Anglertreff Baden-Württemberg

  • von Heino Scharfscheer
  • 23. September 2009 um 00:57
  • 0
Heino Scharfscheer: "Gerne berichte ich über diese Veranstaltung. Die Informationen erhielt ich von meinem Teamkollegen Klaus Görig. Leider konnte ich nicht teilnehmen, da ich beruflich verhindert war."

Teilnehmer:
Wie schon in den letzten Jahren hatten sich die Mannschaften Team Colmic, Angelteam Karlsruhe und Team Milo-Primus aus Ilvesheim sowie 5 weitere Einzelangler zum Anglertreff angemeldet. Das Fischen fand erstmals in Saverne, einer Kleinstadt im Elsaß, am Rhein-Marne-Kanal statt.

Gewässer und Fischbestand:
Am Ortsausgang von Saverne liegen zwei Schleusenabschnitte von jeweils 800 bis 1000m Länge, in denen die 4 Durchgänge stattgefunden haben. Der Kanal hat dort eine Breite von ca. 20m und eine maximale Tiefe von 2,55m Die Streckeoberhalb und 2,75m unterhalb der Schleuse. Die Uferschräge ist betoniert und streckenweise unterschiedlich strukturiert. Oberhalb der Schleuse ist die Schräge durch ein 1m breites Plateau in 1,5m Wassertiefe abgestuft, unterhalb der Schleuse ist diese durch eine senkrechte Kante von 50cm bei etwa 5m unterbrochen. Die Kante ist unterspült und bietet Unterstand für Kaulbarsche.

Die Fließgeschwindigkeit ist je nach Schleusentätigkeit stehend bis stark strömend und der Wasserspiegel schwankt um bis zu 20cm. Der Fischbestand setzt sich aus Brassen, Rotaugen, Flussbarschen, Kaulbarschen und Ukelei zusammen, wobei zahlenmäßig Barsche und Rotaugen dominieren.

Trainingseindücke:
Im Vorfeld war schon klar, dass der Rhein- Marne-Kanal ein schwieriges Gewässer ist, so dass wir beschlossen 3 Trainingstage zu investieren, um mit den ungewohnten Bedingungen klar zu kommen. Das Fazit des Trainings war, dass die Brassen nur auf den Außenplätzen zu fangen waren. Grund dafür war wohl, dass weit weniger Brassen in der Strecke vorhanden sind als im Vorfeld angenommen. Da sich der Fang von Brassen als problemlos darstellte, konzentrierten wir unser Training auf den Fang von Barschen und Rotaugen, die auf der gesamten Strecke zu fangen waren.


Futter und Köder:
Nachdem wir unterschiedliche Sorten von Erde getestet hatten, entschieden wir uns für Terre de Somme mit einem beachtlichen Anteil an Bentonit. Als Futter kam „Kanal“ von der Firma Primus SM Fischlockfutter zum Einsatz, dem wir 20% Terre de Somme beimischten. Diese Mischung wurde außerdem leicht abgedunkelt. Die Anfangsfütterung bestand aus 8 mittelgroßen Kugeln aus Erde mit Mücken, sowie 4 Ballen Futter mit wenigen Pinkies auf der 13m Bahn mit Polcup. Die kurze Bahn wurde  dem Bodenrelief entsprechend mit 4 Kugeln Erde mit Mücken befüttert.

Montagen:
Um auf die wechselnden Strömungsverhältnisse reagieren zu können, hatten wir Montagen von 0,4 bis 1,25gr aufgebaut. Die schlanken Posen von Milo hatten eine Antenne in der Stärke von 0.8 Millimeter. Als Hakengröße wählten wir 22/24 gebunden an Vorfächern der Stärke 0,7/0,6. Eine 3-Punkt Bebleiung mit 10er und 12er Schroten und Torpille rundete unsere Montagen ab. Zudem wurde eine Ukeleimontage 4 x 12 auf dreiteiligem Topset und eine 2,5m Barschmontage für den Uferbereich vorbereitet. Auf eine Matchrutenmontage oder long/long haben wir aufgrund der schwierigen Bedingungen verzichtet.

