Sichtungsfischen Saarland 2013 am Saar-Kohle-Kanal

  • von ct Redaktion
  • 23. Mai 2013 um 09:00
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Am 26. und 27.04.2013 kamen insgesamt 4 saarländische Mannschaften zusammen, um am Saar-Kohle-Kanal (Canal des Houilleres) in der Nähe von Saargemünd in Frankreich ein Sichtungsfischen durchzuführen.

Das Fischen konnte nicht im Saarland durchgeführt werden, da nach dem saarländischen Fischereigesetz Gemeinschaftsfischen erst nach dem 01.06. eines jeden Jahres durchgeführt werden dürfen. Diese Vorschrift soll vor allem die in Ufernähe brütenden oder jungtieraufziehende Tiere schützen.

Leider musste das starke Team CM-Lockstoffe seine Teilnahme absagen, da sie am Silokanal am Shimano-Cup teilnahmen. Klarer Favorit war im Vorfeld das Team des ASV Köllerbach, die bereits mehrfach das Saarland erfolgreich beim Deutschen Anglertreff vertreten haben. Die Truppe ist dafür bekannt, sich sehr professionell mit den Gegebenheiten und den Gewässern auseinander zu setzen und entsprechend vorzubereiten, was sich dann wiederum in den Ergebnissen positiv niederschlägt. Zudem kommt noch die Vielzahl von Topanglern. Trotzdem wollten auch die Teams von Browning Saarland, das Team Sensas Saarland und die Bisttalstipper, den Köllerbachern zeigen wo der Bartel den Most herholt oder wie schwer es sein kann, das oberste Treppchen zu erreichen

Die Veranstaltung wurde in 3 Durchgängen (Samstag zwei Durchgänge á 3 Stunden, Sonntag 1 Durchgang á 4 Stunden) durchgeführt.

Der Kanal ist im ausgewählten Steckenabschnitt ca. 23 bis 28 Meter breit. Die Geometrie des Kanals ist an allen Stellen gleich und ähnelt fast einer Badewanne. In einem Abstand von 8 Metern ist in 2–3 Absätzen die tiefste Stelle bei ca. 2,60 bis 2,80 Metern erreicht. Am gegenüberliegenden Ufer geht es auch bei einer Entfernung von ca. 8 Metern wieder in 2–3 Absätzen zum Ufer hoch.

Hauptfische in diesem Streckenabschnitt sind die Kaulbarsche, das Ukelei, kleine handlange Rotaugen, Skimmer und sehr vereinzelt Brassen bis 900 gr. Die Brassen schwimmen immer von außen auf die Strecke. Ganz klare Vorteile haben allerdings die Kopfplätze rechts und links, was durch je einen Stopperangler abgemildert wurde.

Diejenigen, die im Vorfeld an der Strecke trainierten, konnten nichts Gutes berichten, so war es zuerst einmal notwendig den „OF“ abzuwenden. Durch die lang anhaltende Kälteperiode, waren die Fische noch nicht in den Kanal eingeschwommen und tummelten sich an den tieferen Stellen des Kanals z.B.  in Häfen und vor den Schleusen. Allerdings ließ ein kurzes Hoch eine Woche vor der Veranstaltung mit dem Steigen der Luft- und Wassertemperaturen die Zuversicht auf bessere Fänge steigen. Doch weit gefehlt, ein Regentief mit einem Temperatursturz um mehr als 10 ° Celsius am Samstag trübte die Aussichten zunehmend.

Am Samstagmorgen trafen sich die Mannschaften bei leichtem Nieselregen, der sich in einen gepflegten Dauerregen wandelte und den ganzen Samstag anhielt.

Vorbereitungen im DauerregenVorbereitungen im Dauerregen

Zwei grundsätzlich unterschiedliche Strategien waren zu beobachten, um die paar Fische nicht satt zu füttern und dann noch zum Futterplatz zu locken. So warfen die Köllerbacher Jungs je drei Bälle mit fast purem Terre de Somme und stellten eine helle Wolke in den Kanal, darauf wurden 10 kleine Ballen Futter ohne Köder als Basis geworfen. Genau in die Mitte des Futters wurden dann alle Köder, mit Erde gebunden oder pur, gecuppt. (siehe Video Jan Folz)

Futter Köllerbach    Mückenlarven
Futter des Team Köllerbach   Grundlage eines erfolgreichen Fischens


Das Team Sensas warf 4 fest gedrückte Ballen Futter ohne jegliche Köder und cuppte 4 weitere Ballen Futter mit insgesamt 250 ml Mückenlarven in die Mitte der Futterstelle. Allerdings setzen die Sensasboys auch auf die Ukeleifischerei und warfen relativ regelmäßig walnussgrosse Ballen mit Ukeleifutter auf die 12,50 m Bahn.

Wie bereits zu erahnen, waren die Aussenplätze klar bevorteilt und auch schnell am Fisch. In allen Durchgängen kamen die Höchstgewichte von den Plätzen dort.

