Jugendweltmeisterschaften 2014 in Assen/Holland

  • von ct Redaktion
  • 29. August 2014 um 09:50
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Am Montag dem 21.6.2014 machten wir uns mit 3 Mannschaften (U14, U18, U23) auf den Weg ins holländische Assen in der nordholländischen Provinz Drenthe. Wir trafen uns um 8 Uhr direkt an der Angelstrecke und wollten dort die Zeit für eine erste Erkundung der Gegebenheiten nutzen.

U14, U18,U23 mit den verantwortlichen Betreuern und den Präsidenten des holländischen Verbandes sowie des Weltverbandes FIPSedU14, U18,U23 mit den verantwortlichen Betreuern und den Präsidenten des holländischen Verbandes sowie des Weltverbandes FIPSed

Da wir aufgrund der großen Teilnehmerzahl mit einer entsprechend großen KFZ-Anzahl unterwegs waren, gestaltete sich das vor Ort sehr schwierig, da Kits, Abroller usw. nach Einfahrt in die Strecke über den befahrbaren Weg direkt am Kanal ausgebreitet werden. Es geht dann weder vor noch zurück.

Da das offizielle Training um 10 Uhr begann, waren zu unserer Ankunftszeit schon viele Teams auf der Strecke, wir mußten aber noch unser Futter und unsere Köder verteilen, die sich allesamt im Bereich der U23-Strecke befanden. Mit viel Verständnis der Angelkollegen haben wir es dann geschafft, daß am ersten Tag wenigstens die U23 und die U18 fischen und sich damit ein Bild vom Kanal und von den vorkommenden Fischarten machen konnten.

Wir wußten bereits, daß es auf 4-5 Teilen schon sehr tief war und so fing zumindest die U18 am ersten Tag zwischen 2-3 Kg Rotaugen, Skimmer und Barsche im Nahbereich sowie wenige Brassen auf der 11,50 meter Bahn. Am ersten Tag war aber auch schon klar, daß die Strecke der U23 deutlich schwieriger werden würde, da dort viel weniger Fisch gefangen wurde – in der Spitze waren es an Tag 1 ca.500 gramm.

Nach dem Training trafen wir uns alle in unseren Quartieren auf dem Campingplatz „Witterzomer“ in Assen und fingen direkt mit den Vorbereitungen für den 2 Trainingstag, an dem alle fischen sollten, an. Die einzelnen Teams fischten unterschiedliche Futtersorten, jedoch war klar, daß ein guter Anteil Lehm zum Futter gehörte, wir entschieden uns für ca. 1/3 Lehm und 2/3 Futter. Im Nahbereich war dies eine leichte Terre de Somme, auf der weiten Distanz Terre de Riviere und Terre Du Noord.

Als Köder bestückten wir die Anfangsfütterung draußen mit Würmern, Mücken und Castern und legten dort bereits im Training und zu Beginn der Durchgänge den Hauptanteil des Futters und der Köder ab, da keine Sogwirkung durch vorbeifahrende Schiffe oder durch das Schleusen der Sportschiffe ausgemacht werden konnte. Dabei hatte jede Mannschaft Ihre eigene Strategie, bei den Engländern sah man z.B., daß sie einen großen Lehmteppich legten und die Köder dann mittenrein cuppten, unsere Jungs entschieden sich zum Großteil, alles punktgenau zu cuppen.

Die Strecke

Auf der kurzen Distanz wurde in den Trainingsdurchgängen noch teilweise ein übernasser Erde/Futtermix hauptsächlich mit Larven geworfen, später ging man auch dort immer mehr zum Cuppen über. Es schadete nicht, hier ab und zu 3-4 lose Caster oder etwas Hanf einzuwerfen, auch das Schießen von Castern auf die weite Distanz brachte mehr Fisch, der sich dann teilweise auch vom Grund ins Mittelwasser zog. Wiederrum waren es die Engländer, die sehr stark auf diese Taktik setzten, die ihnen dann aber im 2. Durchgang zum Verhängnis wurde.

So kamen unsere Jungs in der U14 und U18 sehr gut über die Trainingstage, die U 23 erreichte erst am letzten Trainingstag ein wirklich zufriedenstellendes Fangergebnis, was dann die Jüngeren gerade an diesem Tag nicht hatten.

