Sichtungsfischen 2009 Teil 2

  • von ct Redaktion
  • 27. Mai 2009 um 17:20
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Traditionell war der erste von sechs Durchgängen in der Vergangenheit immer der schwierigste oder auch fischärmste Durchgang. Erwartungsgemäß sollten auf den Außenplätzen natürlich mehr Fische sein, in der Mitte musste geschaut werden was noch ging. Um 13.00 Uhr begann der erste Durchgang und bei der bekanntgabe der Plätze und Bedingungen von 10.00 Uhr bis 11.00 Uhr wurde immer mal wieder ein Blick auf den Havel-Kanal geworfen, ob denn nun Ukeleis an der Oberfläche wären oder auch nicht. Spiegelglatt präsentierte sich der Kanal und kaum ein Ring war zu sehen.
Lutz Weißig mit Platz 1 und Andreas Dalcke mit Platz 30 hatten auf jeden Fall das richtige Händchen und die Angler, die in die Nähe der Außenplätze kamen saher auch nicht unzufrieden aus. Der Rest kam in die Mitte und dort galt es für den ersten Durchgang nicht mehr als 20 Punkte, besser noch unter 15 Punkten zu bleiben. Aber es musste erstmal geangelt werden, die Strecke ihr wahres Gesicht zeigen und die eine oder andere Überraschung war natürlich auch dabei.


Andreas Dalcke ließ im ersten Durchgang auf Platz 30 nichts anbrennen

Lutz Weißig und Andreas Dalcke ließen dabei nichts anbrennen und auch Marco Beck auf der 29 und Andreas Heidemüller auf der 28 fingen ihre Fische, so dass diese Angler die ersten vier Plätze unter sich ausmachten. Während Andreas Heidemüller für Platz 4 noch über 6 kg zur Waage brachte, so waren es bei Ralf Herdlitschke auf Platz Nummer 5 schon unter 5 kg, die allerdings einen sehr guten 5. Platz brachten. Auf den Plätzen 2 bis 4 deutete sich dagegen an, dass dort der Endplatzvorteil schon verpufft schien. 3 kg von Uwe Henniger auf Platz reichten zwar noch für Platzziffer 11,5, doch bei Stefan Posselt auf Platz 3 waren es nur noch 1700 Gramm und Platzziffer 23 und Frank Weise brachte auf Platz 4 1640 Gramm zur Waage, die dann Platzziffer 25 bedeuteten. Allerdings kosteten ihn eine schöne Schleie und ein Hecht Zeit und Nerven und es sollte sich noch zeigen, dass sich auf der Strecke einige große Schleien eingefunden hatten. Der Tisch war ja auch seit Wochen gedeckt, doch die Schleien kamen nicht in den Kescher, so dass die Angler, die Schleien am Haken hatten nur lange Drills und zerstörte Futterplätze zu beklagen hatten.

     

Rauf auf die Kiepe in der Hoffnung auf den Kilobrassen

 

Und am Ende trotzdem ein Lächeln für eine schöne Schleie


Der 15. Platz ging mit 2660 Gramm weg, so dass im ersten Durchgang doch nicht so wenig gefangen wurde wie vermutet. Starke Leistungen zeigten dabei Burkhard Heil auf Platz 15, der es verstand sich die Ukeleis auf die 9,5 Meter Bahn zu stellen und mit 3000 Gramm 11,5 Punkte erreichte und Claus Müller, der von Platz 18 mit 3240 Gramm sogar 10ter wurde. Einige gute Standfische und dazu die Matchrute brachten ihm dieses von einem Mittelplatz sehr ordentliche Ergebnis.


Das kann auch den Profis passieren, wenn der Wind auf einmal zu kräftig wird

Die Ukeleis waren also da, es wurde allerdings in jedem Durchgang schwieriger sie am Platz zu halten und gute Stückzahlen zu fangen. Die Oberflächenfische zogen die Strecke hoch und runter und waren klar zu erkennen und eine Taktik war es sie sobald sie auf dem Platz eingetroffen waren ohne Futter zu beangeln. Das hieß schnell auf das Ukeleikit zu wechseln, einfach in den Schwarm zu halten und einige Fische mitzunehmen bis diese weitergezogen waren. Die Ukeleis reagierten sehr argwöhnisch auf den Schatten der Kopfute, so dass 4teilige Ukeleikits, die weit über die Spitze geangelt wurden oder auch die 7 Meter Telestippe gute Erfolge brachten. Kleinste, bestenfalls dunkle Futterbälle mit einigen kleinen Mückenlarven hielten die Ukeleis teilweise am Platz und vorteilhaft war es dazu, wenn die Nachbarn nicht mitfütterten, was in diesem Teilnehmerfeld eigentlich nicht passieren sollte.