Montage 
Montage02 
Konzentriertes Angeln mit der Kopfrute brachte den Erfolg
Wettkampf:
Am nächsten Morgen war es dann endlich soweit. Sportwart Wolfgang Lorenz begrüßte um 5.30 Uhr die Teilnehmer und verloste die Startplätze auf der oberen Strecke. Die Anspannung war hoch, denn die Stärke der einzelnen Teams war nicht einzuschätzen. Liegt man mit der Taktik richtig? Hat man alles richtig analysiert?

Durchgang 1:
Um 8.25 Uhr ertönte das Signal zum Anfüttern. Ein stark böiger Wind erschwerte das Füttern mit dem Polecup erheblich. In den ersten Minuten galt es dann, ein oder zwei Standfische von 50-100gr zu fangen, die Einem dem 300gr Ziel ein gutes Stück näher brachten. Dies war natürlich nicht auf jedem Platz möglich. Die erwartete Beißflaute nach der Anfangsfütterung von einer guten halben Stunde musste mit Kaulbarschen im Uferbereich überbrückt werden. Waren keine Barsche im Uferbereich musste man seine Chancen auf der 13m Bahn wahren. Um die vereinzelten Kaulbarsche und Rotaugen bei Fresslaune zu halten, war ein dosiertes Nachcuppen nach etwa 1Stunde erforderlich. Mit etwas Glück konnte man so auch noch den einen oder anderen kleinen Brassen auf den Platz locken. Bei Thomas Rolle ging diese Strategie auf und er erangelte sich auf einem Mittelplatz mit 1304gr den 1.Platz. Am Ende hatte Team Milo-Primus mit 14,5 Punkten Vorsprung auf Team Colmic den 1.Durchgang gewonnen.

Bild 1
Thomas Rolle vom Team Ilvesheim

Durchgang 2:
Der 2.Durchgang war dann ab 15.30 Uhr unterhalb der Schleuse. Während hier die 3 Plätze am unteren Streckenende Brassen fingen, musste sich der Rest wieder mit Kleinfischen begnügen. Diesen Durchgang entschied Team Colmic für sich mit einem Abstand von 4 Punkten auf Team Milo-Primus.

bild 05bild 06
Altmeister Klaus Görig

Durchgang 3:
Den 3. Durchgang am Sonntag oberhalb der Schleuse gewann wiederum das Team Colmic knapp mit einem halben Punkt Vorsprung auf Team Milo-Primus. So war nun der Abstand der Teams auf 10 Punkte geschrumpft und alle waren gespannt auf den letzten Durchgang.

bild 07bild 08

Durchgang 4:
In den ersten Stunde waren die Fänge noch verteilt, doch dann konnte Team Milo-Primus durch eine taktische Umstellung noch zulegen und gewann den Durchgang letztendlich deutlich mit 10 Punkten Vorsprung auf Team Karlsruhe und 20 Punkten auf Team Colmic und konnte damit den Vorsprung wieder auf 30 Punkte ausbauen.

Team Milo-PirmusTeam Milo-Pirmus02

Endergebniss :
Klarer und verdienter Sieger war somit das Team Milo-Primus aus Ilvesheim vor Team Colmic und Angelteam Karlsruhe. Zudem belegten Klaus Görig, Thomas Rolle und Ramon Hollweck die Plätze 1, 3 und 6 in der Einzelwertung, was bei den Angelkollegen für anerkennenden Applaus sorgte.

Zu den Ergebnissen


Fazit und Dank:
Insgesamt ist festzustellen, dass, wie schon in den Jahren zuvor, der Anglertreff einen sportlich fairen Verlauf hatte und von Wolfgang Lorenz bestens organisiert war. Das Team Milo Primus bedankt sich bei den Firmen Milo, Primus und Behr für die sensationelle Unterstützung.
Werbepartner