Egal wie, es war doch überraschend, daß wir teilweise von den anderen Nationen – vor allem den Holländern - zum erweiterten Favoritenkreis gezählt wurden, da wir teilweise im Training schon hervorragende Fangergebnisse erzielten. Aber die Stunde der Wahrheit schlug wie immer in den Durchgängen.

Der Erste Durchgang ging bei allen 3 Teams eher verhalten los, mit einer großen Anzahl von Betreuern und den Trainern wurden immer wieder Informationen ausgetauscht, wieviel Köder, wieviel Futter wie einzubringen waren, damit sich die Fische möglichst auf den Platz stellten. In den Sektoren mit guten Fangergebnissen war es vor allem das Nachcuppen von Würmern in der 3. Stunde, das die größeren Fische auf den Platz zog und dort hielt. In den schwächeren Sektoren war ein deutliches Absacken der Stückzahlen nach der 1. Stunde festzustellen, das hatten wir aber bereits nach dem Training erwartet, hier galt es dann, wirklich um jeden Fisch zu kämpfen.

So legten unsere Mannschaften zum Ende des Durchganges zu und schließlich lagen wir nach dem ersten Durchgang mit der U14 auf Platz 6, mit der U 18 auf Platz 8 und mit der U 23 ebenfalls auf Platz 8. Damit war unser Ziel – einstellige Platzierung – erreicht und wir hatten im Großen und Ganzen keinen Grund, an unserem Material oder an der Technik etwas zu ändern.

Lediglich die Feststellung, daß Futter werfen im ersten Durchgang nicht das gewünschte Ergebnis gebracht hat und daß es wohl doch besser war, zumindest den Großteil zu cuppen führte bei dem einen oder anderen Teilnehmer zu entsprechender Berücksichtigung dieses Faktors. So gingen wir optimistisch in den 2. Durchgang, zumal der Abstand zu den vor uns platzierten Teams in allen 3 Altersklassen nicht uneinholbar groß war.

Herry Panno zog unser Los für den zweiten Durchgang und dieses ergab für unseren Bestplatzierten , Brian Überleer, der eine 3 im ersten Durchgang fischte, den Endplatz im Sektor D der U 18. Damit war klar, daß Brian zumindest eine realistische Chance hatte, sich im Endergebnis sehr weit vorne zu platzieren.Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, daß die am ersten Tag sehr starken Sektorensieger aus England und Polen den 2. Durchgang allesamt deutlich zurückfallen würden.

Nachdem Brian noch einmal deutlich darauf hingewiesen wurde, von Anfang an um jedes Gramm Gewicht zu kämpfen, gingen wir guter Dinge in den 2. Durchgang. Dieser gestaltete sich dann so, daß die U 14 von Anfang an mannschaftlich geschlossen an den Fisch kam. Bei der U 18 waren 2 Teilnehmer von Anfang an sehr gut im Rennen, 2 weitere Mannschaftsmitglieder mußten jedoch kämpfen. Bei der U 23 sah es anfangs deutlich schwieriger aus, zum Teil mußten die Angler über 2 Stunden auf den ersten Biß warten, doch auch hier kamen zum Schluß alle Mann an den Fisch, sodaß wir am Ende abermals von einer soliden, wenn auch nicht überragenden Platzierung ausgehen konnten. Alle Teams verbesserten sich am 2.Tag, doch dazu gleich mehr.

Wir hatten ja noch Brian... Brian nutzte genau diese Chance, die man oft nur einmal im Leben bekommt und machte an diesem Tag alles richtig! Zum Schluß des Fischens war der einzige Konkurrent im Sektor aus Frankreich mit rund 200 Gramm weniger auf Rang 2 im Sektor. Brian kämpfte von der ersten bis zur letzten Minute um jeden Fisch, das Wiegeergebnis betrug 5600 gramm und jetzt war die Frage, was diese Platzziffer 4 wert war. Relativ schnell hörte man von den schlechteren Platzierungen der an Tag 1 führenden Sektorensieger und so wurde es immer mehr zur Gewißheit, daß Brian am Ende wohl ganz oben auf dem Treppchen stehen würde. Unglaublicher Jubel und überschwenglicher Stolz im gesamten Angler- und Betreuerstab machte sich breit und wir freuten uns alle gemeinsam, daß Deutschland nun auch wieder einen Weltmeister im Angeln hat.

BRIAN, DU HAST DAS MEHR ALS VERDIENT!!!

