WM 2009 in Holland - Die Sieger

  • von ct Redaktion
  • 06. Oktober 2009 um 14:22
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Eine Stunde nach der Schlusssirene des zweiten Durchgangs wurde an der Lage Vaart noch fleißig gerechnet und es machte das Gerücht die Runde, dass Frankreich und Belgien punktgleich wären und das Gesamtgewicht den Ausschlag über Gold und Silber geben würde. Da hatte die Slowakei wohl immer noch keiner so richtig auf dem Zettel und so gab es die große Überrasachung bei der 56. Weltmeisterschaft an der Lage Vaart in Almere. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung wurde die Slowakei Weltmeister vor Frankreich und Belgien. Alle drei Mannschaften setzten überwiegend auf die Kleinfische und am Ende konnte man sagen, dass dies für ein sehr gutes Mannschaftsergebnis sicher die richtige Taktik war. Natürlich nahmen die drei erfolgreichsten Mannschaften auch den einen oder anderen Bonusfisch mit, doch der Fokus lag auf den Kleinfischen und es gelang ihnen über die Woche herauszufinden, wie man unter den Kleinen die etwas Größeren fangen konnte. Zumindest bei den Slowaken wurde mit Mückenlarven sehr sparsam umgegangen, Pinkies und Maden spielten eine große Rolle.

Slowakei 01Slowakei 02Slowakei 03Slowakei 04 
Das Überraschungsteam der WM 2009


Silber für Frankreich    Bronze für Belgien

 Silber für Frankreich

 

 Bronze für Belgien


Es war seine erste Weltmeisterschaft und er startete gleich voll durch. Der 45 Jahre alte Igor Potapov aus Moskau ließ seiner Freude freien Lauf und überzeugte nicht nur anglerisch, denn was er den Anwesenden bei der Siegerehrung im Theater von Almere zeigte hatte durchaus Entertainerqualitäten.
Es war eine nette Geste der Holländer, dass diesmal nicht nur die drei erstplatzierten Mannschaften und Einzelangler mit einer Erinnerung bedacht wurden, sondern jeweils die besten 10. Dadurch zog sich die Zeremonie natürlich ein wenig in die Länge, doch ganz am Ende, da kam er und brachte die Zuschauerränge zum Toben.

Igor 01Igor 05
Die Show des Igor Potapov...

Igor Potapov, der erst 2003 mit dem Matchangeln begann, schritt unter dem frenetischen Jubel der russischen Delegation Richtung Bühne. Während Präsident Claudio Matteoli bereits mit der Goldmedaille vor der Bühne wartete nahm sich Igor erstmal die Zeit für ein kleines Tänzchen auf dem Siegerpodest, um sich dann mit dem Bauch nach unten auf das Podest zu legen, so dass nur noch der Kopf darüber ragte und Claudio Matteoli ihm die Medaille umhängen konnte. Eine Umarmung im Liegen, die Entgegennahme des Siegerpokals und Gedenktellers im Liegen, dann wieder Jubeln im Stehen und Küsse, Blumen und Champagner mit Liegen. Die Zuschauer hatten zusammen mit Igor ihren Spaß und die Stimmung im Saal war auf dem Höhepunkt. Nach der Hymne versuchten die Offiziellen in allen erdenklichen Sprachen vergeblich Igor Potapov davon zu überzeugen den Champagner doch erst später zu öffnen. Doch Igor ließ sich alle Zeit der Welt und öffnete genüsslich die Flasche. Will Raison und Simon Jensen hatten die Zeichen der Zeit bereits erkannt und sich in Sicherheit gebracht, denn unter den Begeisterungsstürmen der Zuschauer spritzte der Champagner in alle Richtungen und Igor genehmigte sich den verdienten Schluck aus der Pulle.

Silber für Will Raison   Bronze für Simon Jensen

Silber für Will Raison

 

Bronze für Simon Jensen


Kurze Zeit später öffnete sich der Vorhang hinter der Bühne, wo bereits das festlich eingedeckte Galabankett auf die Mannschaften wartete. Ein letzter Aha-Effekt und krönender Abschluss einer von den Holländern in allen Bereichen hervorragend ausgerichteten Weltmeisterschaft.

Einer gegen Alle oder nur gegen die Hälfte oder auch nur ein Drittel?

Schon während und nach der WM gab es hitzige Diskussionen zur Dreiteilung der Sektoren. Über den Losschlüssel soll die Drittelung des Sektors die Chancengleichheit für alle Nationen weiter verbessern und den Glücksfaktor verringern. Eine fragliche Entscheidung, die vielleicht in der Mannschaftswertung Sinn machen kann, in der Einzelwertung aber zur Lotterie wird, denn erschwerend kommt hinzu, dass zwischen den Sektoren immer mindestens 150 Meter Platz gelassen werden, um mehr Endplätze zu schaffen, um diese dann über den Losschlüssel möglichst vielen Mannschaften zukommen zu lassen. Endplätze waren schon immer im Vorteil und gerade an der Lage Vaart wurde deutlich, dass man sich innen gegen die Endplätze schlecht wehren konnte und auf den großen Fisch zocken musste, was entweder zu einem Ergbnis ganz oben oder ganz unten im Sektor führte. Man darf gespannt sein, wie die Situation von den Offiziellen bewertet wird und welche Schlüsse für die Zukunft gezogen werden.
Einen interessanten Vergleich der Sektorensysteme 2008 und 2009 gibt es bei www.matchangler.com in der sehr ausführlichen Berichterstattung zur WM 2009 in Almere. Die Ergebnisse 2009 auf dem 2008er System basierend gibt es HIER.

Gerechter oder ungerechter? Wie wäre die Platzvergabe am gerechtesten? Wir freuen uns auf eure Kommetare.

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