18. Stippermesse Bremen 2019

  • von ct Redaktion
  • 21. März 2019 um 08:00
  • 0

Erstes Wochenende im März?! Die Stippermesse in Bremen lockte auch in diesem Jahr erneut Angler aus nah und fern und lud zum Plaudern, Einkaufen und Neuheiten bestaunen ein. Einfach hatte es die Messe in diesem Jahr allerdings nicht. Stärkere Konkurrenz im Ruhrgebiet und Rheinland-Pfalz in Kombination mit dem Karneval hat mit Sicherheit dazu geführt, dass in diesem Jahr gefühlt weniger Besucher den Weg in den Norden gefunden haben.

Wie auch immer, wir von Champions-Team waren dieses Mal wieder mit dabei und möchten allen Daheimgebliebenen einen kleinen Überblick über die Messe bieten.

Als wir die Messehalle betraten, stießen wir direkt auf den Stand von Cresta, wo bereits Berti Bovens, Arjan Klop, Lucien Rade sowie Miles und Kevin Paradowski darauf warteten, erste Kunden beraten zu können. Wir verschafften uns einen schnellen Überblick über das diesjährige Sortiment und waren durchaus erstaunt. Nachdem Cresta uns schon im letzten Jahr mit sehr guten Produkten begeistern konnte, macht das jetzt deutlich ausgebaute Sortiment einen noch besseren Eindruck.

Besonders konnten uns die aufeinander abgestimmten Hakenboxen und Vorfächer gefallen. Cresta bietet nun fertige Vorfächer zum Feedern, Method- und Pelletwagglerangeln an, die auf zur Hakenbox passenden Wicklern geliefert werden. Egal, ob mit Widerhaken oder ohne, Cresta setzt auf qualitativ hochwertige Gamakatsu Haken in den Größen 10-16 und hat diese an sehr gut passende Schnurstärken gewickelt. Die Längen der Vorfächer passen ideal zur anvisierten Methode und machen deutlich, dass sich Experten damit beschäftigt haben.

Als Bonus kommen die Pelletwagglerrigs zum Beispiel in 95 Zentimeter daher, was die Möglichkeit bietet, die Pellets ohne schnell absinkenden Wirbel direkt anzubieten.

Bei den Ruten und Rollen hat sich nicht viel getan. Die Solith Method Feeder ist nach wie vor ein unglaubliches Schnäppchen und perfekt für den Einstieg in die Carpodromangelei geeignet, während die Blackthorne-Reihe den erfahrenen Angler anspricht. Die Accelerate Feeder hatten wir bereits im letzten Jahr im Test und waren davon begeistert. Eines eint allerdings alle Ruten und Rollen: egal in welcher Klasse, das Preis- Leistungsverhältnis ist ausgezeichnet.

Wer auf Champions-Team regelmäßig vorbeischaut, wird den neuesten Test der Blackthorne Taschenserie bereits gesehen haben. Dass wir damit richtig lagen, zeigte das hohe Besucherinteresse. Diese Taschen sehen einfach richtig gut aus und stechen mit guter Qualität direkt ins Auge.

Bei den Kleinteilen haben wir ebenfalls Neuigkeiten finden können. Gerade die neuen Spaghetti und Kunstpellets werden wir mit Sicherheit demnächst ausprobieren.

Weiter geht es dann zum dicht bevölkerten Stand von Preston Innovations.

Gab es in der Vergangenheit häufiger Kritik an diesem, wurde den Kunden in diesem Jahr einiges geboten. Nicht nur die neuen Feederrollen, sondern weite Teile des aktuellen Sortiments waren in großer Menge direkt verfügbar. Gerade die Extremity Feederrolle machte mit ihrem Wormshaft Getriebe, der großen Spule und der ansprechenden Optik einen sehr guten Eindruck.

Kontroverse Diskussionen entstanden rund um die Preston Absolute Carbon Sitzkiepe. Obwohl nicht ganz neu, war es für viele trotzdem die erste Gelegenheit die teure High-End Sitzkiepe genau unter die Lupe zu nehmen und auch prüfend anzuheben.

Ansonsten war die Gelegenheit günstig sich das Preston Sortiment einmal ganz genau anzusehen.

Direkt um die Ecke  befand sich wie immer der Browningstand, wo ein paar gute Angebote die Menge anlockten. Jens Koschnik und Bobb Nudd standen den Anglern Rede und Antwort und haben gleich drei neue Fischmehlfuttersorten präsentiert.