Gut vorbereiteter Angelplatz    Köderpalette
Ein gut vorbereiteter Angelplatz und die Köderpalette


In den Mittelsektoren war es allerdings sehr mau. Jeder Fisch zählte, so war der 5 gr. schwere Kaulbarsch besser als kein Fisch und der Bonusfisch von 300 gr. fast die Garantie für einen Sektorensieg. Grundsätzlich war angesagt die wenigen Standfische einzusammeln und dann sehr variabel auf die Gegebenheiten zu reagieren. Einzig die Männer des Teams Sensas versuchten durch geworfene Futterballen die im Kanal umherziehenden Ukeleis, die in Stückgrössen von bis zu 30 gr vorkommen, zu selektieren. So war es möglich mal 5 Ukeleis hintereinander zu fangen und dann wieder 30 Minuten in den Regen zu starren. Allerdings zahlte sich diese Strategie insgesamt in den beiden ersten Durchgängen voll aus und das Team Sensas Saarland belegte nach 2 Durchgängen mit 3 Punkten Vorsprung den ersten Platz.

Gernot Kügler    Jan Folz
Gernot Kügler mit einem
wichtigen Bonus Barsch
  Jan Folz cuppte die Köder


Bei den Bisttalstippern konnte beobachtet werden, dass sie kürzer als die anderen Angler, also genau am Ende der tiefsten Stelle der gegenüberliegenden Seite fischten. Dies war allerdings nicht mit Erfolg gekrönt da alle anderen Angler auf 13 Meter oder vor der Spitze fischten, obwohl die Wassertiefe zum anderen Ufer hin abnahm.

Doch meist kommt es anders oder viel schlimmer als man denkt. Der Sonntag brachte zwar weniger Regen, dafür mehr Wind als am Vortag und noch mal weniger Fisch. Die Ukeleis hatten das Fressen völlig eingestellt und so war die zuvor festgelegte Strategie des Team Sensas Makulatur und es musste versucht werden andere Fische zum Beissen zu verleiten. Da das Köllerbacher Team noch einmal mächtig aufholte und in mindestens 3 Sektoren um den Sektorensieg kämpften, war schon vor Ende des 4-Stunden-Durchgangs klar, dass das Endergebnis auf Messers Schneide stand. Nachdem die Fische gewogen waren und das Ergebnis zusammengezählt worden war, stand fest, dass das Team Sensas Saarland mit nur einem einzigen, glücklichen Pünktchen Vorsprung das Sichtungsfischen für sich entscheiden hatte. Dazu unsere Glückwünsche. Sie werden somit das Saarland beim Deutschen Anglertreff der Vereine 2013 in Wurzen an der Mulde vertreten.

Markus Thönes

Das Team Sensas Saarland konnte das Fischen ganz knapp für sich entscheiden

 

Ralph Eberle
Jörg Gaa
Stefan Wahl
Manfred Hohloch


Herzlichen Glückwunsch auch an das Team Köllerbach für diese Gesamtleistung und die hervorragende Aufholjagd.

Bei der hohen Dichte an anglerischer Erfahrung und Können stachen zwei Angler aus der Menge heraus, Stefan Bär und Markus Thönes. Stefan dominierte in allen Durchgängen seinen Sektor nach Belieben und gewann die Einzelwertung mit der Idealplatzziffer 3. Er konnte im Sektor D auf der 13 m-Bahn kleine Rotaugen und Miniskimmer fangen, die seinen Konkurrenten verwehrt blieben. So fischte er im 2. Durchgang konsequent 50 Zentimeter vom gegenüberliegenden Ufer entfernt und konnte dort die ein oder andere Rotfeder und ein paar bessere Rotaugen fangen. Markus stellte sich voll und ganz in den Dienst der Mannschaft und konnte in den beiden ersten Durchgängen aufgrund der variablen Ukeleifischerei auf der 12,50 m-Bahn und gelegentlichen Ausflügen auf die gefütterte 13 m-Bahn seine Sektoren gewinnen. Im 3. Durchgang nutzte er seinen Endplatzvorteil gnadenlos aus und ließ den Konkurrenten keine Chance.

Stefan BärStefan Bär belegte den 1. Platz in der Einzelwertung

Das Saarland wird beim Anglertreff der Bundesländer 2013 vertreten werden durch: Stefan Bär, Jan Folz, Thomas Del Fabro, Dirk Albert und Peter Kirsch.

Abschließend muss allen Teilnehmern trotz der widrigen Umstände für das freundliche und faire Klima und Verhalten untereinander gedankt werden. Das war nicht immer so. Ein besonderer Dank gilt auch Thomas Gier, der das formell Notwendige vorbereitet hatte und dem Teamleiter des Browning Team Saarland, Helmut Langen, der alle Angler und Betreuer in der Pause am Samstag mit gegrillten Würstchen versorgte.

Das Team Sensas Saarland fischte mit den Schwimmern Christian in 0,2 bis 0,6 gr von der Firma Sensas mit Stahlantenne für die grundnahe Fischerei und dem Schwimmer Guillaume für die Oberflächenfischerei in 0,2 und 0,3 gr.. Hauptschnur war die Sensas Schnur Feeling in 0,08 mm und ein Vorfach in 0,06 mm. Als Haken benutze das Team den 3012 in rot, das Pendant zum allseits bekannten 3010, in den Größen 20 – 24. Das verwendete Futter bestand zu je einem Teil Sensas 3000 Super Black Canal und Sensas 3000 Canal Noir, dazu kamen noch 250 gr Terre de Fond in schwarz. Das Ukeleifutter bestand aus abgedunkeltem Sensas 3000 Surface und roter Erde für die Oberfläche. Als Aroma für das Grundfutter wurde flüssiges Sensas Aromix Gardon benutzt.

Ergebnisse Sichtungsfischen 2013 - (PDF)

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