Walterland Masters 2016 - der Bericht

  • von ct Redaktion
  • 21. April 2016 um 16:00
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Das Walterland Masters war schon in der ersten Ausgabe 2011 ein super Event, die 6. Ausgabe in diesem Jahr war dann allerdings die Spitze der Verbesserungen. Warum dies?

  1. tolle Strecke

  2. unglaubliche Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft

  3. eine tolle Angelei

  4. perfekte Organisation

  5. und in diesem Jahr auch ein unglaubliches Teilnehmerfeld

2016 war geprägt von einem sehr starken Teilnehmerfeld

Punkt 1-4 war schon immer so, das Teilnehmerfeld in diesem Jahr war aber unglaublich und sucht sicherlich seinesgleichen außerhalb der Welt- und Europameisterschaften. In diesem Jahr waren diverse Weltmeister, Europameister und Club Weltmeister am Start. Hier ein paar Namen: 

Will Raison, Steve Ringer, Tamas Walter, Attila Erdei, Yuri Siptsov, Igor Potapov, Steffi Schmidt, Diego da Silva, die Konopasek Brüder, Giles Caudin, Mike Thinnes, viele Jugendweltmeister und dazu noch diverse Europameister im Team aus Tschechien,der Slowakei, Ungarn usw. usw. usw.

Weltmeister Yuri Siptsov


In diesem Jahr begann das Training für das Walterland Masters schon am Montag, am Samstag und Sonntag vor dem Trainingsstart war ein Feederwettkampf auf der Strecke, der Parcours also schon gleichmäßig vorgefüttert.

War es in den letzten Jahren immer so, dass der Trainingsstart sehr schwierig war, so ging es in diesem Jahr wirklich erstaunlich gut los. Gewichte von über 10 Kilogramm waren die Regel und Spitzengewichte von über 20 Kilogramm brachten die Augen der Angler zum leuchten. Wenn das Gummi beim ersten guten Karpfen aus der Rute schießt, dann ist Adrenalin pur angesagt und es ist jedes Mal ein Kampf auf Messersschneide, wer die Oberhand behält.

Die kampfstarken Fischen am Ruderkanal verlangen Gerät und Angler alles ab


Der Hauptfisch am Montag war allerdings die Karausche und die in Gewichten bis über 1 Kilogramm - wirklich tolle Fische! Dazu noch dicke Karpfen und auch die Brassen werden in jedem Jahr größer. Am Ende des Trainingstages 1 füllten alle Angler ihre Köderbestände auf um für die kommenden Tage gerüstet zu sein, denn das Wetter wurde auch immer besser, Temperaturen über 25° Celsius waren für dei nächsten Tage angesagt.

Dann kam der Dienstag und die Teilnehmer brachten ordentlich „Material“ auf die Futterplätze. Der Durchgang begann und es tat sich erstmal nix. Kurzum, das Fischen am Dienstag war zäh und so sollte es auch bis zum Donnerstag und damit zum Ende des offiziellen Trainings bleiben. Saß man nicht in den richtigen Bereichen der Strecke, dann waren 10 Kilogramm ein gutes Gewicht. Es ging also darum die richtige Taktik über die Tage zu finden.

Karauschen bis über 1 Kilogramm, tolle und sehr vorsichtige Fische


Welche grundsätzlichen Fragen stellten sich für die Teams?

  • Angel und Futterdistanz

  • Startfütterung

  • Nachfütterung

  • Köderpräsentation

Es gibt unendlich viele Fehler, die man machen kann und es gibt fast genauso viele Wege mit denen man seinen Sektor in Szeged gewinnen kann. Sicherlich denken jetzt einige Leser, dass wir unsere Erkenntnisse der letzten Jahre nicht Preis geben wollen, aber dem ist nicht so! Ein kleines Beispiel. In den Trainingsdurchgängen waren Jayson und Henric immer vorne dabei und jeder der beiden hat einen grundsätzlich anderen Ansatz gewählt. Henric füttert immer eher sparsam und Jayson lädt tendenziell immer „ordentlich durch“, trotzdem fangen beide im Training immer ganz ordentlich. Wie ist das zu erklären? Angeln ist keine Mathematik, wir können also keine „richtige“ Antwort geben, wir denken aber, dass beide ihren Platz entsprechend der Fütterung beangeln und auch nachfüttern.

