Club WM 2009 in Madunice / Slowakei

  • von Michael Schulien
  • 23. Juni 2009 um 08:43
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Am 13. und 14. Juni fand in Madunice in der Slowakei am Fluß Vah die 29. Club Weltmeisterschaft statt. Deutschland wurde durch das Team Mosella Germany vertreten und erwartet wurde eine Angelei auf kampfstarke Barben und Brassen in schneller Strömung. Also Bedingungen mit denen die Angler vom Mosella Team von Kindesbeinen an vertraut sind und so durfte allseits auf einen Treppchenplatz gehofft werden. Unser Redakteur Michael Schulien gehörte zum Betreuerstab und berichtet für uns von der Weltmeisterschaft.

Training Donnerstag und Freitag sowie Durchgang 1 am Samstag, 13.06.2009


Experten unter sich: Michael Schulien mit Sensas Legende Jean Desque (rechts)

Mittwochabends gegen 21:30 Uhr kam ich zusammen mit Mosella Verkaufsleiter Holger Spottke in Piestany, ca. 6 Km von Madunice entfernt im Hotel RYBARSKY DVOR an.


Die perfekte Unterkunft

Die Unterkunft war von Marc Aldrovandi zusammen mit Peter König im Vorfeld ausgesucht und perfekt zugeschnitten für die Bedürfnisse unseres Teams. Vor allem stand uns eine große Garage für Futter und Köder zur Verfügung. Die Strecke befindet sich ca. 8 Km vom Hotel entfernt, so dass keine langen An- bzw. Abfahrtszeiten in Kauf genommen werden mussten.


Team Mosella Germany

Training Donnerstag und Freitag

Die beiden Tage wurden intensiv genutzt, um Montagen zu verfeinern und verschiedene Angeltechniken zu probieren. Des Weiteren wurde getestet, ob die Fische auf Geräusche (Handfütterung) reagieren oder es lieber ruhiger mögen (Polecupfütterung). Die Jungs fischten alle sechs gleichermaßen die Woche durch. Die Boxen boten dafür ausreichend Platz, viele andere Nationen machten es genauso. Natürlich wurden auch die anderen Nationen, vor allem die vermeindlichen Favoriten intensiv beobachtet. Wolfgang Lorenz beispielsweise, wich den Engländern fast die ganze Woche nicht von der Seite. Vom Aufbau bis Ende des Trainingsdurchganges gegen 13:30 Uhr mittags sammelte er für uns wichtige Informationen. Wolfgang lobte dabei das überaus faire und freundliche Verhalten der Engländer, die keineswegs sauer oder genervt wegen seiner „Überwachungsmaßnahmen“ waren. Weiter behielten wir vor allem die Ungarn sowie die Italiener im Auge. Betrachtet man das Endergebnis, lagen wir mit der Auswahl dieser Mannschaft nahezu goldrichtig. Ungarn und England landeten auf dem Podest und Italien sicherte sich Platz 2 im zweiten Durchgang.


Michael Schlögl bei der Vorbereitung

Ich versuchte Informationen über Taktik und Technik bei den Italienern zu bekommen. Daher war Ferruccio GABBA vom Team Lenza Emiliana Tubertini / Italien, das Objekt meiner Beobachtung. Jeweils in der ersten Trainingsstunde legte er los wie die Feuerwehr. Mit seiner Technik, leichte Montagen sauber über den Futterplatz zu führen, hatte er großen Erfolg. Deutlich wurde aber auch, dass ab Beginn der zweiten Stunde es von Minute zu Minute schwieriger werden würde, Fische zu fangen. Unsere Jungs machten die gleichen Feststellungen. Donnerstags gelangen dann Fänge von über 5 Kg bei Harald Windel und Burkhard Heil. Dies machte uns zuversichtlich viell. die richtige Taktik gefunden zu haben. Leider wurden wir Freitags eines Besseren belehrt. Sehr schwierig gestaltete sich das Training. Um jeden Fisch musste gekämpft werden.

