Anglertreff Sachsen-Anhalt 2008 in Uichteritz

  • von Steffen Quinger
  • 30. Mai 2008 um 01:55
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Sachsen-Anhalt ist nicht nur das Land der Frühaufsteher, sondern sicher nach Brandenburg auch das Land mit der höchsten „Stipperrate“. Der Referent Angeln in Sachsen-Anhalt, Stefan Posselt, hatte in diesem Jahr am 16./17. Mai nach Uichteritz an die Saale eingeladen.


Morgenstimmung in Uichteritz

Nach etlichen, auch teilweise verbal ausgetragenen Kreisanglertreffs, trafen sich 17 Herren-,
6 Damen- und 11 Jugendteams, um der örtlichen Fischfauna auf die Schuppen zu rücken.

Wie immer waren bereits die Teams, die sich auf die vorderen Plätze platzieren wollten, mehrere Tage vorher am Wasser, um die beste Strategie und Taktik für das wichtige Wochenende auszumachen.
Dazu zählten wie immer die Jungs von AV Greppin, durch den Neuzugang Peter Lahne  personell gut verstärkt, die im modischen braun auflaufenden Jungs aus Nienburg um „Diddi“ Schmiedecke, der große Kreis der „Gräfenpiepcher“ aus Wittenberg und neu, vielleicht etwas übermotiviert, das Team um Frank Weiße aus dem Burgenlandkreis, welches die Sache doch manchmal etwas zu verbissen sah.
Kurzum, es wurde eifrig trainiert, die gegenseitig ausgetauschten Meldungen im Training schwankten von fast Nullfängen bis hin zu märchenhaften 35 – 40 Kilo im E-Sektor.
Wobei gerade dieser E-Sektor für lange Gesichter im Vorfeld sorgte. Umgestürzte Bäume im Wasser, tiefe Kolke im Wechsel mit Flachwasserzonen und starke Strudel machten das Fischen in diesen Bereichen wirklich zum Glücksspiel. Aber auch im Sektor A war klar, kleine Nummer: viele Fische, große Nummer: wenig Fische.
Typisch für unsere Zeit, hat sich der Fischbestand der Saale bei Uichteritz wesentlich geändert. Während vor einigen Jahren noch Brassen und Güster dominierten, wurden diese Fischarten jetzt durch Döbel und Plötze verdrängt bzw. abgelöst. Regelmäßige Fänge von Bachforellen zeigten auch deutlich die verbesserte Gewässerqualität.

Samstag, 16.05.2008

Wie bereits seit einigen Jahren üblich, werden die Plätze auch zum Anglertreff Sachsen-Anhalt über einen Losschlüssel vergeben.

 
Jens Marek (PL) Nienburg

Sektor A
Hier war von vornherein klar, kleine Nummern müssen sein, um hier unter die Top-Five zu kommen. So ließ auch der auf A1 sitzende Merseburger Jens Bartel nix anbrennen und belegte mit 6.750 Gramm den ersten Platz. Platz 2 ging an A3 mit dem Nienburger Henry Hoffman, Platz 3 an A4 mit Andreas Spielvogel.
Wesentlich härter war es da schon auf den oberen A-Plätzen. Hier herrschte zwar optische Idylle, aber dafür mussten die hier sitzenden Angler alles aufbieten, um wenigsten nicht als Schneider am Ende da zu sitzen. Trotzdem war am Ende ein Angler leider im A-Sektor mit OF und wer, wie Peter König 920 Gramm auf A 13 vorzeigen konnte, war hochzufrieden mit sich und der Welt.

Sektor B
Im Sektor B hätte der Greppiner Andre Witt eigentlich nach 50 Minuten einpacken können. Er „löffelte“ nach 45 Minuten eine der sehr wenigen riesigen Brassen über 2 Kilo ein und konnte diesen Vorsprung, ergänzt durch einige Plötzen und eine Zährte, bis zum Schluss halten. 2200 Gramm reichten ihm zum Sieg vor Fred Glockmann und Sebastian Wartmann.
Trumpf war wie auch in fast allen anderen Sektoren, das saubere Angeln mit der Kopfrute auf 13 m, Posen wurden vorzugsweise zwischen 1 und 4 Gramm gefischt.

 
Andre Witt beim Drill seiner Großbrasse

Sektor C
Der ausgewogenste Sektor. Der Gräfenhainicher Michael Dietrich, eigentlich einer der besten Elbangler in Sachsen-Anhalt,  fing konzentriert und sicher einige Plötzen und Döbel mit leichtem Geschirr und einem Gesamtgewicht von 1.190 Gramm und konnte sich so den Sieg sichern und sein Team aus Gräfenhainichen weit nach vorn bringen.

„Diddi“  Schmiedecke

Sektor D
Bekanntlich der Sektor mit der größten Chance auf einen Bonus-Brassen.
Hier brachte zwar der Starter aus dem Burgenlandkreis, Rico Möhrke, die meisten Brassen an den Haken, aber leider nicht in den Unterfangkescher. Der unter ihm sitzende „Neugreppiner“ Peter Lahne, kescherte dagegen souverän seine 2 Brassen ein und belegte unangefochten den 1. Platz im Sektor. Respekt!


Rico Möhrke verlor am ersten Tag etliche Brassen

Sektor E
Hier war das Problem, überhaupt einen Bereich zu finden, der von der Tiefe und vom Untergrund her befischbar war. Umgestürzte Bäume und ein Hänger-reicher Grund, brachten so manchen Angler an den Rand der Verzweiflung. Der auf dem Außenplatz E 16 sitzende Peter Schuchart zeigte starke Nerven und landete neben einem dicken Brassen auch etliche Döbel und Plötzen, die ihn sicher die PZ 1 im Sektor bescherte.
Bernd Bormann auf  E 2 nutzte einen etwas ruhigen Bereich des E-Sektors und konnte hier regelmäßig einige Plötzen und Döbel überlisten und belegte so in seinem Sektor den 2. Platz.
Und schade, dass Thomas Habelitz auf E 4 seinen von außen gehakten Großbrassen zwar landen konnte, aber ca. 5 Minuten nach der offiziellen Zeit.
Übrigens kurios, der E-Sektor war trotz seiner ungleichen Plätze der einzige Sektor ohne Nullwertung!!!

Fazit:
Nach dem ersten Durchgang stand fest: der AV Greppin war seiner Favoritenrolle gerecht geworden und lag mit PZ 16 vor Nienburg mit PZ 28,5 und Gräfenhainichen mit PZ 30, gut vorn.
Eigentlich ein gutes Polster, aber hohe Nummern in Sektor A und unfischbare Plätze in Sektor E konnten schnell hohe Platzziffern bedeuten und gerade die Mannen um Diddi Schmiedecke hatten schon mehrmals gezeigt, dass sie den Jungs von Greppin gut Paroli bieten können.
Es zeigte sich wieder, dass die Teams, die vorn lagen, mit einer klaren Futterstrategie auftraten, sauber regelmäßig cuppten und konzentriert das feinere Angeln auf 13 m zelebrierten.
Wie auch im Training vermutet, kamen Boloangeln kaum zum Einsatz und auch der sicher zu fangende Ukelei machte sich mehr als rar.


Zum 2. Teil

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