Im Training waren die Netze noch ganz ordentlich gefüllt
Bis zum Donnerstag haben wir als Team keine eindeutige Taktik gefunden und das ist sicherlich etwas, was uns das Milo Team aus Österreich voraus hat. Dieses Team hat etwas herausgefunden und ist jetzt seit 2 Jahren extrem erfolgreich in Szeged. Trotzdem haben wir eine „Idee“ und diese Idee ist bei den richtigen Plätzen in den Außensektoren gut genug für die „Top 10“ in diesem extrem starken Teilnehmerfeld und dies ist für uns ein Riesenerfolg. Nach unseren Kenntnisstand fischen übrigens auch das Team Daiwa Walterland und das Team Daiwa UK eine unterschiedliche Taktik und beide Teams wissen genau was sie tun!

Will Raison, der wahrscheinlich beste Angler der Welt


Wie sah unsere Taktik für die Trainingstage aus?

 Am Montag haben wir uns eingeangelt, jeder sollte sich wieder mit der Strecke vertraut gemacht, jeder mit seinen Ideen ans Werk gehen, um dann daraus für den Dienstag erste Schlüsse zu ziehen und ein Teamtraining zu organisieren.

Am Dienstag haben wir aufgrund der Ergebnisse vom Montag den Köderanteil sehr hoch angesetzt und waren uns am Ende des Dienstags sicher, das wir mit dieser Taktik keinen Erfolg haben würden. 

Mittwoch: 2 Angler haben auf 13m gefüttert und auf dem Futter geangelt, die anderen 3 Angler haben auf 12m Futter gefüttert und auf 13m geangelt - Ergebnis auf dem Futter zu angeln bringt nur eine Unmenge von Katzenwelsen. 

Donnerstag: Alle haben auf 12m gefüttert, 3 Angler haben dazu Lehmbälle auf 13m gecuppt und auf den Bällen geangelt. 2 Angler haben „pur“ hinter dem Futter geangelt - hier gab es dann schon kein eindeutiges Ergebnis mehr. Wer mit der richtigen Köderpräsentation geangelt hat, der hat besser gefangen als der, der den Köder nicht „richtig“ angeboten hat. Die „richtige“ Köderpräsentation können wir übrigens nicht erklären, am besten man fährt nach Ungarn und stellt sich hinter Jayson oder Henric, besser natürlich noch hinter Will Raison oder Laszlo Cszillag.

Freitag: hier ging es nur noch um die Köder und die Art des Nachfütterns. Wann fütterte man das erste Mal nach, „was“ fütterte man „wann“ in welchen Mengen nach? Fütterte man kleine Mücken oder große Mücken nach? Futterte man Futter auf der 12m Bahn nach, was war mit Castern und Mais?

Futter und Köder - eine der Kernfragen
Wie würden wir die Durchgänge jetzt angeln? 

Wir wollten auf die 12m Bahn 4 Bälle Futter werfen, damit standen wir ziemlich alleine da, aber wir hatten das Gefühl, das dies schnell den Fisch zu uns brachte. Auch nach den Durchgängen hatten wir nicht das Gefühl, das wir damit etwas falsch gemacht hatten. Wir cuppten danach je nach Sektor 8-16 Bälle auf die 12m Bahn, diese Bälle versetzten wir mit unterschiedlich vielen Ködern, jeder änderte die Zusammensetzung nach eigenem Gusto etwas ab. Dann cuppten wir noch 3 Bälle Lehm mit Mückenlarven auf die 13m Bahn, dazu noch etwas losen Mais und das Angeln konnte beginnen. 

