Angeltreff Jugend 2010

  • von Christoph Barra / Uwe Pretzlaff
  • 11. April 2011 um 03:39
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Nach der recht kurzfristigen Verlegung des Austragungsortes des Anglertreffs an den Silokanal, konnten alle bisherigen Pläne und Vorbereitungen erst mal wieder über den Haufen geworfen werden und ich begann früher als eigentlich geplant, das doch etwas gröbere Geschirr für den Silokanal vorzubereiten.


Christoph Barra am Silokanal in Brandenburg

Ich kannte den Silokanal bisher nur aus der späteren Jahreszeit. Die Informationen über die Umstände am Kanal, welche ich von befreundeten Anglern aus der näheren Umgebung bekommen habe, weichten von meinen Erfahrungen stark ab. Somit war es erforderlich, sich sehr umfangreich vorzubereiten und auf alles eingestellt zu sein. Aufgrund der fehlenden Erfahrungen über den Kanal im Frühherbst, entschieden wir uns, bereits am Mittwoch mit der gesamten Mannschaft am Silokanal zu trainieren.

Der starke Wind gegen die Fließrichtung des Kanals machte das Angeln nicht unbedingt angenehm und auch das recht hoch stehende Wasser machte mir Kopfzerbrechen. Die im Vorfeld angekündigten Güstern, welche noch Tage zuvor den Hauptfisch darstellten, waren scheinbar verschwunden und wir fingen hauptsächlich kleinere bis mittlere Rotaugen und Brassen, wobei wir noch weit davon entfernt waren, letztere gezielt zu fangen und somit zufriedenstellende Gewichte zu erzielen.

Auch wenn der Wind das Angeln ungemein erschwerte, war es im Nachhinein betrachtet gut, dass wir bereits früh mit dem Training begonnen haben. Dieser sollte sich nämlich auch zum Wochenende nicht legen und somit hatten wir die Gelegenheit uns darauf gut einzustellen. Besonders wichtig war hierbei die Wahl der richten Posenform. Zum Verzögern eignete sich am besten eine einfache Lutscherpose mit einer tragenden Antenne. Viele andere Posenformen liefen aufgrund der durch den Wind verlangsamten Oberflächenströmung nicht zufriedenstellend und kamen bei jeder Welle komplett aus dem Wasser.


Der Silokanal ist vor allem bekannt durch seine strammen Rotaugen

Mein eingesetztes Futter bestand aus Explosiv Fließwasser in Kombination mit dem gleichnamigen Lockstoff, beides von der Firma Mosella. Auf 15 Liter Futter mischte ich 2 Liter Kies, um das Ganze zu beschweren. Diese Mischung habe ich so beibehalten und bis zum Sonntag so verwendet.

Über die Köder waren wir uns im Vorfeld innerhalb der Mannschaft teilweise uneinig, speziell was den Einsatz von Mückenlarven anging. Wir verständigten uns darauf, im Training die üblichen Köder, also hauptsächlich Caster und dazu dann Würmer, Maden und Mais einzusetzen. Mückenlarven bestellten wir für Freitag, jedoch sollten diese eigentlich nur am Wochenende zum Einsatz kommen.


Auch die Altersklasse U 16 angelt schon sehr stark

Am Donnerstag setzten wir uns etwas weiter stromauf. Die Plätze waren extrem unterschiedlich. Hatten manche auf der 13m Bahn einen absolut glatten Untergrund, so angelte ich noch komplett auf der Steinschüttung. Ich hatte damit starke Probleme, denn die Fische, welche ich an den Haken bekam, verlor ich, sobald diese etwas größer waren. In den meisten Fällen rissen entweder die 0,12mm Vorfächer oder gar die 0,14mm Hauptschnüre. Beim Kontrollieren stellte ich auch schnell fest, woran dies lag. Die Schnur hat sich an den häufig mit Muscheln besetzten Steinen stark aufgerieben und riss dann an diesen Stellen. Für die folgenden Tage entschied ich mich noch dickere Schnüre einzusetzen. Da ich nach diesem Tag ohnehin neue Haken binden musste, tat ich dies dann also an einem 0,14mm Vorfach und die Montagen band ich an einer 0,16mm Schnur.


Die Angler Union Bremen überzeugt seit Jahren durch ihre erfolgreiche Jugendarbeit

Wir konnten zwar interessante Sachen feststellen, taten uns jedoch nach wie vor schwer, die größeren Fische gezielt zu fangen. Wir hatten also noch kein wirkliches Konzept für das Wochenende. Für mich stand jedoch fest, meinen Platz an den folgenden Tagen zuerst genau auszuloten und mich dann zu entscheiden, wo ich meine Kiepe platzierte.

Der Freitag lief dann besser, jedoch noch lange nicht perfekt. Speziell die Brassen ließen sich zunächst nicht wirklich in Schwärmen auf den Angelplatz stellen. Als wir dann gegen Mittag unsere Mückenlarven für das Wochenende bekamen, testete ich diese, da einige aus der Mannschaft diesbezüglich nach wie vor sehr skeptisch waren. Es zeigte sich, was ich erwartet hatte und weshalb ich für den Einsatz der Mückenlarven war. Kurz nach dem ich begonnen hatte, kleine Mückenlarven im Futter mit zu füttern und mit großen zu angeln, fing ich einen Brassen nach dem anderen. Da wir nun leider nur begrenzt Mückenlarven zur Verfügung hatten, konnten wir dies nicht weiter testen, aber für mich stand fest, dass dies kein Zufall gewesen sein konnte.


