, hinter der Kante standen die Hechte, auf der Kante gab es Muscheln und vor der Kante Kraut. Es war nicht das Problem einen guten Fisch zu haken, es war das Problem ihn heraus zu bekommen.

Der Platz von Goldhändchen Jayson auf den Jettys

Killadeas: Ein eher unfairer, aber teilweiser sehr guter Sektor. Eine kleine Besonderheit war der Punkt, dass man per Boot zu seinem Angelplatz gebracht wird – eine wirklich coole Geschichte. Im Sektor gibt es Jettys, das sind Schwimmpontons, wenn man auf diesen Pontons sitzt, kann man Kopfrute oder gar Whip angeln und sitzt fast über dem Fisch. Sitzt man nicht auf den Pontons, empfiehlt es sich auf Platz 1 oder 2 zu sitzen. Hier konnte man gute Gewichte an Hybrids machen.

Horse Island im Morgennebel

Horse Island: Ein neuer Sektor, den keiner kannte. Dieser Sektor liegt auf einer Insel und man wird per Boot zum Sektor gebracht – wieder sehr cool. Auf den hohen Nummern ging in diesem Jahr die Kopfrute, auf den niedrigen Nummern nicht. Anfangs bissen die Fische auf circa 40m zum Ende hin musste man auf 50-80m angeln. Insgesamt ein guter Sektor.

Ross Lough: Auch genannt das Modderloch. Dieser See ist eigentlich eine Zumutung, man muss sehr weit laufen, der Untergrund besteht aus Moor, so dass man teilweise bis zu den Hüften im Morast versank. Dazu ist der See zwischen 30cm und 50cm tief und die Hechte wüten auf dem Angelplatz. Allerdings war der See in den letzten Jahren für hervorragende Gewichte gut. In diesem Jahr war es allerdings gerade zu Beginn sehr, sehr mau. Zum Ende hin und auf den richtigen Plätzen ( hohe Platzziffern ) konnten dann teilweise Gewichte von knapp über 10 Kilogramm gefangen werden. Für dieses Gewässer sollte man übrigens eine Matchrute im Futterral haben. Unser Angler hatte im Durchgang übrigens bemerkenswerte 7 Hechtattacken auf seine Rotaugen!

Man musste sich auf das Schilf setzen um zu angeln, daneben versank man.

Dieses Jahr war sicherlich nicht sehr aussagefähig was die Performance der Gewässer betrifft, das Wasser war sehr klar, die Sonne schien unentwegt und es wehte kein Wind. Dies trieb die Fische von der Kopfrutenbahn, so dass das Feederfischen absolut dominierte. Allerdings war es immer ein Fehler, wenn man die Kopfrute nicht aufbaute.

Noch einmal kurz zu den Angeltechniken und was es unserer Meinung nach zu beachten gibt.

Feederrute: Auch wenn es in Irland viele Fische gibt, ist die Präzision beim Feedern unerlässlich. Auch das Verwerten der schnellen Rotaugenbisse ist für einen ungeübten Feederangler nicht ganz einfach. Sind die Hybrids auf dem Platz, muss man sich um das Anschlagen keine sorgen machen, hier gilt es nur die Rute gut festzuhalten, die die Hybrids reißen die Rute gerne mal aus der Ablage. Vorfachlängen bewegen sich zwischen 70cm und 200cm, bei den Hakengrößen dominieren eher große Haken, 12er Haken sind eher die Regel als die Ausnahme, man trifft dazu noch deutlich öfter auf einen 10er Greifer als auf eine 16er Nadel. Feederkörbe… Die Window Feeder von Browning sind in Irland sehr populär, denn mit Ihnen kann man Caster pur ausbringen und somit die Hybrids anlocken. Hybrids „meiden" im Allgemeinen Futterplätze mit einem zu hohen Futteranteil, von daher der Window Feeder. Sind die Rotaugen oder auch Brassen am Platz, dann ist Futter durchaus gewünscht und auch von den Fischen gefordert. Teilweise muss während des Angelns die Distanz gewechselt werden, zu viele Wechsel können die Fische aber zu weit verstreuen.