Jens steckte noch immer die vergeigte WM in den Knochen, sprach aber trotzdem kurz mit uns darüber. In Afrika passte wahrscheinlich einfach das Futter nicht so richtig, und beim Mais wurde gar ein großer Fehler gemacht. Die Futtermischung enthielt ordentlich kleingehackten Dosenmais, der allerdings in Afrika extrem salzig und bitter aus den Dosen kam. Darauf muss man erst einmal kommen. Das hätte uns Allen passieren können!

Am Kopfrutenstand war in diesem Jahr deutlich mehr als in den letzten Jahren los.

Wie immer bot der große Stand die Möglichkeit Ruten zu vergleichen, um die für sich passende zu finden.

Für uns zeigte sich allerdings, dass im Kopfrutensegment keine Quantensprünge mehr zu machen sind. Alle Anbieter konnten gute bis sehr gute Ruten anbieten, wobei es in unseren Augen allerdings auch keinen echten Überflieger gab. Das Angebot an Kopfruten wird immer homogener und echte Überraschungen gibt es kaum noch.

Sensas:

Während das Kopfrutensortiment im Sensas Katalog mit fast 70 verschiedenen Kopfruten und über 20 verschiedenen Kits zunehmend die Angler verwirrt, war die Meinung am Kopfrutenstand hingegen eindeutig. Sensas hat auch 2019 einige richtig guten Ruten entwickelt und kann für fast jeden Geldbeutel eine ansprechende Pole anbieten.

Die neue 96 XL-Reihe war in aller Munde und konnte mit ihrer Leichtigkeit und Steifheit nicht nur Profi Andreas Dalcke begeistern.

 

Für Karpfenstipper lässt sich eindeutig die 96 Carp Xl empfehlen. Sie ist zwar schwerer als die 96 Xl, dafür wirkt sie aber deutlich robuster und weicht nur geringfügig mehr von der Ideallinie ab.
Wie alle Ruten der 96er-Reihe wird sie mit parallelen Handteilen geliefert, die es ermöglichen den Durchmesser im Normalbereich zu halten.

Colmic:

Am Kopfrutenstand von Colmic konnten erneut jede Menge neue Ruten begutachtet werden. Was bleibt, ist die Vielseitigkeit der Ausführungen. Colmic ist als eine der ersten Firmen mit ihrem Match Carpa Konzept vorangegangen und hat Ruten geschaffen, die sowohl für die Karpfenangelei als auch Weißfischangelei bestens geeignet sind. Seit den ersten Jahren hat sich auch hier das Sortiment deutlich erweitert.

Als Besonderheit präsentiert Colmic in diesem Jahr Ruten nach dem T Tube Konzept. Die Verwendung eines neuen Materials soll die Ruten nochmals leichter, steifer und stabiler machen. Auf der Messe konnten natürlich nur subjektive Eindrücke gesammelt werden, aber deutlich wurde, dass Colmic mit der Superior,  Kruiser, Daitain und Firecarp wirklich hervorragende Ruten in jedem Segment geschaffen hat.

Matrix:

Während es im Kopfrutenbereich bei Matrix in den letzten Jahren eher ruhig und sehr beschaulich zuging, kommen 2019 gleich 4 neue Ruten auf den Markt. Die Rutenserie Namens MTX deckt im Grunde alles ab, was Angler benötigen. Am Stand haben wir mit der MTX 1 den Anfang gemacht. Für knapp 600€ bietet Matrix eine vollwertige 13 m Rute mit 3 kurzen Powerkits, Extension und Futteral. Der erste Eindruck ist gut. Niemals hätten wir gedacht, es mit einer Rute in dem niedrigen Preissegment zu tun zu haben. Auch wenn sie natürlich an Topruten nicht herankommt, ist sie dennoch steif und leicht genug, um beim Angeln nicht viel zu vermissen. Dieser Effekt rührt allerdings zu einem gewissen Anteil von der wahren Länge der Rute her. Das erste Teil der Rute wird grundsätzlich weggelassen, so dass zwar die Kits besonders steif werden, aber auch an Länge verlieren. Das so entstehende Topkit ist „nur“ 5,5 m lang, was gerade in Deutschland eher kritisch gesehen wird. Wird dann noch die Extension nicht eingesetzt, ist die angegebene Länge von 13m in weiter Ferne.

Die MTX 3 spielt 1-2 Klassen höher als das Einsteigermodell und kann auch gehobene Ansprüche locker befriedigen. Schön steif, leicht und mit einer guten Druckfestigkeit im Handteil stellt sie für knapp 1500 € eine echte Alternative zu deutlich teureren Ruten dar. Sie wird mit drei 3-teiligen Finesse Kits geliefert, die mit Standard Versionen von Teil 3 und 4 ergänzt werden. Futteral und Extension fehlen natürlich in keinem Paket.

