Deutscher Anglertreff für Mannschaften - der Bericht

  • von ct Redaktion / Bilder Wilhelm Lichtenstein
  • 12. August 2008 um 08:18
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Nach langer „Osterfahrung“ ging es wieder einmal zu einem DAV-Anglertreff in den Südwesten von Deutschland.

Herry Panno, der rührige Präsident des LV Saarland, hatte sich zur Ausrichtung des DAV-Anglertreffs der Vereine bereit erklärt und konnte dafür mit der Saar bei Schoden ein ausgeglichenes und sehr faires Gewässer anbieten.


Die Saar bei Schoden aus der Vogelperspektive

Die Saar bei Schoden, eigentlich eine Art Staustufe, ist ca. 100 m breit, bis zu 6,5m tief und teilweise mit wechselnder Strömung und Wasserschwankungen von 40 cm „ausgestattet“. Also ein sehr anspruchsvolles Gewässer.

Die Ufer sind gut begehbar, aber wie immer durch starken Fahrradverkehr problematisch im Aufbau und dem Handling mit langen Ruten.

Der Mittelbereich des Flusses ist bis zu 6,50 m tief. Auf der Kopfrute, die vorzugsweise auf 13m gefischt wurde, kam das 6-teilge Kit, leicht in der Schur gekürzt, zum Einsatz.

Durch die Umstrukturierung des CDA Stralsund fehlten diesmal einige Leistungsträger aus dem Champions-Team. Aber nichts desto trotz waren hochkarätige Teams gemeldet, um das begehrte Ticket zur Teilnahme an einer Vereinsweltmeisterschaft zu ergattern.

Im Vorfeld galten die Teams vom Mosella Team Germany, die Jungs aus dem Saarland vom ASG Köllerbach  und die Sachsen-Anhaltiner vom AV Greppin im Vorfeld als die Favoriten.


Einer der favorisierten Angler der ASG Koellerbach

Bereits ab Sonntag waren dann auch schon die Anhaltiner um Stefan Posselt, Peter König und Steffen Quinger am Wasser, um die Besonderheiten des Gewässers zu erkunden. Ab Montag stieß dann das Team Mosella Germany dazu, um sich ebenfalls auf das Gewässer vorzubereiten. Beäugten sich die beiden Mosella Werkteams zu Beginn noch argwöhnisch, so gipfelte das Training der beiden Mosella-Teams am Ende in ein gemeinsames Mittagessen am Wasser, für welches sich die Greppiner hiermit noch einmal ausdrücklich bei allen bedanken möchten, besonders bei Pit.

Etliche anhaltende Gewitter in der Nacht und Temperaturen bis 35 Grad am Tag machten das Training nicht einfach. Das Beißverhalten wurde mit jedem Tag schwieriger und komplizierter.
 
Waren Sonntag, Montag und Dienstag noch Fanggewichte im Training von 4–5 Kilo in 3 Stunden normal, schaute man sich nach dem Training am Donnerstag und Freitag besorgt um. Denn oft konnten nur noch 3 bis 4 Rotaugen erbeutet werden, und damit mußte man schon zufrieden sein.

Bedingt durch diese schlechten Trainingsergebnisse war klar, dass ein dosiertes Einbringen von Futter und Ködern auf der kurzen Whipbahn, der Kopfrutenbahn und der Matchrutenbahn, die zu wählende Alternative sein mußte.

Die Hauptfischart war der Kaulbarsch. Unbeliebt, da klein und lästig, aber häufig der Verlegenheitsfisch, der zumindest regelmäßig zu fangen war. Plötzen und Barsche waren da schon beliebter. Häufig waren die Plötzen aber zu klein, da bei dem Fischen ein Maß von 15cm angesetzt werden musste.

Die richtig wichtigen Fische, die es aber zu fangen galt, waren größere Plötzen, mittlere Güstern und Brassen bis zu 2 Kilo.


Lars Lindemann mit einem der begehrten Brassen

Alle Fische konnten und wurden im Vorfeld auf Match- aber auch Kopfrute gefangen. Posengewichte von 1 bis 4 Gramm an der Kopfrute, das Vorfach teilweise lang aufgelegt, um die notwendige Ruhe hineinzubringen waren Trumpf. Aber auch Matchrutenmontagen, mit sogenannte Zoomermontagen ohne Vorbebleiung mit bis zu 10 Gramm auf der Schnur, waren gängig.

