WM 2008 in Italien, der 2. Durchgang

  • von ct Redaktion
  • 30. Oktober 2008 um 10:59
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Stefan Posselt ersetzte Peter Schührer und musste in Sektor A, wo er mit Platz 17 ebenfalls nicht gut saß. Das war sicherlich der schlechteste Bereich im A Sektor und nur der Portugiese Carlos Guimares auf Platz 18 schaffte es mit regelmäßigem cuppen von Terre de Somme die Fische in die Wolke zu stellen und mit 6.570 Gramm ein beachtliches Ergebnis zu erzielen, denn sonst gelang es von Platz 10 bis 20 kaum einem Teilnehmer die 3 Kilogramm Marke zu knacken.


Sonntag, 7. September 2008, der zweite Durchgang

Der Einzeleuropameister 2007 Umberto Ballabeni gewann den Sektor vom Platz 31 und legte den ersten Grundstein für die Aufholjagd der italienischen Mannschaft. Stefan Posselt wurde mit 2.640 Gramm 26ter und die Engländer ließen noch mehr Punkte und 20 Minuten vor Schluss musste sogar der liebe Gott helfen. Des Shipp hatte bis dahin nur einige hundert Gramm im Kescher, doch dann nahm eine große Karausche seinen Köder. Teamchef Mark Addy drehte sich zu den Zuschauern, faltete die Hände und schaute so lange nach oben, bis die Zuschauer das Zeichen der Erlösung gaben und die gekescherte Karausche von ca. 1.300 Gramm beklatschten. Jaco Goodwin aus Südafrika, der am ersten Tag seinen Sektor gewonnen hatte und auf Platz 2 sehr aussichtsreich saß konnte seine gute Leistung vom ersten Tag nicht wiederholen und wurde mit 1.170 Gramm nur 31ter.

     
     Marco Beck musste von der Kiepe aufstehen...                 ... um diesen schönen Karpfen zu landen

Im B Sektor saß Marco Beck auf der 10 schon ein paar Plätze zu weit rechts und nicht mehr im besonders guten Bereich des Stahlwerks. Einen guten Karpfen konnte er neben 3einigen kleineren Fischen fangen, ein weiterer ca. 3 kg schwerer Schuppi ging leider verloren und so war es am Ende auch nur Platz 25 im Sektor. Gianluigi Sorti war nur drei Plätze weiter nach rechts gerückt und saß somit auf der B 16 im Bereich des Vortages, wo er am Ende mit 10.960 Gramm dritter wurde. Selva Massimo aus San Marino gewann den Sektor mit 12.230 Gramm von Platz 3 und Sean Ashby ließ auf B 23 nichts anbrennen, wo er mit 11.800 Gramm zweiter wurde. Die Italiener holten also auf, San Marino und England verteidigten ihre Position vom Vortag.


Will Raison Bei der Anfangsfütterung

Nach 2,5 Punkten vom Vortag hofften natürlich alle auf einen guten Platz für René Bredereck, der im C Sektor saß. Und der Losschlüssel meinte es gut mit René, der auf Platz 2 Platz nehmen durfte. Zwischen den  Sektoren waren neutrale Zonen von ca. 150 Metern, so dass neben ihm nur noch der Italiener Stefano Defendi auf dem Endplatz saß von dem René aber auch profitieren sollte. Ähnliche Vorraussetzungen gab es auf der anderen Seite für Will Raison, der auf Platz Nr. 36 ebenfalls einen Platz neben dem Endplatz saß und somit auch beste Chancen für ein gutes Ergebnis hatte. Die hohen Nummern waren schon im ersten Durchgang sehr gut und somit ging Will Raison als einer der Favoriten für einen Podiumsplatz ins Rennen. Stefano Defendi nutze den Endplatz und gewann den Sektor sicher mit 11.590 Gramm, doch auch René Bredereck fing seine Fische und brachte am Ende 7.480 Gramm zur Waage.