Nachmittags wurden dann alle Erkenntnisse der Angler und Betreuer zusammen getragen und analysiert. Trainer und Mannschaft entschieden, dass Michael Diener im ersten Durchgang dem Team als Betreuer zur Seite stehen sollte. Letztendlich wurde für den ersten Durchgang eine gemeinsame Taktik abgestimmt. Freitagabends wurden dann die letzten Montagen gebaut, neue Gummis in die Ruten eingebaut. Gespannt erwartete man den morgigen Tag.


Beim Einmarsch der Nationen, das deutsche Team mit Fahnenträger Wolfgang "Wolle" Lorenz

Aufgrund der Trainingsergebnisse erwarten wir Durchschnittsgewichte zwischen 1 kg und 2 kg.

Futter und Ködertaktik:

Aufgrund des Hauptfisches Brassen wählten wir als Futter 5 kg Mosella Explosiv-Fließwasser, dazu als Lockstoff Mosella Super Vanille und Mosella Brassen Competition.

Den Rest bis zur 17 Liter Futter/Erde-Obergrenze füllten wir mit schwerer Flusserde auf. 1 Dose Mosella Bentonit und 1 Dose Mosella Magic Gum Madenkleber und 2 Liter Kies vervollständigten das Ganze.

     

Köderchef Reinhard Brose bei der Arbeit

 

Top Köder, der Schlüssel zum Erfolg

Köder:

Als Köder entschieden wir uns je nach Sektor für 1 Liter Fouilles / Vers de Vase, 1 Liter Maden bzw. Pinkys, ½ Liter Würmer.

Montagen:

a)      Tropfenförmige Posen 2-4 Gramm

b)      Lutscher 10 – 20 Gramm

1. Durchgang, Samstag, 13.06.09, 10:30 – 13:30 Uhr

Sektor A Platz 12:                   Burkhard Heil

Sektor B Platz 2:                     Marco Lourenco

Sektor C Platz: 22 :                 Günter Horler

Sektor D Platz:18                    Harald Windel

Sektor E Platz:7                       Michael Schlögl

Zum Reglement muss noch Folgendes angemerkt werden: In Madunice wurde ein neuer Wertungsmodus eingeführt. Die Sektoren, hier mit 26 Anglern besetzt, wurde im Ergebnis zweigeteilt. Das heißt, der Sektor A bestand im Prinzip aus zwei Untersektoren, nämlich A 1 bis A 13 und A 14 bis A 26, so dass demnach zweimal die Platzziffer 1, 2 usw. vergeben werden. Wir alle waren uns einig, dass diese Art der Wertung gerechter sei, es aber im Ergebnis dadurch noch enger um die Podestplätze zugehen würde. Wie richtig wir mit der Vermutung, diskutiert am Vorabend des 1. Durchganges bei einem Bier im Hotel, am Ende der WM liegen sollten, wusste da noch niemand!


Der amtierende Europameister Günter Horler

Wir teilten die Betreuer den Anglern zu, so dass Peter König bei Michael Schlögl, Michael Diener bei Günter Horler, Marco von Holten und Thomas Vielmeier bei Harald Windel, Wolfgang Lorenz bei Burkhard Heil und ich natürlich bei meinem Freund Marco Lourenco war.

Bei der Futter- und Köderkontrolle sah ich dann, dass viele Nationen ein ähnliches Futter bzw. Erdeverhältnis wie wir gewählt hatten. Dasselbe galt für die Köder. Eine faustdicke Überraschung erlebte ich bei Guliano PRANDI vom Tubertini Team Italia. Ich traute meinen Augen nicht, aber der Italiener hatte definitiv kein Gramm Futter! Drei verschiedene Sorten Erde und basta! Dazu roter Kies für den Madenkuchen, da immer mit Barben gerechnet werden konnte. Ob das mal gut geht dachte ich mir. Natürlich hatten die Italiener sich etwas dabei gedacht, sie wollten die einzelnen Fische am Platz nicht zu sehr sättigen.