Die Durchgänge:

Der Kanal war in diesem Jahr nicht so fair wie in den anderen Jahren, auf das „Warum“ kommen wir am Ende des Berichtes. Aus diesem Grund war es wichtig, das man in den Aussensektoren „richtig“ saß und man auch in den mittleren Sektoren eher im „guten, fischreichen Bereich“ saß. Im A- Sektor hatten wir einen guten Platz gezogen, wir saßen im A2 Sektor nicht weit weg von Steve Ringer und konnten am Ende mit einem 6. Platz zufrieden sein. Wir hatten etwas Pech, denn ein Karpfen der 2 Kilo Klasse konnte leider erst 30 Sekunden nach dem Schlusspfiff eingekeschert werden. Am Ende war Platz 6 ok. Um ein Bild über das Teilnehmerfeld zu geben, in diesem 18er Sektor saßen 3 Weltmeister (Potapov, Ringer und Walter), 1 Europameister (da Silva) und mindestens 2 Europameister mit ihren Mannschaften (Tschechien und Slowakei). 

Sektor B: hier hatten wir einen wirklich miesen Start und konnten uns mit einer unglaublich guten letzten Stunde auf den 11. Platz retten. Sicherlich auch ein Vorteil unserer Taktik, die Taktik erlaubt es uns immer flexibel auf den Platz zu reagieren. 

Steffi Schmidt angelte am ersten Tag im B Sektor
Sektor C: Hier hat unserer Karpfengott Jayson gezeigt was er kann und einen super 2. Platz geangelt. Jayson ist eine Waffe in Szeged und hat sich den Respekt vieler Topleute redlich verdient. Man guckt was Jayson macht, sicherlich ein Riesenkompliment für Jayson. Jaysons Stil lässt sich übrigens von niemanden kopieren, jedem dem wir erzählen wie Jayson seine Fische fängt guckt uns irritiert an und und denkt wahrscheinlich insgeheim, das wir ihm Blödsinn erzählen. 

Sektor D: Hier hatten wir keinen guten Platz und saßen am Ende des Sektors neben dem Turm (dort verläuft ein Unterwasserkabel zur Versorgung des Turmes und der Platz ist flacher) und waren im „Kopf an Kopf Rennen“ mit unserem Freund Alex Gavan aus Rumänien, der allerdings schon im E Sektor saß. Am Ende hatte Alex den Kopf um 300 Gramm vorne und machte eine starke 3 im E Sektor, für uns reichte es nur zu einer 8 im Sektor D. Unser anderer Nachbar war kein anderer als die Legende und Weltmeister Attila Erdei, der mit 800 Gramm weniger das Match beendete. Laszlo Czsillag wurde mit 15 kg zweiter, da sein Nachbar einen 6 kg Grasfisch fing und Rene Bredereck angelte mit 11 kg eine starke 3.

Rene Bredereck bei seiner ersten Teilnahme bei den Walterland Masters


Sektor E: hier lief es gar nicht für uns... Egal was wir machten, es gab keine positive Resonanz der Fische und wir fingen uns eine 16 ein. Was ein Sch....., solch ein Ergebnis ärgert jeden der für seine Mannschaft alles gibt. 1 bis 2 Karpfen kann und muss man pro Durchgang ans Band bekommen, sonst sieht es meist düster aus und hier ging heute leider nichts.

Wir lagen nach Tag 1 immer noch in Schlagweite zu unserem Ziel den Top 10. Wir waren motiviert und waren heiß auf den Samstag. Das Losfee war uns dann aber nicht gütlich gestimmt. Im A Sektor saßen wir in einem schlechten Bereich und im E Sektor saßen wir richtig mies. Aber alles muss erst einmal geangelt werden.

Der Aufbau begann und der Wind wurde immer stärker, circa 1 Stunde vor dem Angeln konnte man eine 1,5 Gramm Pose problemlos angeln, beim Fischen selber standen dann 3 Gramm schräg im Wasser.

Am Samstag war Angeln in den Wellen angesagt 

Kurzum, der Samstag wurde zum Debakel für uns, bis auf den winderprobten norddeutschen Jung Borchi kam das Team mit dem böigen, starken Wind überhaupt nicht zurecht. Wir fuhren fast ausnahmslos richtige Horrorergebnisse ein und es katapultierte uns im Klassement nach hinten. Übrigens ging es auch Weltklasseanglern wie Will Raison nicht anders.

