Week of Viking - Angelurlaub in Dänemark

  • von Andy Lutz
  • 25. Juni 2018 um 10:30
  • 0

Ein Angelurlaub in Dänemark, wer träumt davon nicht? Benjamin Schröder und ich (Andy Lutz) haben uns diesen Spass gegönnt. Unser Ziel sollte ein von Geert Pakvis organisiertes Festival sein, genauer gesagt die Woche der Wikinger in Ishoj, ca. 25 km von Kopenhagen entfernt. Im Folgenden versuche ich euch ein wenig über unsere Abenteuerreise zu berichten. Wie wir uns vorbereitet haben, mit welchen Informationen wir angereist sind und wie wir unsere Taktik vor Ort komplett umwerfen mussten. Viel Spaß dabei!

Die Vorbereitung

Wir erfuhren von einem 4-Tägigen Fischen am Jagerso inkl. 1 Vorwettkampftag. Brassen und Rotaugen in Massen war der Slogan der Veranstaltung. Wir wollten dies unbedingt miterleben, da dort bis jetzt nur kleine, lokale Veranstaltungen ausgetragen worden sind und meldeten uns prompt mit 3 weiteren deutschen Koppeln an.

Nach dem Buchen der Fähre, begann der schwerste Teil und zwar das Beschaffen der Infos. Wir erstellten eine kleine Checkliste die wir über mehrere Quellen abarbeiteten. Google maps, Facebook, YouTube und ganz besonders die Dänischen Angler halfen uns sofort sowohl mit ehrlichen als auch verlässlichen Infos aus. Wir wussten wie das Gewässer aussieht und das dort grosse Brassen sind, aber auch viele Rotaugen. Lang Lang und Feeder waren in vielen Videos zu sehen. Wir entschieden uns im Vorweg gezielt auf die Brassen zu feedern, da wir davon ausgehen konnten, dass wenn wir einige Brassen fangen können, ordentlich Gewicht zusammenkommen kann. Teilweise wurden Brassen von 3kg + gefangen. Wir entschieden uns jeder je 2 Matrix XS slim in 3.5m , 2 XC class in 3,8m und 2 XD class in 4 m mitzunehmen. Damit könnten wir von 15 bis 100m alles abdecken. Benny nahm seine Kopfrute mit und lieh sich 2 7m Lang Lang Ruten aus und eine 10 m Steckrute zum Lang Lang fischen bekam ich noch organisiert. Beim Futter machten wir keine Kompromisse und entschieden uns für 2 Sorten der Firma HJG Drescher aus der TK Range. Für die großen Rotaugen der Active mix und für die Brassen sollte es Heavy Bream sein. Beide Futtersorten mischten wir mit 2 Kappen Lebkuchenaroma und 10 % bzw. 20% Hanf im Rotaugenmix an. Unsere Köder bestellten wir bei Geert Pakvis und Angelsport Giermann: 16 kg Wurm, 2 l rote Maden(in Dänemark erlaubt), 4 l weiße Maden, 2 l Pinkis, 20 l Caster und 2 kg aufgekochter Hanf sollten wohl ausreichen dachten wir uns. Nun begannen Qualvolle Wochen und Monate, bis wir uns endlich morgens an der Fähre trafen.

Ankunft und 1. Trainingstag

Gespannt wie 2 Flitzebögen standen wir auf der Fähre Richtung Rodby und träumten schon von den Brassenschwärmen, tranken den teuersten Kaffee auf der gesamten Ostsee und entspannten anschließend bei einem Frühstück mit Meerblick. Von Rodby ging es dann knapp 1.5 h nach Koge in unsere Unterkunft um schon mal ein wenig Tackle abzuladen. Zusammen mit dem Koppel Jan Seipel/Olli Fuhrmann ging es dann weiter ans Wasser zum 1. Training. Wir bauten unsere Kiepen auf der Plattform im Wasser auf und loteten das Gewässer bis 100m Entfernung aus. Wir entschieden uns in Absprache mit Jan und Olli die 7 m Lang Lang und 3 Spuren Feeder zu fischen. Um ehrlich zu sein. Nicht ein einziger Biss bei uns 4 stimmte uns nicht grad zuversichtlich für die nächsten Tage.     

Vorwettkampf PVDW Hardcore Cup

19 Teams aus Holland, Dänemark, Schweden und Deutschland trafen sich zum Losen auf dem nahegelegenen Campingplatz Tangeloppen. Am heutigen Tage war die gesamte Strecke ein Sektor, also jeder gegen jeden. Wir losten unseren Trainingsplatz vom Vortag und waren nicht grad optimistisch. Wir entschieden uns die kurze Spur zu feedern auf 32 m und  mit der 7 m Auf Rotaugen zu gehen. Wir konnten einige wichtige Infos sammeln, da diesen Tag tatsächlich einige Rotaugen bissen. Wie im Training gab es auf die Feeder nicht einen einzigen Biss. Es war klar abzusehen das die nächsten Tage die Lang Lang dominieren wird. Mit knapp unter 5 kg Rotaugen belegten wir den 7. Platz von 19 Teilnehmern. Nun galt es das erlebte bestmöglich für die nächsten Tage zu nutzten und in der Unterkunft Montagen für die Lang Lang zu basteln.