Rainer Wenzel mit einem der Brotfische des Havel-Kanals

Im zweiten Durchgang sah es dagegen schon wieder etwas dünner aus und es bestätigte sich, dass der Bereich der Plätze 6 bis 15 der schlechteste Bereich war und es dort darum ging nicht zu viele Punkte zu sammeln. Selbst Platz 1 war an diesem Morgen nur für 2503 Gramm gut und bescherte Peter Schührer 8 Punkte. Lange Gesichter natürlich auch bei Lutz Schenke auf der 2, Mike Osterwald auf der 3, Claus Müller auf der 4 und Bernhard Eigelmeier auf der 5, die zwischen 261 Gramm und 896 Gramm fingen, was Platzziffern von 19 bis 30 bedeutete. Mehr gefangen wurde auf den hohen Nummern , wo Benjamin Hoffman (Platz 30, 8118 Gramm) und Alexander Quell (Platz 29, 5482 Gramm) die beiden höchsten Gewichte fingen.


Zweitbestes Gewicht im zweiten Durchgang für Alexander Quell

Es folgten die Durchgänge 3 und 4, die beide am Freitag gefischt wurden. Morgens waren schon wieder knappe 2,5 kg für eine mittlere Platzierung nötig, doch Nachmittags ging in der Mitte fast garnichts mehr. Am Anfang ein paar Standfische und danach gab es stellenweise auf keiner Bahn auch nur noch einen Biß. Die hohen Nummern fingen ihre Fische und auch auf Platz 1 und 2 hatten sich über die Mittagspause genügend Fische hingestellt, wobei es auf der 2 für Burkhard Heil schon wieder weitaus schwieriger war und er seine Fische erst in der letzten Stunde fing. Die Ukeleis kamen immer mal wieder auf den Platz, doch sobald die Rute rausgeschoben war, waren sie auch wieder verschwunden. Lutz Weißig legte auf Platz 22 eine gute Serie mit der Matchrute hin und fing so 3004 Gramm, die für 8 Punkte gut waren.


Lutz Weißig legte eine gute Serie mit der Matchrute hin

Auf das Füttern und Nachfüttern wurde in der Mitte aber nicht verzichtet und so wurde der Streckenverlauf im 5. Durchgang auf den Kopf gestellt. Die Fische waren über Nacht in die Mitte gezogen und die eigentlich bisher nicht durch gute Fänge ausgezeichnteten Plätze 17 bis 22 fingen von Beginn an überdurchschnittlich gut. Die Teilnehmer die dort saßen konnten nun unerwartet einiges an Boden gut machen und sogar die Platzziffern 2 und 3 kamen aus diesem Bereich. Nur Ralf Herdlitschke auf Platz 30 ließ sich nicht die Butter vom Brot nehmen und erreichte mit 7841 Gramm das Tageshöchstgewicht. Frank Weise fing seine zweite Schleie, die geschätzte 50+ cm erreichte und ihm von Andreas Dalcke einen Vortrag über das Füttern von zu vielen Würmern einbrachte. Keine 20 Minuten später fing dann auch Andreas seine Schleie, die allerdings ein wenig kleiner war.


Für René Bredereck wurde der letzte Durchgang auch zur Nervensache

Wer noch nicht gerechnet hatte, der fing nun langsam an, denn der 6te Durchgang stand an und für die meisten Teilnehmer waren die selbstgesteckten Ziele noch zu erreichen. Jeder konnte sich ausrechnen in welchem Teilstück er noch sitzen müsste und dementsprechend seine Taktik fest legen. Eine sehr spannende Konstellation gab es im Bereich der Plätze 11 bis 15. Klar war, das neben dem beruflich verhinderten Thomas Pruchnowski sich wohl noch zwei weitere Angler aus dem champions-team A verabschieden würden. Lutz Weißig mit 80 Punkten vor René Bredereck (81) und Stefan Posselt (85) gingen auf den Plätzen 14, 13 und 11 in den letzten Durchgang. In einem spannenden Kopf an Kopf Rennen hatte René am Ende mit 10 Punkten und 1461 Gramm die Nase vor Stefan (12/1407 Gramm) und Lutz (14/1318 Gramm) und sicherte seinen Platz im A-Team. Mit Stefan Posselt traf es dagegen ein Urgestein des A-Teams und auch Lutz Weißig war schon einige Jahre dabei und überzeugte dabei bei seinen internationalen Auftritten immer mit guten Ergebnissen.