     
            René Bredereck angelte auch am zweiten Tag stark und war bester Deutscher Teilnehmer     
Diesmal direkt neben dem Italiener hieß auch die Zuschauer direkt im Nacken zu haben und das Spektakel vom Vortag wiederholte sich. Applaus und Anerkennung für jeden Fisch, Seufzen und Enttäuschung, wenn sich mal wieder ein größeres Exemplar noch rechtzeitig vor dem Kescher verabschiedete. Die 7,5 kg reichten am Ende für den dritten Platz und mit insgesamt 5,5 Punkten konnte man noch hoffen, doch ein Platz auf dem Treppchen war wohl schon vergeben, denn Will Raison erangelte sich 10.260 Gramm zusammen und wurde damit überzeugend zweiter im Sektor und 3 Punkte mussten eigentlich für eine Medaille reichen.


Auch im zweiten Durchgang gab es für Will Raison ein volles Netz

Anglerisch blieb es am zweiten Tag ähnlich wie am ersten, nur dass es wieder windstiller geworden war und vermehrt Maden geschossen wurden. Einen, besser zwei dicke Fische zu haken und zu landen war auch im zweiten Durchgang entscheidend, um am ersten Drittel des Sektors zu kratzen oder im letzten Drittel zu landen und die im Umgang mit großen Karpfen und Karauschen routinierten Engländer und Italiener zeigten, wie man diese Fische relativ schnell und sicher in den Kescher bekommt. Die Rute wurde anfangs sehr langsam nach hinten geschoben, wobei die Rutenspitze immer nur knapp über dem Wasser war. Sobald das Topset in der Hand des Anglers war wurde meist der Druck erhöht und mit allen Mitteln versucht, keine weitere Flucht mehr zuzulassen. Das klappte überwiegend gut, denn die Fische kamen erst gemächlich mit und erst kurz vor dem Kescher wurde klar, wohin die Reise gehen sollte. Wichtig und vorteilhaft war zudem, dass die Fische erst einmal weg vom Futterplatz kamen und nicht auf diesem verloren gingen und somit den ganzen Schwarm verscheuchten. Einige Teilnehmer drillten größere Karpfen minutenlang an der entweder nicht verkürzten oder max. um ein oder zwei Teile abgesteckten 13 Meter Ruten kreuz und quer im Sektor. Die Unruhe, die dieser Fisch verursachte, führte danach erst einmal zu einer längeren Beißpause und ging der Fisch verloren, zeigte die Waage am Ende des Durchgangs meist auch nicht allzu viel an.


Walter Tamas links, Steve Gardner beim Füttern und ganz rechts Jacopo Falsini

Der C und D Sektor wurde durch eine Brücke geteilt und auf der Brücke wurden einerseits die Signalraketen gezündet und andererseits war dieser Ort auch der Treffpunkt der zahlreichen Fotografen für Aufnahmen der Startfütterung. Will Raison saß auf der einen Seite der Brücke am Ende des C Sektors und im D Sektor folgten Tamas Walter aus Ungarn auf D 5, Steve Gardner aus England auf D 6 und Jacopo Falsini auf D 8. Was für ein Glück für die zahlreichen Zuschauen, Fotografen und Kamerateams. Die Strecke war lang und noch nicht jeder hatte einen kompletten Überblick, wer der Favoriten in welchem Sektor auf welchem Platz sitzen würde und so gab es noch einen regen Austausch. Dave Johnson von matchangler.com hatte dabei gleich einen Favoriten für eine Einzelmedaille ausgemacht, der am nächsten an der Brücke saß.


Willy Wheeler aus Irland hatte an beiden Tagen ein glückliches Händchen

Der Ire Willy Wheeler kam mit 2 Punkten aus dem ersten Durchgang und saß nun auf D 1 direkt an der Brücke auf dem Endplatz. Schon am Vortag waren die kleinen Nummern im D Sektor sehr gut und Willy nun ein ernstzunehmender Anwärter auf einen Podiumsplatz. Ebenso natürlich Steve Gardner mit 3 Punkten und Jacopo Falsini mit 2 Punkten. Hier lag also die Spannung in der Luft und hier hatte man Probleme sich auf dem Weg durch die Menge der Zuschauer zu drängeln. Thomas Pruchnowski aus dem deutschen Team saß abseits des Treibens auf der D 32, also unweit der D 36 auf der Marco Beck am Vortag einen schweren Stand hatte. Und es lief ähnlich schleppend und zäh.