Die allerletzte Unsicherheit fiel übrigens erst, als wir sahen, daß die Deutschland-Fahne zur Siegerehrung in der Mitte eingefädelt war. Die Ehrung mit Brian auf dem Treppchen und der Natinalhymne, bei der wir lautstark mitsangen, war bestimmt ein absoluter Höhepunkt.

Brian Ueberleer – verdienter Einzelweltmeister der U 18Brian Ueberleer – verdienter Einzelweltmeister der U 18

Auch im Mannschaftsergebnis lieferten wir durchweg ein super Ergebnis ab, von dem wir vorher nicht gewagt hätten, zu träumen. Die U 14 landete mit nur einem Punkt Rückstand auf dem „undankbaren“ 4. Platz, aber die Jungs nahmen es sportlich und waren sich schon darüber bewußt, daß auch der 4.Platz ein tolles Resultat sein kann. Die Mannschaft U 18 landete zum Schluß auf Platz 5 und ließ hiermit manches namhafte Team hinter sich, ebenso wie die U 23 auf dem 7. Platz.

U 14 stehend: Herry Panno, Johannes Böhm, Florian Krogull,Paul Richter, Coach Uwe Henninger Vorne: Phillipp Hoffmann, Paul DahlckeU 14 stehend: Herry Panno, Johannes Böhm, Florian Krogull,Paul Richter, Coach Uwe Henninger
Vorne: Phillipp Hoffmann, Paul Dahlcke

 

U18 stehend: Herry Panno,Tom Wenzel, Brian Überleer, Patrick Gietz, Thomas Unger ( Coach ), Andreas Brauer Vorne: Nick Unger, Johannes Niemierza, Michell BabickU18 stehend: Herry Panno,Tom Wenzel, Brian Überleer, Patrick Gietz, Thomas Unger (Coach), Andreas Brauer
Vorne: Nick Unger, Johannes Niemierza, Michell Babick

Bei der U 23 hat uns leider die Technik den berühmten Strich durch die Rechnung gemacht, sodaß wir leider kein Teamfoto haben ; Hier angelten: Daniel Michelhans, Tobias Müller, Andre Gutperle, Christian Schröder, Kevin Ebner.Als Coach fungierte Thomas Engert, Co-Trainer war Gerrit Michelhans.Alle genannten Angler und Betreuer sind aber auf dem Foto der Eröffnungsfeier zu sehen.

Alles in allem eine tolle Woche mit einem fantastischen Ergebnis und wichtigen Erfahrungen, die man den jungen Anglern einfach nicht vorenthalten darf. Der Kontakt mit den Jugendlichen aus anderen Ländern, die Fairnes, die Leistung der anderen zu respektieren aber auch die Erkenntnis, daß nur mit 100%iger Vorbereitung und vollem Einsatz aller Beteiligten ein solches Ergebnis möglich ist, sind für die Jugendlichen sehr wertvoll.

Zum Schluß gilt es, einen herzlichen Dank auszusprechen an alle, die uns die vielen positiven Erfahrungen ermöglicht haben. Dies sind und waren:

Herry Panno Vverantwortlicher Jugendleiter, organisiert einfach ALLES

Uwe Henninger

Coach der U14
Thomas Unger Coach der U18
Thomas Engert Coach der U23

Tom Wenzel

Betreuer der U 18
Andy Brauer Für die Hilfe beim Vorbereiten von Futter, Ködern usw.

Nicole Babick

Unserer „guten Seele“ die uns bekochte und immer ein Auge auf die Küche hatte
Gerrit Michelhans Betreuer der U23

Ralf Herdltzschke

Unserem Köderlieferanten, der uns wie immer mit erstklassigen Ködern versorgte
Fa. Sensas & Fa. FTM Für das zur Verfügung gestellte Futter
Fa. Primus Für die zur Verfügung gestellten Köder
Fa Sport Becker Für die einheitliche Kleidung
Allen Eltern Ihr wart Klasse!!!
Allen Geldgebern Sie haben uns erst ermöglicht, an der WM teilzunehmen
Dem DSAV Für seine Unterstützung in allen Bereichen

„Last but not least“ gilt unser Respekt und unsere Anerkennung den holländischen Angelkollegen von der Sportfisserej Nederland, die eine unglaublich gut organisierte WM auf die Beine gestellt und unseren Jugendanglern damit ein solches Erlebnis erst ermöglicht haben.

Wir hoffen auf ein Neues in 2015!

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