 
Thomas Delfabro überzeugte in fast allen Durchgängen.

Beste Chancen auf die Aufnahme in das champions-team A hatten im letzten Durchgang Newcomer Benjamin Hoffmann und Peter Schührer, die diese Chance auch nutzten. Thomas Delfabro und Wolfganz Lorenz versagten dagegen wohl die Nerven, denn nach jeweils 5 soliden Durchgängen kamen sie mit 24 und 30 Punkten aus dem letzten Durchgang und verpassten ihre gute Ausgangsposition. Glücklicher dritter Aufsteiger wurde dadurch Henric Plass, der im letzten Durchgang auf Platz 1 fünf Punkte machte und sich in den letzten beiden Durchgängen nach vorne angelte.
Am Ende hatte ein Teilnehmer ganz stark gefischt, danach war es bei immerhin 30 zu vergebenden Punkten pro Durchgang ziemlich eng beieinander und 100 Punkte wären für einen Verbleibb im champions-team schon zuviel gewesen, denn bei 98 Punkten war mit Platz 20 die Grenze. Harald Windel fischte mit 42 Punkten überragend, danach relativierten sich die Ergebnisse bis Platz 7, da diese Teilnehmer einschließlich Harald Windel alle entweder auf Platz 1 oder 30 saßen und so sicherlich eine Vorteil im Losschlüssel hatten, denn die Plätze 2, 3 und 4 waren bei weitem nicht so gut wie auf dem Papier. Umso höher sind die Leistungen von Claus Müller, Andreas Heidemüller als weiterem Newcomer und Marco Beck einzustufen, die sich sich trotz schlechterer Plätze unter die ersten 10 angelten, wobei bei drei Absteigern aus dem A-Team und den Aufsteigern Benjamin Hoffmann, Peter Schührer und Heric Plass, Claus Müller und Andreas Heidemüller im B-Team bleiben.

Der Jugend eine Chance bzw. ambitionierten Anglern eine Wildcard zu geben erwies sich am Ende durchaus als Erfolg. Mit Andreas Heidemüller auf Platz 9 und Mike Osterwald auf Platz 20 schafften es zwei Wildcardempfänger in das champions-team, wobei die weiteren geladenen Gäste auch nicht so weit entfernt waren und mit ein bisschen weniger Nervosität, mehr Erfahrung oder auch dem letzten Quentchen Glück durchaus mehr drin gewesen wäre.


Für Jan-Willi Kupperschmidt reichte es am Ende nicht ganz

Argumente, dass das ambitionierte Friedfischangeln weiter im Aufwind ist, lieferte auch der Referent für Angeln im DAV, Steffen Quinger, im Anschluss an das Sichtungsangeln. Präsentiert wurde ein Sponsorbanner auf dem mittlerweile zahlreiche Firmen mit ihrem Logo vertreten sind und das Referat Angeln in seinem Bestreben, möglichst viele Mannschaften an internationalen Veranstaltungen teilnehmen zu lassen, unterstützt. Nach einer Amtszeit von etwas über einem Jahr ist es Steffen Quinger gelungen zahlreiche Sponsoren zu begeistern, zusätzlich wurde zusammen mit champions-team.de mit dem International Anglers Meeting (IAM) eine internationale Veranstaltung in Deutschland geschaffen, die national und international bereits nach einem Jahr hohes Ansehen genießt und zeigt, dass es im Bereich des gemeinschaftlichen, modernen Friedfischangeln voran geht und diese Entwicklung auch von den Firmen honoriert wird.


Die erfolgreichsten Angler mit dem Sponsorbanner (v.l. Günter Horler, Harald Windel, Andreas Dalcke)

Nun führen bekanntlich viele Wege nach Rom und jeder hatte natürlich irgendwo seine eigene Strategie in Bezug auf ein gutes Ergebnis beim Sichtungsangeln des champions-teams. Wir fragten den, der den kürzesten Weg genommen hat.

Am kommenden Freitag auf champions-team.de: Das große Interview mit Harald Windel und Benjamin Hoffmann.

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