Der Vorteil dabei war, daß diese Montagen relativ schnell zum Ruhen kamen und auch leichtere Wagglergewichte als üblich gefischt werden konnten

1. Tag

Nach der Sektorenverlosung am Vorabend und der klassischen Einzelauslosung am Morgen ging es pünktlich um 10.30 Uhr los.


Michael Diener vom Team Mosella Germany beim Aufbau der Kopfrute

Allgemein wurde in den Sektoren sehr verhalten gefüttert. Wenige große, geworfene Futterbälle, viel Poolcupeinsatz und einige Bälle auf die Matchrutenbahn waren fast überall angesagt. Nach den Fängen der letzten Tage wurde mit sehr wenig Fisch gerechnet und diesen wollte man nicht unnötig sättigen.

Fast überall kam zuerst die Kopfrute zum Einsatz. Erfahrungen im Training zeigten, daß häufig größere Standfische am Platz waren, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen wollte.

Was hier aber regelmäßig zuerst an den Haken ging, waren Kaulbarsche von der Dimension Brutfisch und einige verirrte Plötzen.


Günter Horler mit einem der Rotaugen

Nach einer Stunde Angelzeit waren wenige größere Fische gelandet. Die Matchrute kam immer mehr zum Einsatz und dominierte sogar das Bild der äußeren Sektoren. Schnell machten Nachrichten von einzelnen gefangenen Brassen auf der Matchrute die Runde und viele zockten genau auf diese. Die Frage, die nun jeder für sich entscheiden musste, war: Zocken, oder auf Sicherheit versuchen den Kleinfisch auf der Kopfrute zu fangen?

Die wenigen Brassenfänger waren am Ende auch die, die den Sektor klar für sich entscheiden konnten. Im Sektor A der Greppiner Andre Witt und der Duisburger Karl-Peter Brings. In Sektor C Michael Peter, dem seine Brassen mit knapp 2 Kilo zum Sieg vor Jörg Huhnhäuser (760 Gramm!) reichten oder auch Günter Horler, auf der E 14, dem so gar 3 Brassen mit dem Tageshöchstgewicht von 2600 Gramm an die Matchrute gingen.

Da die Brassen Einzelkämpfer waren, blieben viele Angler im Bereich von 100Gramm bis 200Gramm. Sicherlich unbefriedigend für viele Angler, aber vielleicht hatte man auch Fehler gemacht, denn zwei Teams dominierten den ersten Durchgang.

Mit den Platzziffern 13 und 19 zeigten die Teams von Mosella Germany und der ASG Köllerbach aus dem Saarland, daß man die Saar erfolgreich befischen konnte. Platz 3 ging mit der PLZ 26,5 nach Tag 1 an die Jungs vom Browning-Ovens Team aus Schleswig Holstein vor den Greppinern aus Sachsen Anhalt mit einer 31,5.

Nach einem sehr eindrucksvollen Buffet an der Fischerhütte am Samstagabend sollte der zweite Tag die Entscheidung bringen.

2. Tag

Im Sektor A, auf A 1, konnte der Greppiner Peter König schnell durch die Landung von 2 Brassen auf der Kopfrute eine gewisse Unruhe verbreiten. Jan-Willi-Kupperschmidt (Schleswig-Holstein) und Jan Folz (Köllerbach) konnten diese Brassen aber schnell egalisieren und lieferten sich ein Kopf an Kopf Rennen mit Peter König. Letztendlich konnte Jan Folz (Köllerbach) sich wieder den Sektorensieg sichern und damit das Team Mosella unter erheblichen Druck setzen. Harald Windel vom Mosella Team konnte sich mit einem späten Brassen in diesem Sektor eine PLZ 5,5 erfischen. Mosella hatte in diesem Sektor also 4,5 Platzziffern an die Köllerbacher verloren, damit war der Vorsprung nach dem ersten Sektor auf 1,5 Punkte zusammen geschmolzen. Jan Willi Kupperschmidt vom Browning Team fischte eine starke Platzziffer 2 und hielt das Team Browning im Rennen.