1. Wettkampftag

Für die 3 Tage Week of viking ging es auf Gesamtgewicht und die Strecke wurde in 3 Sektoren unterteilt A 2 bis 7, B 8 bis 13 und C 14 bis 19. Um eine gewisse Fairness zu gewehrleisten, sollte jedes Koppel den Sektor am nächsten Tag aufrücken. Da wir C 18 zogen mussten wir die nächsten Tage zuerst nach A und dann nach B. Wir bauten die Feederrute gar nicht erst auf und konzentrierten uns von Anfang an beide auf die Rotaugen. Wir fanden schnell unseren Rhythmus und konnten knappe 24 kg Rotaugen nach 5 h Angelzeit vorweisen und mussten uns den Lokalmatadoren auf dem Endplatz sowie Rob Jansen und seinem Partner knapp Geschlagen geben. Durch einige Umstellungen während des Angelns konnten wir eine starke Schlussphase hinlegen und waren sehr zuverlässig und meinten zu verstehen wie die Rotaugen zu befüttern sind. Lose Bälle mit geschnittenen Würmern, Mais, Castern, Maden und Hanf und ab und zu Geschossene Caster oder Hanf gaben uns ein gutes Gefühl.

2. Wettkampftag

Nun war ich dran mit Losen. Auf Nachfrage bekam ich zu hören ich solle doch bitte die A 2 ziehen, was ich zum Glück auch tat. Starker auflandiger Wind und trübes Wasser stimmten uns froh. Das Startsignal ertönte und Benny legte los wie die Feuerwehr. Die Rotaugen flogen aus dem Wasser und nach 3 h kam das 2. Netz hinzu. Bester Köder waren 2 bis 3 Caster oder 3 Maden. Wir konnten mit der 7m Lang Lang und 9m verkürzt 40 kg Rotaugen einnetzten, was uns nicht nur Sektoren- , sondern auch den Tagessieg einfuhr.

Nach dem 2. Tag rutschten wir von Platz 11 in der Gesamtwertung auf Platz 2 hoch, allerdings mit 30 kg Differenz zum Erstplaziertem Koppel. Es galt den 2. Platz zu verteidigen und im B Sektor am besten von Platz 10 bis 13 zu sitzen. Dort kamen die besten Gewichte.

3. Wettkampftag

Als ich zum Losen herantrat, wusste ich das uns ein schlechtes Los weit nach hinten katapultieren konnte und umso glücklicher waren wir als ich die B 11 zog. Wir bauten den Platz heute mit allem auf was wir noch über hatten. 7 m, 9m ,10m und 13 m Lagen bereit. Das Startsignal ertönte und wir fanden sofort unseren Rhythmus und fingen teilweise 6 Fische die Minute im Koppel. Wir waren so im Tunnel, das wir teilweise gar nicht miteinander reden mussten um zu wissen wer was zu tun hat. Es passte alles und so konnten wir ca. 3.5 h fangen bis der Platz schließlich komplett zusammenbrach und um jeden Fisch gekämpft werden musste. Teilweise wollten die Rotaugen dann ein oder 2 kleine Würmer auf den Grund aufgelegt haben. Am Ende waren es dann 36 kg und die 2 im Sektor und das 2. Höchste Gewicht des Tages. Somit konnten wir den 2. Platz in der Gesamtwertung mit knapp über 100 kg Rotaugen in 3 Tagen verteidigen. Ein absoluter Traum.

Wir empfanden es als sehr wichtig den Platz so aufzubauen, dass man einen schnellen Bewegungsablauf realisieren kann. Alle Köder müssen ohne hinzugucken griffbereit sein. Verwicklungsfreie Montagen und genug Ersatz um bei tatsächlichem Bruch schnell wieder Einsatzbereit zu sein, all dies spart hier und da eine Sekunde und am Ende ist das beim Koppeln mal schnell 2 oder gar mehr Kilo Vorsprung. Wir waren sehr begeistert wie gut die Stimmung untereinander war, obwohl man sich kaum kannte und fast nur auf Englisch kommuniziert hat. Es war für uns alle ein Abenteuer tagelang Tackle durch bis zu 25 m breite Schilfgürtel zu schleppen und mit der 7 m Lang Lang in nicht mal 2m tiefem Wasser Rotaugen zu fangen und das Massenhaft.

Am Ende sind wir eigentlich ganz froh, dass die Brassen keine so große Rolle gespielt haben und wir beweisen konnten, dass wir Deutschen sehr anpassungsfähig sein können und mittlerweile überall ein Wörtchen mitreden können. Ich denke in Zukunft werden wir noch viele Abenteuer erleben, aber Dänemark werden Benny und ich wohl niemals vergessen. Gemeldet für 2019? Check!!

Werbepartner