Die Brassen reagierten sehr positiv auf Mückenlarven

Den Freitagnachmittag nutzten wir dann gemeinsam zum sorgfältigen Vorbereiten des Materials und zum Besprechen der genauen Ködermengen.

Wir einigten uns auf folgende Zusammenstellung:

1,50l Caster
0,50l kleine Mückenlarven
0,25l Mistwürmer
0,25l Maden
zzgl. einer kleinen Portion großer Mückenlarven für den Haken

Auch die Montagen und die Taktik für den kommenden Tag legten wir fest. Wir benutzten die bereits oben erwähnten normalen Lutscherposen in Gewichten von 12gr., 15gr. und 20gr. und bauten zusätzlich noch eine 8gr. und eine 10gr. tragende Tropfenförmige Pose auf. Zu Beginn sollten mit den leichten Montagen die zahlreich vorhandenen Rotaugen gefangen werden und sobald man merkte, dass die Brassen am Platz waren, sollte auf den Lutscher umgestellt werden.

Da während des Trainings jeder seine eigenen Erkenntnisse gewonnen hat, haben wir diese besprochen, jedoch entschieden, dass alles Weitere von jedem Angler nach seinem Dafürhalten umgesetzt werden konnte.

Die Lutscher bebleite ich mit einem Bulk aus 4-5 großen Bleikugeln und darunter im Abstand von je 15cm drei 4er Schroten. Die „normalen“ Posen habe ich mit einer einfachen Zweipunktbebleiung verwendet.


Jugendtrainer Herry Panno verschaffte sich einen Überblick über den Leistungsstand der Jugendlichen

Samstag

Unser Coach und Betreuer Uwe Pretzlaff loste für mich am ersten Tag Platz 10 im Sektor D. Mit Erik Klietsch und Johannes Böhm saßen 2 Freunde und Mannschaftskollegen aus dem DAV-Jugendteam direkt neben mir. Es konnte also ein spannendes Match werden.

Ich fütterte am Anfang lediglich 5 recht große Bälle meiner Futtermischung mit reichlich Castern und einigen Mückenlarven. Im Training haben die Fische auf das kontinuierliche Nachfüttern gut reagiert und dies sollte sich auch während der Durchgänge bestätigen. Ich fing also zunächst Rotaugen und nach ca. einer halben Stunde begann ich mit dem 15gr. Lutscher auf Brassen zu angeln.
Dies funktionierte auch einwandfrei, zumindest habe ich sehr viele Brassen an den Haken bekommen können...


Es gibt nicht nur große Rotaugen und Brassen im Silokanal. Hier zeigt Robert Grabowski einen dicken Aland

Leider habe ich über lange Zeiträume auch viele Fische wieder verloren und konnte dies erst recht späht ändern. Ich habe immer versucht die Fische gegen die Strömung zu drillen und habe somit den Fisch mit dem Kit flach über der Oberfläche stromauf geführt. Dabei schlitzten viele Brassen wieder aus. Später habe ich dann, für die Zuschauer sicher etwas unprofessionell aussehend, den Fisch einfach nach oben gezogen und so kaum noch einen Fisch verloren.

Als Köder habe ich beim Brassenangeln ausschließlich Mückenlarven verwendet.
Ich schmiss bei jedem Einsetzen der Pose ein Bällchen Futter mit den gleichen Ködern wie in der Startfütterung, sodass nach dem Angeln weder Futter noch Köder übrig geblieben sind. Mit der 15gr. Pose kam ich gut zurecht und angelte mit dieser bis zum Schluss durch.

Am Ende konnte ich mit 12.890 Gramm meinen Sektor deutlich gewinnen und auch das Tageshöchstgewicht fangen. Ganz zufrieden war ich aufgrund der vielen verlorenen Fische jedoch noch nicht ;)


Wenns nicht so lief waren die Betreuer gefragt

Sonntag

Am zweiten Tag des Anglertreffs sollte sich dies mit den Erfahrungen des Vortages natürlich ändern.

Ich saß im Sektor E auf Platz 4 und fing genauso an, wie ich es am Vortag tat, jedoch wechselte ich bereits nach einer Viertelstunde auf den 15gr. Lutscher. Die Brassen waren bereits da und ich konnte diese in einem guten Rhythmus fangen. Die Zahl der Aussteiger konnte ich recht gering halten.

Es gelang mir, meinen Sektor erneut mit 21.066 Gramm zu gewinnen und auch zum zweiten Mal, das höchste Gewicht des Tages zu fangen.

Mit zwei Sektorensiegen und jeweils dem höchsten Fanggewicht, konnte ich meinen ersten Platz in der Einzelgesamtwertung aus dem Vorjahr wiederholen und auch mit der Mannschaft konnten wir mit dem 3. Platz wieder „das Podium“ erreichen. Ich war mehr als zufrieden!!!

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei meinen Sponsoren, der Firma Mosella und Peter Giese (Fischrestaurant Giese, Bremerhaven), sowie bei meinem Bremer Team, besonders bei Uwe Pretzlaff, der sich um alles wie immer ausgezeichnet gekümmert hat, für die prima Unterstützung bedanken!


Alterklasse U 16


Alterklasse U 18


Alterklasse U 22

Zu den Jugendergebnissen

Im gleichen Atemzug und auch etwas verspätet haben wir zudem eine Galerie mit den besten Fotos der Jugend WM 2010, die in Italien stattfand hochgeladen. Vielen Dank an Uwe Pretzlaff und viel Spaß beim durchklicken.

Zur Photogalerie Jugend WM

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