Große Fische wurden zur Sicherheit im Setzkescher aus dem Kescherkopf gedreht

Ein mittlerer Karpfen und ein paar kleine Karauschen waren noch zu wenig für eine ordentliche Platzierung, doch die deutsche Mannschaft hatte aufgepasst und die kurze Spur wurde nun regelmäßiger befüttert und das sollte sich nach 2 Stunden bei Thomas auszahlen. Ein Biss verschlagen, doch kurze Zeit später saß der Haken und der Tanz begann. Der Fisch merkte sofort was die Uhr geschlagen hatte und zog fluchtartig Richtung Mitte des Kanals, so dass Thomas nicht so schnell aufstecken konnte und der Fisch verloren ging. Trotzdem ging vorne noch was und 2 gute Brassen konnten auf der Uferschräge überlistet und über den Kescher geführt werden. Am Ende waren es 4.120 Gramm und ein für den Bereich respektabler 13. Platz. Nur 20 Gramm dahinter auf dem 14. Platz kam der Spanier Antonio Rod Peinado, der als einer der ganz wenigen mit dem Waggler fischte und seine Fische fing. Freunde der Wagglerangelei rieben sich zwar verwundert die Augen, doch der der Spanier kurbelte regelmäßig Karauschen von 200 bis 300 Gramm an das eigene Ufer.


Kaum ein Angler setzte auf die Matchrute, doch drüben waren Fische zu fangen

Ein 8 Gramm Waggler lief direkt auf die Punktbebeleiung über dem 40 Zentimeter langen Vorfach und der Waggler musste einiges aushalten, den Senor Peinado schmiss diesen bei mindestens jedem zweiten Wurf auf die Uferschräge am gegenüberliegenden Ufer, wartete bis er in Wasser purzelte und zog ihn dann auf seinen Futterplatz. Hier war einiges mehr möglich, doch eine Matchrute hatte am zweiten Tag kaum jemand aufgebaut.
Der E Sektor wurde vom Waliser Lee edwards vom Endplatz E 37 entschieden. Ralf Herdlitschke auf E 24 und noch seine letzten Minuten amtierende Weltmeister Alan Scotthorne auf E 26 mühten sich in der Mitte des Sektors redlich.


Regelmässiges Madenschiessen brachte Ralf Herdlitschke die Fische auf den Platz

Hier waren die Fische eher kleiner und die Beißpausen länger. Luc Vercammen aus Belgien fing innerhalb von 10 Minuten zwei gute Karpfen, doch es kamen nicht allzu viele Fische dazu und am Ende brachten ihm seine 5.130 Gramm auch nur den 13. Platz. Einen Platz besser lag mit 5.300 Gramm Ralf Herdlitschke, der damit an beiden Tagen ein ordentliches Ergebnis erzielte und einen Großteil dazu beitrug, dass sich die Deutsche Mannschaft in der Mannschaftswertung noch auf den 12. Platz verbessern konnte.


Viele kleine Karauschen gab es für Alan Scotthorne

Alan Scotthorne wurde mit 4.100 Gramm 19ter, doch das reichte für den Mannschaftstitel und auf der Strecke begann das große Rechnen, wer sowohl in der Mannschafts- als auch in der Einzelwertung aufs Podium kommen würde.
Die Spannung an den Waagen in den Sektoren stieg von Teilnehmer zu Teilnehmer und während im D Sektor die Favoriten vorne saßen, dauerte es im C Sektor eine ganze Weile bis das Wiegekommando endlich bei Will Raison angekommen war.

     
             Erst die Spannung an der Waage ...                                    ... dann noch ein paar Interviews

Sofort begann das große Rechnen und dann nach etlichen weiteren langen Minuten war es dann soweit. Will Raison war endlich Einzelweltmeister. Was für alle nur eine Frage der Zeit war wurde nun Wirklichkeit und die Freude kannte keine Grenzen. Zuerst der Anruf bei Daddy und dann galt es die vielen Glückwünsche entegenzunehmen.


Da freute sich Jean Desque vom Sponsor Sensas natürlich mit dem neuen Weltmeister Will Raison


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