Johannes Böhm berichtet von der WM 2013 in Polen

  • von Johannes Böhm
  • 08. November 2013 um 09:00
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Das deutsche Team belegt am Ende der Weltmeisterschaft den 11 Platz von 36 Nationen. Grund zur Sorge oder doch der Weg in die richtige Richtung?

Am Freitag den 06.09.2013 macht sich das deutsche Team in der Autokolonne auf den Weg Richtung Warschau. Teilnehmer sind Ralf Herdlitschke, Peter Schührer, Chris Dobmeier, Thomas Del Fabro, Jan Willi Kupperschmidt und Johannes Böhm. Trainer des Teams ist Peter König. Aus meiner Sicht eine bunt gemischte Truppe die sowohl die nötige Erfahrung als auch den erforderlichen Biss mitbringt. Gerade für die Zukunft soll es so sein, dass gerade die jungen und aufstrebenden Angler immer wieder internationale Veranstaltungen besuchen, um so schlagkräftig für die kommenden Jahre zu werden.

Die ersten beiden Tage der Trainigszeit sollten für das Richten der Montagen und Gerätschaften außerhalb der eigentlichen Wettkampfstrecke genutzt werden. Das ist ein extrem wichtiger Schritt der Vorbereitung, da nur so eine effektive Ausnutzung der 5 Trainigstage gewährleistet ist. So wissen wir im Vorfeld genau auf welche Wassertiefen, Strömungen und Fischarten wir uns einstellen müssen.

Der Zeranski Kanal in Warschau ist zwischen 35 und 50 m breit und steht. Die Wassertiefe beläuft sich durchschnittlich auf 1,80 m – 2,00 m. Die Kante vom Ufer her ist steil abfallend, so dass man verkürzt mit 4 Teilen schon in der gleichen Wassertiefe angelt wie mit 13 m oder auch mit der Matchrute. Der Uferbereich ist gesäumt von Seerosen, geschnittenem Schilf und allerlei anderen Wasserpflanzen, an denen zumeist ein paar kleinere Fische standen. Das Ufer ist gerade und ohne Steine, so konnte auf jedem Platz ohne Plattform geangelt werden.

Sektor A

Zu Beginn der Trainigswoche war es so, dass der Ukelei noch eine sehr große Rolle spielte, durch das ständige Beangeln sollte er aber, zum Glück für das deutsche Team, zum Wettkampf kaum noch eine Rolle spielen. Hauptfische, sowohl während des Trainigs als auch am Wettkampf-Wochenende, waren Rotaugen zwischen 10-50 g, Güstern zwischen 10-30 g und kleinere Brassen bis 500 g, die allerdings in den größeren Größen sehr selten und dadurch absolute Bonusfische waren. Auch Barsch und Kaulbarsch spielten eine Rolle, konnten diese immer wieder im Uferbereich aktiviert werden.

Während des gesamten Trainigs war es das Hauptziel herauszubekommen wie man sich die Fische am besten an den Angelplatz lockt sowie diese dort möglichst lange ohne nach zu füttern hält. Das Nachfüttern an sich war zwar erforderlich aber direkt nach der Fütterung war es nicht besonders erfolgversprechend auf diesem Angelplatz weiter zu angeln, Bedingung war es die Spur zu wechseln. Viel probiert haben wir die ganze Woche mit verschieden Erden, unterschiedlichen Mischungen aus Futter und Erden und Mischungsverhältnissen aus Futter und Erde.

Zum Wettkampf fütterten wir drei Bahnen. Zum ersten die Option an den Wasserpflanzen im Uferbereich. Hier wurde der Angelplatz abhängig vom Bewuchs und abhängig vom Untergrund gewählt. Nahezu auf jedem Platz gab es direkt hinter den Seerosen ein schönes Plätzchen um sich ein paar Barsche und auch kleinere Rotaugen anzulocken. Die eigentlichen Futterplätze entstanden auf der 9 und auf der 13 m Bahn. Hier sollte sich das eigentlich Geschehen abspielen, das Hauptaugenmerk lag auf diesen Bahnen und auch hier war die Wahrscheinlichkeit am größten einen der Bonusfische zu erwischen. Die Startfütterung bestand pro Bahn aus 6 Bällen Futter/Erde Gemisch gänzlich ohne Köder, die wir etwas großflächiger mit dem Polecup verteilten um den Futterplatz nicht zu eng zu gestalten. In die Mitte dieses Bereiches platzierten wir dann die Mückenlarven mit schwerer und nicht wolkender Erde. Auf welchem der beiden Futterplätze man zu Beginn startete war nicht entscheidend, es war generell in den ersten 20 Minuten sehr verhalten. Bisse bekam man übrigens nur im Zentimeterbereich um den Mückenballen herum, andere Köder kamen nicht zum Einsatz.

Ralf Herdlitschke angelte zwei gute DurchgängeRalf Herdlitschke angelte zwei gute Durchgänge

Ab dem zweiten Trainigstag konnte man nur noch mit Mückenlarven Fische überlisten. Auch der Einsatz von Stahlantennen war aus unserer Sicht unumgänglich, konnte man zumeist den Biss nur erahnen und hätte ihn mit einer Plastikantenne vermeintlich gar nicht wahrnehmen können. Posengewichte waren zwischen 0,2 und 0,8 g erforderlich. Nachgefüttert wurde nur mit dem Polecup und auch nur Erde mit Mücken, höchstens mal ein Bällchen Futter/Erde um wieder etwas Aktivität auf den Futterplatz zu bringen und das auch nur wenn die Bisse ganz ausblieben.

Michal LebkowskiUm diese Fische ging es neben ein paar wenigen größeren Bonusfischen

Vom Spurenwechsel her angelten wir alle das gleiche Prinzip. Geangelt wurde auf einer Spur bis es keine Bisse mehr gab, dann nachfüttern, sofort die Spur wechseln und wieder alle Fische angeln die sich eingefunden hatten, gab es keine Bisse mehr, sofort wieder nachfüttern um dann wieder die ursprüngliche Spur zu wechseln. Falsch war es aus meiner Sicht zu lange auf einem Futterplatz auf Bisse zu warten. Wertvoller war es diesen zu füttern und es auf einem der beiden anderen Futterplätze weiter zu versuchen, denn mit 15-20 Fischen in der Stunde lag man schon im Bereich der guten Frequenzen.

Johannes Böhm mit seinem TrainingsfangJohannes Böhm mit einem Trainingsfang

Insgesamt war es aus deutscher Sicht eine gute Leistung, kann man mit einem 11. Platz schon zufrieden sein.

Im Nachhinein möchte ich mich persönlich beim DAFV und Fishing Tackle Max für die Unterstützung bedanken.

Ergebnisse (PDF)

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