Handicap WM 2010

  • von Fritz Emonts, Kapitän DAV-Handicapteam
  • 22. September 2010 um 10:02
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Vom 03.08.-08.08.10 fand in Niort (Frankreich) die Weltmeisterschaft der Angler mit Behinderung statt. An dieser  WM nahmen 10 Nationen teil.

Die DAV-Delegation wurde angeführt von Hans Peter Weineck, Teamkapitän Fritz Emonts, Trainer Erwin Zange, den Anglern Reinhard Eder, Jörg Möller, Ralf Töpper, Christian Neuendorf sowie Siegfried Fuchs, sowie den Helfern Heinz Drescher, Detlef Bake und Michael Hahn.

An diesem Gewässer fand 2008 die Club WM statt. Jedoch waren die Infos von diesem Fischen, in Bezug auf Gerät und Montagen nicht auf die jetzige Situation übertragbar. 2008 wurden dort infolge heftiger Niederschläge noch Posen bis 20gr. eingesetzt, jetzt wurde maximal mit 1,5 gr. gefischt.

Das Gewässer hatte einen sehr starken Pflanzenbewuchs, zwar war dort im Vorfeld der WM gemäht worden, aber es gab immer wieder Plätze an denen es schwierig war ein Loch im Kraut zu finden bzw. mit der Kopfrute hinter das Kraut zu gelangen.

Futtertechnisch wurden Mischungen von Sensas, van den Eynde und Heinz Drescher gefischt (Heinz Drescher hat dem Team 300kg Futter kostenlos zur Verfügung gestellt). Im Training zeigte sich, dass die Bonusfische wie Brassen oder Schleie in der Regel erst beim Nachmittagstraining gefangen wurden. Also wurde das Hauptaugenmerk auf den Fang von Rotaugen gelegt, ob Großfische am Platz waren sollte ab und zu kurz getestet werden.

Aufgrund der Trainingsergebnisse stellte Erwin Zange folgendes Team für den 1.Durchgang auf:
Jörg Möller, Ralf Töpper, Reinhard Eder und Christian Neuendorf. Für den Angler mit dem schlechtesten Ergebnis sollte dann Siegfried Fuchs beim 2. Durchgang eingesetzt werden.

Ralf mit Trainigsbrassen
Ralf mit Trainigsbrassen

Durchgang 1:
Bei 3 der 4 deutschen Angler begann das Fischen wie geplant und es wurden von Beginn an Rotaugen in kurzen Zeitabständen gefangen. Bei Jörg Möller stellten sich die Bisse nur sehr schleppend ein. Ralf Töpper hatte den Franzosen Bruno Bel zu seiner Linken, der gleich ordentlich los legte und in der ersten Stunde 36 Fische fing, aber Ralf lag nur 8 Fische dahinter. Doch in der zweiten Stunde lief bei Ralf nichts mehr. Es dauerte fast eine Stunde bis der Übeltäter am Haken hing, ein Hecht  von ca. 40cm, der natürlich verloren ging. Anscheinend hat er nach der Bekanntschaft mit Ralf's Haken den Platz gewechselt, denn nun fing er kürzester Zeit noch 13 Fische. Bei Reinhard Eder fing es auch gut an, jedoch wurden im D-Sektor auf den hohen Startnummern bereits etliche Bonusfische gefangen. Nach der Stückzahl hätte Christian Neuendorf im C-Sektor den 3.Platz belegt, jedoch waren seine Fische deutlich kleiner als die der Mitbewerber.

Christian und Michael
Christian und Michael

Am Ende des ersten Durchganges lag das deutsche Team mit PLZZ. 33 auf Rang 9 vor den Engländern. Da bei allen deutschen Startern das Beissverhalten ab der zweiten Stunde stark nachgelassen hatte ging man davon aus, dass die Anfangsfütterung nicht das hielt, was wir uns davon versprochen hatten. Bei Ralf Töpper hat der Hecht dafür gesorgt das noch genug Futter für die 3 Stunde dort lag.

Es wurde am Abend lange diskutiert und beschlossen, das Futter radikal zu verändern und den Lehmanteil drastisch zu erhöhen. Heinz Drescher und Erwin Zange bastelten eine Futtermischung die ihre Wirkung nicht verfehlen sollte.

Durchgang 2:
Um die guten Fangergebnisse auf der Strecke aufrecht zu erhalten wurden am ersten Tag keine Fische auf der Strecke zurück gesetzt, sondern zu einem anderen Gewässer gebracht. Diese Maßnahme zeigte die gewünschte Wirkung.

Ralf Töpper hatte wieder den  französischen Topangler Bruno Bel neben sich sitzen und die Möglichkeit, sich für die Niederlage vom Vortag zu revanchieren. Für Christian Neuendorf wurde im D-Sektor Siegfried Fuchs zum erstenmal bei einer WM eingesetzt.

Nach dem Startschuß legten allen deutschen Starter mächtig los und die Änderung des Futters zeigte seine Wirkung, es wurde über 3 Stunden konstant gefangen. Am besten erwischte es Ralf Töpper, er fing ab der zweiten Stunde nur noch Brassen und brachte seinen Nachbarn an den Rand der Verzweiflung. Nach 3 Stunden hatte Ralf Platz 1 mit 10860 gr. und hatte Bruno Bel um 7620gr. hinter sich gelassen. Im B-Sektor  fing Reinhard Eder konstant  größere Rotaugen und hatte auch die Bonus Brassen dabei, die ihm am Ende Platz 3 einbrachten.

Reinhard Eder mit Brassen
Auch Reinhard hat die Brassen gefunden

Im C-Sektor hatte Jörg Möller nach 2 starken Stunden bereits einigen Abstand zu den Mitbewerbern, so dass er es riskierte gezielt einige Zeit auf große Fische zu Angeln und wurde dafür belohnt. Am Ende hatte er Platz 1 mit 1200 gr. Vorsprung. Siegfried Fuchs, unterstützt von seinem Helfer Heinz Drescher, fing von Beginn an die meisten Ende und hatte satte 7 x einen Hecht am Haken der sich den einen oder anderen Fisch holte. Trotz dieser Attacken hatte Siegfried am Schluß 65 Fische die ihm ein Gewicht von 2460gr. und Platz 5 einbrachten.

Siegfried und Heinz
 
Jörg und Wolfgang
Siegfried und Heinz

Jörg und Wolfgang

Mit Platzziffer 10 (1+1+3+5) belegte unser Team am zweiten Tag den ersten Platz, gefolgt von den Engländern mit  Platzziffer 14,5. Anscheinend wurden auch bei den Engländern die Fehler vom Vortag gefunden und ausgemerzt.
Am Ende reichte es mit PLzz. 43 nur für den 6. Platz, aber wir waren nur 4 Punkte von Bronze und 6 von Gold entfernt. 

Team Germany
Team Germany vor dem Einzug der Nationen

In der Einzelwertung belegten Ralf Töpper einen hervorragenden 6. Platz und Jörg Möller den 12. Platz.
Ein Dank gilt an dieser Stelle nochmals unserem Hauptsponsor SPRO und der Fa. HJG-Drescher die uns kräftig unterstützt haben.

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