InterPole am Julianakanal 2020

  • von Dieter Liebert
  • 17. Oktober 2020 um 08:50
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Corona – Problem oder Chance – so könnte man die Aufgabenstellung zur diesjährigen Auflage der allseits bekannten internationalen Angelveranstaltung InterPole wohl überschreiben, denn sicherlich stehen auch wir Angler in der Pflicht, wenn es um die Bekämpfung von Covid19 geht. Als Folge dieses Umstands gabs in diesem Jahr bei der IPole ein eher kleines aber mit Anglern aus 5 Nationen nach wie vor extrem internationales Feld, das sich erneut am letzten Septemberwochenende nahe der deutsch holländischen Grenze bei Aachen eintraf.  Der Julianakanal, mittlerweile „Heimatgewässer“ der IPole, hat sich angesichts seiner geographischen Lage als auch bezüglich der schleusen bedingten Strömungs- und Wasserstandschwankungen und den sich daraus ergebenden Herausforderungen mehr denn bewährt. Zweifelsfrei gehört er zu den „man hasst ihn oder man liebt ihn“ Gewässern – oder – mit einem Augenzwinkern, frei nach dem Filmklassiker Pretty Woman:

„Wenn sie den Julianakanal lieben, dann ist es für immer. Die andern tun mir leid. Denn das Stippen wird nie ein Teil ihrer Seele werden.“

Zurück zur Realität 2020 - zum Einsatz kommen bei der IPole ausschließlich unberingte Stippruten (Pole) – die Rutenlänge muss min 9,50 m betragen (max. 13,00 m - also kein Speedfischen mit „3,00 m Dachlatten“ auf Grundeln) - Mückenlarven bleiben sowohl im Futter als auch am Haken außen vor. Alle weiteren Regeln entsprechen weitestgehend gängigen Standards. Köder- und Buchungsservice für eine Unterkunft sowie ein Infoblatt zu den „Essentials“ der Angelei am Julianakanal über das ausrichtende van den Eynde Team Germany sowie den örtlichen Fachhandel (BOKOI Hengelsport) verstehen sich seit Jahren als IPole-Standard.

Das aktuelle Programm sah erstmals zwei unmittelbar aufeinander folgende 2-Tages Veranstaltungen vor, wobei den Teilnehmern freistand, das komplette Programm oder nur eine Veranstaltung zu buchen. Insbesondere für die auswärtigen Teilnehmer also die Gelegenheit, zunächst zwei exzellente Trainingstage unter Wettkampfbedingungen zu absolvieren und mit den gesammelten Erkenntnissen dann auf Augenhöhe in Teil 2 zu starten. Geangelt wurde in zwei Pools, die sich wechselseitig auf einen Gewässerabschnitt Kanal und einen offen angrenzenden Hafen verteilten und gleich vom Start weg bestätigten sich die guten Fangmeldungen aus den Vorwochen wenngleich ein Wetterumschwung mit stürmischen Winden das Angeln besonders im Kanalabschnitt erheblich erschwerte.

Mit Jos Bastiaans aus den Niederlanden nahm einer der im Vorfeld gehandelten Favoriten auf dem Endplatz Hafen Platz und wusste mit dem Tageshöchstgewicht (11.250 gr) zu überzeugen. Unter den erschwerten Windbedingungen am Kanal setzte sich dort mit Berti Jäger aus Rheinland-Pfalz ebenfalls ein mittlerweile erfahrener I-Pole Teilnehmer durch (4.270 gr.). Da Bastiaans dann an Tag 2 Darko Lovric und good old Jürgen Opladen den Vortritt lassen musste und im anderen Pool Andreas Tuk der Kanal-Drei vom Vortag eine Eins im Hafen folgen ließ, brachten es gleich vier Angler auf jeweils vier Punkte. Das bessere Gesamtgewicht entschied letztlich zu Gunsten des NL Anglers Jos Bastiaans (15,02kg) – gefolgt durch Lovric (10,9 kg), Opladen (10,12 kg) und Tuk (7,03 kg).