Das Topmodell der neuen Ruten ist die MTX 4. 3300 € kostet das Schmuckstück, das in allen Belangen wirklich hervorragend dasteht. Ultrasteif und sehr gut ausbalanciert gehört sie mit zu den besten  Ruten, die wir in diesem Jahr in die Hand nehmen konnten. Allerdings ist auch hier Vorsicht angesagt. Nachgemessen haben wir die Ruten nicht, so dass wir nicht beurteilen können, wie lang die präsentierte Rute wirklich war. Der Umstand, dass die Ruten unbedingt am eigenen Stand und nicht am Kopfrutenstand präsentiert werden, macht die gezeigte Leistung leider kaum vergleichbar.

Nachdem die Kopfruten begutachtet wurden, ging es bei Matrix auch direkt weiter. Am Verkaufsstand war eigentlich durchgehend die Hölle los, so dass sich das Konzept von Matrix mit einem Verkaufsstand und einem weiteren Stand zur Produktpräsentation wahrlich gelohnt hat.

Hier war die Stimmung locker und entspannt. Experten wie Kevin Ebner, Jayson Greatorex, Thorsten Küsters und viele mehr präsentierten mit viel Spaß die neuen Produkte. Grund zur Freude gab es bei Matrix gleich einige!
Die neue Horizon X Rollen sind in der Größe 3000 bzw. 4000 erhältlich und machten beim ersten Trockentest nicht nur optisch einiges her.

Ungewöhnlich, aber sehr praktisch kommt sie sowohl mit einer Einzel- als auch mit einer Doppelkurbel daher. Im Bereich Zubehör konnte Matrix schon immer begeistern. Qualitativ hochwertig und deutlich günstiger als die französische Konkurrenz haben die Accessoires schnell den Platz in die Gerätetaschen vieler Angler gefunden. Das neue Zubehör Namens 3d-R verfügt über eine Schnellkupplung aus Metall, die es erlaubt die eigentliche Verbindung zum Sitzkiepenbein direkt montiert zu lassen. Das jeweilige Zubehör kann dann per Kupplung einfach bombenfest aufgesteckt werden.

Bei den beringten Ruten gab es nur wenige Neuerungen. Die 3,8 m X Class ist mit 70 g Wurfgewicht eine Rute für mittlere Distanzen und weist eine herrliche Aktion für die schnelle, aber sichere Angelei ohne Fischverlust auf.

Colmic:

Bei Colmic war die Stimmung gut, auch wenn nur wenige Neuheiten den Weg auf die Messe gefunden hatten. Die Magic Nets gibt es jetzt nicht nur in Rund, sondern auch in Viereckig. Die polarisierte Brille „River Killer“ hat bei einigen Anglern bestimmt für Verwirrung gesorgt. Das Aufsetzen der Brille mit pinken Gläsern sorgte für Erheiterung und aber auch für Verwunderung. Pink verstärkt Rotlicht und bringt Posenantennen und Feederspitzen zum Leuchten! Leider waren Brillen mit diesen Gläsern lange Zeit nicht erhältlich. Colmic hat jetzt wieder eine im Sortiment, die zudem über einen schönen Rahmen verfügt!

Futterpapst Vincenzo Natale war vom PC kaum noch wegzubekommen. Das hatte allerdings auch einen guten Grund, präsentierte er doch die neue digitale Futterfibel von Colmic.

Die Datenbank fasst über 700 erprobte Futterrezepte. Der Angler gibt einfach Informationen zu seinem Gewässer, dem Zielfisch, die Tiefe und der Angelart an und schon bekommt er einen ausgereiften Futtertipp für genau seine Bedürfnisse. Eine tolle Idee!

Stipp-Profi:

Stipp-Profi Ralf Herdlischtke und sein Team waren bei vielen Stippern wie immer erste Anlaufstelle, wenn es um Tipps und Tricks rund ums Angeln mit der Stipprute geht.

Der absolute Vollprofi bot nicht nur jede Menge geprüfte Kleinteile, sondern auch das sehr beliebte van den Eynde Futter an. Für die Messe hatte er bereits die neuen Feedersorten Bream Feeder und Turbo + mit im Gepäck, die sehr gut ankamen.

Das war er also, unser kleiner Rundgang über die Stippermesse 2019. Auch wenn es in diesem Jahr gefühlt weniger Besucher als zuvor waren, hat es wieder einmal Spaß gemacht alte Bekannte zu treffen und dabei Neuigkeiten zu begutachten. Wie immer gilt, dass wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Wir hoffen, dass euch dieser kleine virtuelle Rundgang erneut gefallen hat.

Werbepartner