Kopfrute: Sollte, wann immer es der Wind zulässt, aufgebaut werden. Der Platz der Kopfrute wird meist zu Beginn mit 6 Apfelsinen mit einem ordentlichen Anteil an Castern befüttert. Danach wird der Platz im Allgemeinen nur noch mit losen Castern befüttert. Je länger man mit dem Fischen wartete, desto größer ist die Chance das ein Schwarm Fische auf dem Platz steht und gierig frisst. Meistens probiert man nach circa 60-90 Minuten den Platz befischen. Ist der Fisch da, fischt man weiter, ist der Fisch weg, greift man wieder zur Feederrute und befüttert den Kopfrutenplatz weiter mit der Madenschleuder, bzw. setzt einen Ball mit Futter nach. Sind massiv Rotaugen am Platz, kann es auch sinnvoll sein, während der Fangphasen einen Futterballen mit Castern nachzusetzen. Die Hybrids stehen gerne über dem Grund, von daher sollte man sie dort auch suchen. Bei den Gummis setzten wir auf 1,0mm Gummis über 3 Teile, die Einheimischen nutzen gerne Double Elastiks der Stärke 3-5.

Jayson konnte auch oft die Kopfrute angeln

Die Pairs liefen für unsere beiden Teams eher mau ab, wann immer wir mit der Kopfrute fischen konnten, waren wir brauchbar dabei, wenn es an die Feederruten ging, dann sind wir regelmäßig untergegangen. Richtig gut waren aber die Browning Jungs mit Rüdiger Hansen, Thorsten Beil, Michael Peter und Uli Prehn aus Schleswig Holstein, die oft in unseren Sektoren saßen und diese regelmäßig gewinnen konnten. Jungs ihr habt die deutsche Fahne sehr hoch gehalten. Wirklich super gemacht, ihr habt unseren Respekt und auch den Respekt der britischen Angler aus unseren Sektoren! Als Zeichen des englischen Sportsgeistes kam bei der Abschlussveranstaltung die britische Legende Tom Pickerung an den Tisch von Rüdiger Hansen und gratulierte diesem, nachdem Rüdiger ihm 5 Mal den Hintern versohlt hatte. Für die Angler die Tom Pickering nicht kennen, Tom ist eine Legende in England und unter anderem Trainer des englischen Feedernationateams. 

Viel Angeln und abends ist immer noch Zeit für ein Bier, denn Futter braucht man wenig und die Köder gibt es morgens bei der Verlosung
Sicherlich können deutsche Allroundangler die ihren Schwerpunkt klar auf dem Feedern haben, bei den World Pairs für eine Überraschung sorgen, dazu brauchen sie aber auf jeden Fall die richtige Drawing Rotation und das nötige Platzglück. Man misst sich bei den World Pairs mit den besten Feederanglern der Welt, noch dazu sind diese Angler auch an der Kopfrute richtig, richtig gut! Es kann halt nur ein Pair das Event gewinnen und es ist extrem schwer und fasst unmöglich die starken britischen Teams zu schlagen, von daher empfehlen wir den Anglern Ihren Fokus auf die unglaubliche Natur, das tolle Miteinander, die fast perfekte Organisation zu legen und ganz nebenbei die Chance auf den Fang Ihre Lebens zu haben.

Die Besten der Guten

In Irland haben Matchangler einen unglaublich hohen Stellenwert, hier ziehen Verband und Gesetzesgeber an einem Strang für die Angler und man hat niemals das Gefühl kriminalisiert zu werden, wie es in unserem Land der Fall ist. Es ist immer schwer und vollkommen subjektiv ein Fazit zu ziehen, aber unserer Meinung nach sollte jeder ambitionierte Matchangler einmal an einem irischen Festival teilnehmen, danach kann jeder selber entscheiden ob es ihm gefällt oder nicht, aber probieren muss man es eigentlich.

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