Harald Windel beim Ausloten

Bei der Anfangsfütterung konnte man dann schon die unterschiedlichen Taktiken der einzelnen Nationen sehen. Die einen fütterten komplett alle Ballen von Hand, die anderen teils mit der Hand und teils mit dem Pole Cup. So fütterte auch Deutschland. Wieder andere setzten alle Bälle, ca. 12 – 15 Stück mit dem Pole Cup. Die dritte Variante war, die Bälle mit dem Pole Cup aus einer Höhe von ca. 2 Meter aus dem Cup ins Wasser fallen zu lassen.

Marco Lourenco begann mit der leichten Montage. Der erste Trieb, der erste Biss. Anschlag, ein guter Brassen im Drill. Super Beginn dachte ich, denn weiter hoch in seinem Sektor waren die anderen Teilnehmer noch ohne Fisch. Beim Abstecken passierte es dann. Der Brassen schoss plötzlich nach oben an die Oberfläche und drohte die Boxgrenze flussabwärts zu überschreiten. Ich sah zum Platzrichter, der schon die Augenbraue hob und genau hinsah. Marco merkte natürlich auch, dass er nun eine Entscheidung treffen musste. Die konnte nur lauten, den Fisch daran zu hindern die Box zu veranlassen. Er erhöhte schlagartig den Druck und zog den Fisch flussaufwärts. Zunächst schien dies gut zu gehen. Doch einige Sekunden später schlitzte der Fisch aus. Neuer Köder und weiter......


WM Neuling Marco Lourenco in Aktion

Im Laufe des ersten Durchganges kristallisierte sich dann heraus, dass vor allem Burkhard Heil und Günter Horler Probleme hatten, an den Fisch zu kommen. Die anderen drei Angler lagen im Mittelfeld, dies sollte bis zum Ende so bleiben und Platzierungen zwischen 5,5 und 7 waren im 13er Feld aktzeptabel. Günter Horler rettete dann noch mit 150 Gramm einen 7 ten Platz fürs Team. Burkhard Heil kämpfte und fing vorne einige Kleinfische. Sie brachten ein Gewicht von 440 Gramm, leider reichte es nur zu einem 11 ten Platz. Ein Fisch auf der 13 m Bahn hätte an diesem Tag ca. Platz 5 bedeutet.

Festzustellen war, dass es sehr schwierig war, an den Fisch zu kommen. Gewichte um die 100 bis 200 Gramm waren keine Seltenheit. Vier Angler blieben gar ohne Fang.


Wie viel zeigt die Waage wohl an?

Nachdem ich mit Marc Aldrovandi und Wolfgang Lorenz mit den Ergebnislisten von der Besprechung der FIPS zurück kam machte sich bei uns im Team Ernüchterung breit.

Platz 14 mit 36,5 Punkten! So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Waren wir doch eigentlich angetreten, um den Weltmeistertitel zu erringen. Kaum tröstlich war daher, dass andere große Nationen und Favoriten, wir die Italiener als Drittletzter und Holland als Vorletzter noch weit hinter uns lagen. Auch Portugal als 23ter im 26er Feld hatte sich mehr ausgerechnet.

Vorne standen zu diesem Zeitpunkt die starken Ungarn vor Serbien und San Marino. England lauerte auf Position 6 noch auf seine Chance.

Wir waren uns einig, dass ein Podestplatz eigentlich in weite Ferne gerückt war. Wir wären nicht Mosella, wenn sich nicht kurze Zeit später Kampfesstimmung im Hotel breit machte. Jetzt erst recht war die Devise. Wir setzten uns zusammen und analysierten, angeführt von den Trainern Marc Aldrovandi, Vincenzo Natale und Peter König den ersten Durchgang. Michael Diener sollte für Burkhard Heil im zweiten Durchgang fischen.

     

 Die Stimmung war trotzdem bestens

 

MS1 und MS2 / Michael Schlögl und Michael Schulien

Unermüdlich wurden am Samstagnachmittag noch neue Montagen gebaut und nach dem Essen in gemeinsamer Runde Haken gebunden. Wie die ganze Woche schon herrschte eine Super Stimmung im Team. Trotz des Abschneidens im ersten Durchgang wurde viel gelacht und der eine oder andere Spaß gemacht. So soll es sein!

Zeitnah folgt der zweite Durchgang.........................

Euer

Michael Schulien

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