Peter König mit guter Laune und einer kleinen Brasse

Auch im Sektor B lag wieder mit Michael Raber, ein Köllerbacher vor dem Mosellaner. Michael Raber konnte sich den Sektorensieg sichern. Der zweite Platz ging an Marco Lourenco vom Team Mosella Germany. Platz 3 ging an Rüdiger Hansen vom Browning Team, die damit weiter im Rennen waren. Das Rennen um den diesjährigen Sieger des Anglertreffs schien also spannend zu werden, denn das Team Mosella hatte nach diesem Sektor noch einen Vorsprung von 0,5 Punkten auf das Team aus Köllerbach.


Trotz der Rivalität konnte man gemeinsam scherzen- Mosella Germany und ASG Koellerbach

Und da auf B der Buchstabe C folgt, gehen wir als nächstes auf den Sektor C ein. Hier hatten die Angler das Vergnügen sich mit Günter Horler zu messen. Das Günter zur Zeit das Maß aller Dinge ist, sollten auch die Angler in diesem Sektor zu spüren bekommen. Auf Platz 11 sitzend, bot Günter wieder eine Darbietung seines Könnens und eine Demonstration bestens Matchangelns. Obwohl Günter erst am Freitag an der Strecke eintraf konnte er auch den Sektor am zweiten Tag für sich entscheiden. Mit 3560Gramm konnte er fast die fünffache Fischmenge des zweitplatzierten David Krause aus Bremen fangen. Eine wirklich starke Leistung Günter!!! Platz 3 in diesem Sektor ging an den Champions-Team Angler Thomas Del Fabro von der ASG Köllerbach. Mathias Weigand vom Browning Team konnte den 8. Platz erfischen. Der Vorsprung des Mosella Teams wuchs also nach diesem Sektor wieder auf 2,5 Punkte an. Das Browning Team verlor etwas an Boden.


Jan Willi Kupperschmidt von den stark fischenden Schleswig-Holsteinern

Im Sektor D sollte sich der diesjährige Anglertreff entscheiden. 20 Minuten vor Schluss lag Michael Diener vom Team Mosella in der Spitzengruppe dieses Sektors. Stephan Bär aus Köllerbach hatte Probleme und lag im hinteren Drittel des Feldes. Dann endlich hatte er den ersehnten Brassenbiss.... Leider verlor Stephan seinen Brassen im Drill. Ohne diesen Fisch fand sich Stephan auf dem Platz 13 wieder und war damit ein Platz besser als Michael Peters vom Browning Team. Gewonnen hat diesen Sektor der Greppiner Champions-Team Angler Stefan Posselt mit 1095 Gramm vor Michael Diener mit 1082 Gramm. Man kann sich also ausrechnen, wo Stephan Bär mit seinem Brassen gelandet wäre. Nach diesem Sektor hatte das Team Mosella 13,5 Punkten Vorsprung und war damit nur noch rechnerisch einzuholen.

Den Sektor E konnte Axel Feld vom AC Duisburg für sich entscheiden. Der Köllerbacher Gernot Kügler konnte mit einer Platzziffer 5 zwar noch 6 Platzziffern auf das Mosella Team aufholen, doch die Platzziffer 11 von Michael Schlögl sollte dem Mosella Team reichen, um den Vorsprung nach Hause zu fahren.


Michael Schlögl mit CT Angler Wolfgang Lorenz auf der Suche nach dem Fisch

Der Anglertreff für Mannschaften stand 15 Minuten vor dem Ende auf Messerschneide, doch ein gefangener Brassen von Harald Windel und eine verlorene Brasse von Stephan Bär ließen das Pendel zu Gunsten des Mosella Teams ausschlagen.


Harald Windel mit DER Anglertreffbrasse

Für viele Teilnehmer sicher mit einer der besten Vereins-Angeltreffs der letzten Jahre, da neben Wetter und Rahmenbedingungen, auch die Strecke äußerst ausgeglichen und damit fair blieb.

Nach Aussagen des neuen Referenten für Angeln, Steffen Quinger, sicher nicht der letzte Angeltreff in Schoden.

Besonderer Dank an Herry Panno und Wolfgang Wallerich für die Ausrichtung.

Um die Ereignisse für die Leser transparenter zu gestalten, werden wir im zweiten Teil des Berichtes den Anglertreff aus Sicht einiger Mannschaften Revue passieren lassen. Diesen zweiten Teil werden wir Ihnen zeitnah präsentieren.

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