J. Opladen - kleinfischspezi C. Houbart am Hafensektor - 8,5kg

Als Basis der Höchstgewichte an Kanal und Hafensektor konnten Rotaugen in Gardemaß ausgemacht werden. Nicht selten bewegten sich diese gar nahe der 1 kg Marke. Lediglich J. Opladen fand einen Weg zum gezielten Fang von Rotaugen mit eher „normalen“ Stückgewichten. Vorschnelle Parallelen zur Angelei wie z.B. der am Silokanal vergangener Jahre verbieten sich jedoch - wir befinden uns in Holland – sprich – lang lang Angelei oder schwere Montagen zur ruhigen Köderführung sind fehl am Platze – die NL Rotaugen haben nicht nur das Abitur, sondern zudem ein Studium abgeschlossen – im Hafen wurden zumeist Montagen bis etwa 2 gr mit Hakengröße 16 bis 20 und Vorfachstärken von 0,07 bis max. 0,10 mm gefischt – im Kanal ein ähnliches Setup mit strömungsbedingt jedoch höheren Schwimmertragkräften. Gefragt ist in NL nahezu stets eher die extrafeine Klinge der Stippangelei.

Mit den sehenswerten Ergebnissen aus Teil 1 ging es dann am Samstag und Sonntag von vorne los. Das Setup der Veranstaltung blieb dabei unverändert – zunächst wurde die Zugehörigkeit zu Pool A und B sowie die Gewässerfolge am Vorabend gelost – die Platznummer dann bereits im kleinen Kreis unmittelbar am jeweiligen Gewässerabschnitt. So funktionierte auch das „social distancing“ sehr gut und alle Teilnehmer hielten sich vorbildlich an das zuvor besprochenen Corona Protokoll. So stellen Angelveranstaltungen dann ganz sicher auch keine essentiell erhöhte Gefahr hinsichtlich der Gesundheit dar.

Vorjahressieger C. Houbart aus Belgien loste am Samstag den Endplatz Kanal und bestätigte dort prompt seine Klasse. 6,1 kg bedeuteten für ihn Tageshöchstgewicht vor Liebert (4,1 kg) und „Kalle“ Potschernik (1,8 kg). Im Hafen wusste erneut Jürgen Opladen mit 4,7 kg vor Tuk (3,94 kg) und Achterath (3,93 kg) zu überzeugen. Die leicht rückläufigen Fanggewichte waren darauf zurückzuführen, dass sich die „Monsterrotaugen“ am Samstag nicht blicken, sondern den „Enkeln“ den Vortritt an den Futterplätzen ließen – stückzahlmäßig blieben die Fangergebnisse auf dem bemerkenswert hohen Niveau der Vortage.

Bei ähnlichem Beißverhalten wiederholte Houbart die Vortageseins auch am Sonntag im Hafen (8,7 kg) vor van Bommel (4,29 kg) und Liebert (3,50 kg). Im Kanal wusste nochmals „Colmic Andi“ Tuk mit 5,69 kg vor Jäger (4,70 kg) und Kiefer (4,13 kg) zu überzeugen. Folglich gewann C. Houbart mit der Idealplatzziffer 2 (14,,8 kg) dieses zweite Event der diesjährigen InterPole vor Tuk (3 – 9.64 kg) und Liebert (5 – 7,69 kg).

Den aktuellen Umständen geschuldet, musste die ansonsten feierliche Siegerehrung der InterPole in diesem Jahr in abgespeckter Form unter freiem Himmel stattfinden. Dennoch waren alle Teilnehmer voll des Lobes für die, trotz der Begleitumstände, reibungslos und sicher durchgeführten Veranstaltung und äußerten bereits den Wunsch, im nächsten Jahr mit ähnlichem Programm und hoffentlich entspannter gesundheitlicher Großwetterlage die InterPole in den Niederlanden besuchen zu wollen.

Social-Distancing Siegerehrung Freude allá Martin Otto

Gerne werden wir vom van den Eynde Team Germany als Ausrichter mit unserem langjährigen NL-Kooperationspartner HSV OG Rolduc diesen Wunsch realisieren. Leider bieten die gut zugängigen Kanalabschnitte an Hafen und Julianakanal jedoch nur begrenzte Möglichkeiten! Teilnehmeranfragen für die Veranstaltung 2021, die voraussichtlich vom 23ten bis 26ten September 2021 wieder zwei Angelveranstaltungen zu je zwei Tagen beinhalten wird, sollten mithin frühzeitig via E-Mail an interpole@gmx.de oder unter der Veranstaltungshomepage http://matchangler.blogspot.com/ gestellt werden.

Abschließend danken wir allen Teilnehmern aus Österreich, Luxemburg, Belgien, Niederlanden und der BRD für das vorbildliche Auftreten am Wasser unter den aktuell erschwerten Bedingungen sowie den Sponsoren van den Eynde, Colmic (Andreas Tuk) und Bokoi Hengelsport für die tolle Unterstützung!

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