Ein paar Worte zum Tackle... Bei einem Teilnehmerfeld wie diesem, muss das Gerät passen. Die Ruten sollten mindestens 12,8m lang sein, man sollte 4 Kits mit blauen Hydros (oder vergleichbar) besitzen, das Cuppingkit sollte die gleiche Länge wir die Kits haben (Präzision ist wichtig). Die Haken müssen passen, stabile Haken (Kamasan B560,Sensas 3080) der Größe 14-18 sollten an Vorfächer zwischen 11 und 16 gebunden sein. Die Posen zwischen 1 und 4 Gramm sollten sehr sauber ausgebleit sein (Karauschenbisse können einen wahnsinnig machen). Wer seine deutsche Mückenphobie ausleben will, der braucht erst gar nicht an den Kanal zu fahren. Beim Futter setzen viele Angler auf Turbo schwarz oder Sensas Carp Black. 

Zu dem Event: Der Kanal ist mit 36 Mannschaften komplett voll, der Veranstalter hatte Anfragen von über 50 Teams, es gab also 14 Absagen. Die Nachfrage nach dem Event ist also gross und wird sicherlich nicht kleiner, es gilt also, „wer sich nicht benimmt oder sich unsportlich verhält, der ist im nächsten Jahr nicht dabei“. Wenn man sich allerdings an diese einfachen und eigentlich selbstverständlichen Regeln hält, dem wird immer geholfen und das in einer unglaublich freundlichen Art und Weise. Angler wie Will Raison, Steve Ringer und Laszlo Csillag sind echte Gentleman und bereit jedem Angler auf die Sprünge zu helfen. Tamas Walter ist sich nicht zu schade das „Mädchen für alles“ zu machen. Tibor Ambrus lieferten einen perfekten Köderservice ab und das zu fairen Preisen.

Tamas Walter, ein perfekter Organisator 

Was wird nächstes Jahr anders sein? Wie im Bericht schon geschrieben, war die Strecke in diesem Jahr nicht so fair wie in den anderen Jahren. Dies hängt damit zusammen, das direkt vor dem Walterland Cup ein Feedercup über 2 Tage an der Strecke war, auch für diesen Cup haben die Angler vorher trainiert. Die Strecke stand also am Ende für fast 10 Tage unter Futter und die Fische waren „satt“, es gab keinen Trigger für die Fische umherzuziehen, ganz im Gegenteil, die Fische suchten sich immer einen Bereich von 3-5 Plätzen aus und blieben hier. Vor dem Walterland Cup 2017 wird es keinen Feederwettkampf geben, die Strecke sollte damit etwas fairer sein. Der Termin für 2017 steht übrigens auch, am 7. und 8. April wird das 7. Walterland Masters gefischt.

Die Mannschaftswertung wurde "etwas" überraschend vom Team Triple A Milo Austria mit der PLZ 47 gewonnen, gefolgt von dem Team Matchfishing Bulgaria mit 48 Punkten und dem Timar Mix Team mit 52 Punkten. Mit etwas Abstand folgten dann die beiden favorisierten Daiwa Teams von Walterland und Daiwa UK.

Teamsieger Triple A Milo


In der Einzelwertung gewann Laszlo Csillag mit der Plz 3 und 35.770 Gramm Gesamtgewicht vor dem Weltmeister Yuri Siptsov mit ebenfalls der Plz 3 und 30.000 Gramm. Platz 3 ging mit ebenfalls der Plz 3 und 26.490 Gramm an Ivalyo Hristov aus Bulgarien.

Einzelsieger Lazlo Csillag


Kommen wir kurz zu den besten deutschen Teams und Anglern. Die Stipp Profi angelte sich mit einem starken 2. Tag noch auf den 11. Platz in der Gesamtwertung vor, es golgte auf Platz 19 das Team Brandenburg, vor dem Allianz Team auf Platz 22, dann das Champions Team auf 24 und das Team Maver Germany auf Platz 34.

In der Einzelwertung lieferte Denis Vogel mit der Platzziffer 5 und dem Gesamtplatz 10 das bisher beste deutsche Resultat in Szeged ab und Rainer Wenzel konnte seinen Sektor am Samstag gewinnen. Herzlichen Glückwunsch dazu an Rainer und Denis!

Mannschaftsergebnisse

Einzelergebnisse

 

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